AFRIKA  

Spende

Burundi: Das Kinderhaus Maison Shalom

Die Situation

Jahrzehntelange blutige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen, die bis zum Friedensschluss 2005 andauerten, prägen noch heute die Gesellschaft. Sie haben ein wirtschaftlich und gesellschaftlich zerrüttetes Land hinterlassen, das zu den ärmsten der Welt gehört.  

Karte Burundi

Burundi - eine ehemalige deutsche Kolonie - erlebt seit der Unabhängigkeit im Jahr 1966 bis heute gewaltsame Auseinandersetzungen rivalisierender Gruppen um die Vorherrschaft im Land. Ursprünglich spielte dabei die ethnische Zugehörigkeit der Rivalen keine Rolle. Die Machtgier lenkte aber bald den Blick auf die Stammeszugehörigkeit. 1972 fielen dann innerhalb von nur sechs Monaten 250.000 Menschen einem brutalen Gewaltexzess zum Opfer - die meisten von ihnen Hutu, die gegen die herrschende Tutsi-Minderheit rebelliert hatten.

Eine weitere Welle der Gewalt durchlebte das Land nach dem Staatsstreich im Jahr 1993, bei dem der erste Präsident aus der Gruppe der Hutu getötet worden war. Die politisch und dann auch ethnisch motivierten Massaker zwischen Hutu und Tutsi haben in der Folge Hunderttausende von Todesopfern gefordert, während im Nachbarland Ruanda zur gleichen Zeit fast eine Million Menschen dem organisierten Völkermord zum Opfer fielen.

Fast jede Familie in dem kleinen Land Burundi mit rund sieben Millionen Einwohnern hatte Opfer zu beklagen. Etwa 1,2 Millionen Menschen sind während des Bürgerkriegs außer Landes geflohen oder haben sich innerhalb der Landesgrenzen in Flüchtlingslagern gesammelt.

Nach jahrelangen Friedensbemühungen seitens der internationalen Gemeinschaft und durch die Vermittlung afrikanischer Präsidenten wie Julius Nyerere und Nelson Mandela unterzeichneten die Konfliktparteien 2005 einen Friedensvertrag, der den Bürgerkrieg nach zwölf Jahren offiziell beendete. Mit freien Wahlen konnte im selben Jahr der demokratische Prozess in Burundi gestärkt werden. Im April 2009 legte die letzte Rebellengruppe nach 29 Jahren die Waffen nieder und wurde als Partei anerkannt. Damit gilt Burundi als Staat ohne Rebellenbewegung. 

Immer wieder aber flammen die Konflikte auf - wie zum Beispiel im beängstigenden Maße während der Präsidentschaftswahl im Juli 2010. Um den Machtkampf zu beenden, versprach Präsident Nkurunziza bei seiner Amtseinführung im August 2010 Frieden, Sicherheit und Versöhnung sowie wirtschaftliche Reformen und den Kampf gegen Armut und Korruption.

Burundi gehört zu den drei ärmsten Ländern der Welt

Zurückgeblieben nach langen Jahren des Krieges ist eine desolate Menschenrechtslage und die zerrüttete Ökonomie des Landes. Laut UN-Statistik gehört Burundi zu den drei ärmsten Ländern der Welt. Das Land ist nur etwa so groß wie Belgien, mit etwa acht Millionen Einwohnern für afrikanische Verhältnisse aber dicht besiedelt. 62 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken.

Menschen warten auf die Verteilung von Hilfslieferungen

Verteilung von Hilfsgütern.

Foto: Caritas international

Die Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren deutlich stabilisiert - von der wirtschaftlichen Erholung oder einer Entwicklung des Landes ist Burundi jedoch noch weit entfernt. Die UN-Welternährungsorganisation geht davon aus, dass fast 70 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Nur jedes zweite Kind in Burundi kann die Schule besuchen, jeder 15. Erwachsene ist HIV-positiv oder an Aids erkrankt. 

Erschwerend kommt hinzu, dass seit dem Ende des Krieges Hunderttausende von mittellosen Flüchtlingen aus den benachbarten Ländern Tansania, Demokratische Republik Kongo, Ruanda und Uganda wiedereingegliedert werden müssen. Die UN-Flüchtlingsorganisation geht von etwa einer halbe Million Menschen aus, die bisher nach Burundi zurückgekehrt sind.

Dezember 2011

 


Weitere Infos zum Thema »Burundi - Kinderhaus«