Kosovo - Behindertenarbeit in Prizren
Das Projekt "Die Mutter-Theresa-Schule für Hörgeschädigte in Prizren"
Hörgeschädigten sieht man ihre Behinderung häufig nicht an. Das ist von Vorteil in einer Gesellschaft, die Behinderung stigmatisiert. Das Beispiel der Mutter-Theresa-Absolventen, die eine Schul- und Berufsausbildung haben, kann zu einem gesellschaftlichen Umdenken beitragen.
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| Nach der Gebärdensprache lernen die Schüler Rechnen, Schreiben, Lesen,... |
| Foto: Caritas international |
Nach dem Krieg stand das Gebäude der Mutter-Theresa-Schule, einer Schule für hörgeschädigte Kinder in Prizren zwar noch, war aber schwer sanierungsbedürftig. Die Inneneinrichtung fehlte vollkommen.
Caritas international nahm sich dieser Schule an, da behinderte Menschen im Kosovo in der Regel keine Förderung erhielten, sondern im Gegenteil von den Familien eher versteckt wurden.
Umso wichtiger war die möglichst rasche Wiederaufnahme des Unterrichts. Die Schule wurde von Grund auf saniert und mit dem notwendigen Inventar ausgestattet: Stühle und Tische für die Unterrichtsräume und den Speisesaal, eine Holzwerkstatt, ein Turnsaal und eine Küche für den hauswirtschaftlichen Bereich.
Im Kosovo ist die Schule weiterhin die einzige Bildungseinrichtung für Kinder mit Hörbehinderungen. Die 104 Schüler im Alter zwischen 7 und 18 Jahren kommen aus allen Teilen des Landes. Etwa 80 von ihnen wohnen im angeschlossenen Internat. 22 Lehrer und 4 Erzieher kümmern sich um sie, bringen ihnen zunächst die Gebärdensprache bei, vermitteln dann den Unterrichtsstoff und machen nachmittags die besonders beliebten Freizeitangebote.
Die Ausbildung der Pädagogen, die durch das Bildungsverbot vor dem Krieg erschwert wurde, war zunächst allerdings kaum auf die Hörschädigung der Schüler ausgerichtet. Mit Fortbildungen und persönlichem Engagement durch Fachberater der Caritas eigneten sich die Lehrer/innen das sonderpädagogische Fachwissen an.
Eine eingehende medizinische Untersuchung klärt bei jedem Kind, ob ein Hörgerät zum Einsatz kommt. Ein Hals-Nasen-Ohrenarzt aus Pristina misst die Resthörfähigkeit, damit gegebenenfalls geeignete Hörgeräte beschafft werden.
Im Laboratorium zur Anpassung von Hörgeräten werden in Deutschland gespendete gebrauchte Hörgeräte für die Kinder angepasst. Dies muss mehrmals im Jahr gemacht werden. Mittlerweile werden fast nur noch digitale Geräte gespendet, die etwas robuster sind, als die alten analogen.
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| In der Schreiner-Werkstatt fertigen die Auszubildenden unter anderem Holzspielzeug an. |
2006 hat Caritas international gemeinsam mit dem Ordinariat Limburg zusätzlich eine Lehrwerkstatt für Holz und Metall aufgebaut, damit die Schüler auch eine Berufsausbildung erhalten. Der Verkauf der hergestellten Produkte ist eine Finanzierungsquelle der Werkstatt.
Für die Mädchen und Frauen wurde anschließend eine Lehrwerkstatt für Textilarbeiten eingerichtet.
Aus sozialpolitischen Gründen wurde die Trägerschaft für die Schule in staatliche Trägerschaft überführt. Caritas international unterstützt die Schule durch fachliche Beratung und bei außergewöhnlichen Investitionen, sowie bei dem Projekt für geistig- und mehrfach behinderte Kinder.
September 2009



