Brasilien: Ein Netzwerk für marginalisierte Kinder und Jugendliche
Die Situation
Bei einer Gesamtbevölkerung von 194 Millionen Menschen leben trotz aller Bemühungen der Regierung zur Bekämpfung der Armut noch immer 8,3 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Das sind 4,2 Millionen Menschen. Die Armut und Perspektivlosigkeit schafft häufig Verhältnisse zu Hause, die die Kinder und Jugendlichen auf die Straße treiben.
Die brasilianische Regierung betreibt seit fast zehn Jahren eine kontinuierliche Politik der Armutsbekämpfung. Das Land gilt
als Musterschüler bei der Umsetzung der UN-Millenniumsziele. Trotzdem leben immer noch 4,2 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze.
Ob sie von den großen Investitionen profitieren werden, die die Fußball-WM der Männer im Jahr 2014 und der Olympischen Sommerspiele
im Jahr 2016 begleiten, ist fraglich. Bisher werden die Armutsviertel (Favelas) an den Rändern der großen Städt immer größer.
So auch in Recife, einer Millionenstadt im trockenen Nord-Osten Brasiliens. Regelmäßig auftretende Dürrephasen im Einzugsgebiet
der Stadt zwingen viele Landarbeiterfamilien, nach Recife umzusiedeln. Eine Perspektive und eine ausreichende Lebensgrundlage
finden sie dort allerdings nicht. Es sind die Favelas, die ihr neues Zuhause werden, und wo ihre Söhne und Töchter unter ärmlichsten
Bedingungen aufwachsen.
Die Kinder und Jugendlichen haben keine Chance auf eine bessere Zukunft. Hunger und Konflikte treiben die Kinder weg von ihrer
Familie auf die Straße der großen Städte. Mit Kleinhandel, Drogenschmuggel, Diebstahl oder Prostitution kämpfen sie um ihr
Leben. Allein in Recife, so schätzen Experten, leben über 10.000 Heranwachsende fast ausschließlich auf der Straße.
Die meisten der sogenannten Straßenkinder werden kaum 20 Jahre alt. Sie werden Opfer von Gewalt, Drogen, Unterernährung und
Krankheiten. Von rund 8 Millionen Kindern, die in brasilianischen Großstädten auf der Straße leben, zählen rund 1,1 Millionen
zu den eigentlichen Straßenkindern, die jeglichen Kontakt zur Familie verloren haben.
Dezember 2011


