Afrika  

Spende

Burundi: Das Kinderhaus Maison Shalom

Das Projekt

Ende 1993 gründete die Lehrerin Marguerite Barankitse in der Diözese Ruyigi mit 25 überlebenden Kindern eines Massakers ein Haus für unbegleitete Kinder. Sie gab ihm den Namen Shalom - hebräisch für Frieden. Heute bietet das Maison Shalom ein umfassendes Angebot für Kinder in schwierigen Lebenslagen. 
 
 

Marguerite Barankitse im Gespräch mit Caritas international im Juni 2011

Seit der Gründung des "Maison Shalom" hat Maggy Barankitse mit ihrem Team mehr als 20.000 Kinder betreut und aufgenommen. Der Schwerpunkt der Arbeit aber hat sich mit den Jahren verändert: In der Anfangszeit waren es hauptsächlich Kinder, die im Krieg ihre Familie verloren hatten. Heute dagegen engagieren sich die Mitarbeitenden im Maison Shalom für Kinder in schwierigen Lebenslagen: Straßenkinder, Kinder, die aufgrund ihrer Aidsinfizierung verstoßen wurden, Aidswaisen und Kinder, deren Eltern im Gefängnis sind.  

Maggy Barankitse 
Anfangsjahre: Maggy Barankitse mit Kindern
Foto: Maison Shalom

Ein Projektziel für die Jahre 2009 bis 2011 lautet, etwa 500 Kinder und Jugendliche pro Jahr in ihre Familien bzw. Heimatgemeinden zu reintegrieren.

Marguerite Barankitse ließ für die Kinder an verschiedensten Orten Häuser bauen, die sie "Frateries" (Bruderschaften) nannte. Seit dem Jahr 2000 sind fast 600 Frateries entstanden. Hier wohnen Jugendliche und Kinder ungeachtet ihrer Ethnie gemeinsam in einem Familienverbund, gehen in eine öffentliche Schule und führen - mit Unterstützung des Maison Shalom - eigenständig ihren Haushalt.

Sie werden medizinisch-psychologisch und sozialpädagogisch betreut und erhalten juristischen Beistand bei der Absicherung ihres Erbes. Das Projekt finanziert Schulgeld, Schulmaterialien und Fahrtkosten der Kinder zur Schule und ihren Unterhalt während ihres Aufenthalts.

Wenn sie als junge Erwachsenen ihre Fraterie verlassen, vermitteln die Mitarbeitenden sie in Ausbildungsstellen oder auch an Universitäten, um ihre Eigenständigkeit langfristig zu erhalten.  

Bis heute stehen die ehemaligen Maison-Shalom-Kinder untereinander in Kontakt und bilden ein Netzwerk aus gebildeten jungen Menschen. Auf sie setzt Marguerite Barankitse ihre Hoffnung für eine friedliche Zukunft Burundis. 

Marguerite Barankitse ist überzeugt, dass die Ursache aller Probleme, mit denen sie in ihrer Arbeit konfrontiert ist, in der extremen Armut Burundis liegt. Daher ist das Maison Shalom seit Jahren Träger verschiedener Bildungseinrichtungen:

So gründete Maggy im Jahr 2005 für alle Kinder in der Umgebung des Maison Shalom einen Kindergarten. Die Förderung dort ermöglicht nicht nur den Kindern des Maison Shalom einen guten Start ins Leben. Der gute Ruf der Einrichtung ließ den Wunsch nach einer Grundschule entstehen. Im Schuljahr 2010/11 startete dieses Projekt mit 19 Schüler/innen.

Das Berufsbildungszentrum besteht ebenfalls seit 2005 und konnte bis heute knapp 1.500 junge Menschen zu Schreinern, Maurern, Näherinnen, Mechanikern, Landwirten, Seifensiedern und Installateuren ausbilden.

Seit Januar 2010 liegt der Schwerpunkt auf der Betreuung von Kindern, die in Gefängnissen leben. Manche sind mit ihren Müttern dort, andere wurden verhaftet. Juristen und Sozialarbeiter prüfen die Fälle und setzen sich für ihre Freilassung ein. Sie vermitteln die befreiten Kinder und Jugendliche in geordnete Lebensverhältnisse und in eine Ausbildung und betreuen sie dort weiter.

Medizinische Versorgung

Rema-Krankenhaus 
Labor im Rema-Krankenhaus
Foto: Maison Shalom

Im Jahr 2008 entstand das Rema-Krankenhaus, eine Einrichtung, die neben der medizinisch-gesundheitlichen für ein Einzugsgebiet von fast ganz Ost-Burundi, auch ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt Ruyigi ist.  

Neben der normalen medizinischen Versorgung wurden zusätzlich eine Krankenpflege-Schule und ein Mutter-Kind-Zentrum eingerichtet. Seit 2009 hat das Rema-Krankenhaus die Erlaubnis, Schwangere und Kinder unter fünf Jahren kostenfrei zu behandeln.

Eine angeschlossene Gärtnerei ermöglicht nicht nur eine gute und gesunde Versorgung durch die Krankenhaus-Küche, sondern bietet armen Patienten und ihren Familien auch die Möglichkeit, die Kosten für die Behandlung dort zu erarbeiten.

Zugang zu kulturellen Angeboten

Um den jungen Menschen im Maison Shalom und in der Provinz Ruyigi eine Idee vom Leben in einer friedlichen Gesellschaft zu geben, gründete Marguerite Barankitse die sogenannte Stadt der Engel. Die tägliche Verwaltung und die Aktivitäten, die dort stattfinden, fallen in die Zuständigkeit der jungen Leute, die dort arbeiten.

Ein Kino mit französischsprachigen Filmen dient gleichzeitig der Unterhaltung und der Bildung. Samstags gibt es ein kostenfreies Kinderprogramm. In einer relativ gut ausgestatteten Bibliothek können die Leser/innen gegen eine Jahresgebühr von zirka vier Euro unbeschränkt Bücher entleihen.

Im Hof gibt es ein Schwimmbad, indem auch regelmäßig Schwimmkurse angeboten werden. Ein Mehrzwecksaal wird für eigene Veranstaltungen genutzt aber auch an Privatleute vermietet. Ein Schönheitssalon und eine Näherei bieten Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für junge Frauen, ein Computerzentrum Kurse in den gängigen Office-Programmen.

Landwirtschaftszentrum

Als Einkommen schaffende Maßnahme nicht nur für die jungen Erwachsenen des Maison Shalom gibt es ein großes Landwirtschaftszentrum. Zwanzig festangestellte Landwirte und 300 Saisonkräfte bauen Kohl, Salate, Auberginen, Möhren, Kartoffeln, Mais, Sorghum und Bananenbäume für den heimischen Markt an. Auf einem speziellen Gelände kann sogar Reis angebaut werden. Die Reisproduktion liegt in der Verantwortung HIV-infizierter Frauen. Felder mit nahrungsreichem Süßgras ernähren zwölf Milchkühe. Ihre Erträge werden dem Mutter-Kind-Zentrum zur Verfügung gestellt. Geplant ist der Bau eines erweitertem Bewässerungsystems und der Bau einer Molkerei, um die Milch besser nutzen zu können. In Rutimbura gibt es einen zweiten Bauernhof, auf dem 80 Jugendliche arbeiten. Sie haben acht Kühe, Hühner und Ziegen. Neben der Milchproduktion haben sie sich auf den Verkauf von Dünger spezialisiert.

Ebenfalls als Einkommen schaffende Maßnahme betreibt das Maison Shalom ein Gästehaus mit 17 Zimmern. Hier arbeiten 21 junge Erwachsene.

Caritas international unterstützt das Maison seit Beginn seiner Gründung.

Weitere Informationen zu "Maison Shalom" finden Sie unter: www.maisonshalom.org

Dezember 2011


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