Häusliche Alten- und Krankenpflege auf dem Balkan
Die Situation Bosnien und Herzegowina sowie Serbien und Montenegro
Noch immer leiden die Balkanstaaten unter den Folgen des Krieges in den 90er Jahren. Arbeitslosigkeit und ein marodes Sozialsystem führen zur Abwanderung der jüngeren Generation.
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| Es sind fast ausschließlich Nichtregierungs-Organisationen wie die Caritas, die Gesundheitsversorgung und Hauskrankenpflege anbieten |
Die Nachkriegsländer Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro gehören zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten
Ländern Europas. Im Krieg zwischen 1992 und 1995 wurden weite Teile der Länder zerstört, Ökonomie und Sozialwesen lagen vollständig
brach.
Der Krieg hat bis heute tiefe Wunden hinterlassen und führte zunächst durch die Flucht Hunderttausender und nach dem Krieg
durch die Migration dazu, dass sich die Wirtschaft und das Sozialwesen in den Balkanländern kaum wieder von den Folgen erholen
konnte.
Die jüngere Generation verlor durch die Kriegsjahre die Möglichkeit, die Schule oder die Ausbildung abzuschließen. Aufgrund
fehlender Perspektiven will die Mehrheit der Jugendlichen die Länder verlassen. Ältere Menschen - die einen großen Teil der
Rückkehrer stellen - stehen in dieser Situation vor besonderen Schwierigkeiten, da ihr Selbsthilfepotential aufgrund von Krankheit
und Immobilität stark eingeschränkt ist.
Erst allmählich sind notdürftig die schlimmsten Sachschäden in Bosnien und Herzegowina aber auch in Serbien und Montenegro beseitigt.
Das Sozialwesen und die Ökonomie der Länder haben sich noch längst nicht wieder konsolidiert. Die hohe Arbeitslosigkeit und
das Vorherrschen informeller Ökonomie - von Schwarzmarkt bis Schwarzarbeit - führen dazu, dass die Staaten kaum über Steuereinnahmen
verfügen. Die staatlichen Sozialausgaben sind dementsprechend minimal und seit dem Krieg sind es fast ausschließlich lokale
und internationale Nichtregierungs-Organisationen die die Basisversorgung im Gesundheitsbereich leisten.
März 2008


