Hilfe für die Opfer des Irak-Konflikts
Die Situation
Offiziell ist der Krieg gegen das Baath-Regime Saddam Husseins im Irak schon seit Mai 2003 beendet. Doch das Leid der Menschen, die sich nach Frieden sehnen, hat kein Ende: Selbstmordanschläge, Entführungen, Attentate aber auch militärische Gegenschläge erschüttern das Land - und als unmittelbare Folgen wirken Unterernährung und unzureichende medizinische Versorgung fort.
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| Während des 3. Golfkriegs brachte Caritas Hilfsgüter ins Land |
Der "schleichende" Krieg hat schon längst mehr Opfer gefordert als die Kriegshandlungen selbst. Die internationalen Hilfsorganisationen
müssen die Lage im Irak ohnmächtig betrachten. Nahezu alle ausländischen Mitarbeiter sind aus Sicherheitsgründen abgezogen. In
Bagdad verbleiben nur noch die wenigen irakischen Organisationen wie die Caritas Irak, die unter dem Namen "Confrèrie de la
Charité" arbeitet.
Die humanitäre Lage im Irak hat sich über die nun seit dem ersten Golfkrieg andauernde Krise stetig verschlechtert. Das ehemals
wohlhabende Land ist in Armut versunken, die Infrastruktur ist in weiten Teilen zerstört, Trinkwasser, Lebensmittel und medizinische
Versorgung sind seit Jahrzehnten nicht mehr regelmäßig gewährleistet.
Die schlechte Versorgung hat zur Folge, dass der Irak einen traurigen Rekord hält: In keinem anderen Land der Welt nahm die
Kindersterblichkeit so dramatisch zu: Seit 1990 ist sie im Irak um 160 Prozent angestiegen.
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| Straßenszene in Umm Quasr nach dem Sturz des Baath-Regimes |
Schon während der Kriegswochen war humanitäre Hilfe kaum möglich: von Plünderungen bedroht, konnte fast keine ausländische
Hilfe in den Irak gelangen. Nur wenige, die - wie Caritas international - im Land mit einheimischen Partnerorganisationen
zusammenarbeiten, hatten überhaupt die Möglichkeit zu agieren.
Inzwischen sind fast keine internationalen Helfer mehr im Land. Doch auch irakische Organisationen wie Caritas Irak sind nicht
vor Angriffen gefeit.
"Wer hilft, hat selbst zuviel" lautet allzu schnell die Logik, mit der humanitäre Helfer zur Zielscheibe von Überfällen und
Gewaltakten werden. Unter diesen lebensgefährlichen Bedingungen bemühen sich die Mitarbeiter der "Confrèrie de la Charité",
der Caritas Irak, ihre Arbeit fortzusetzen. Unterstützung brauchen auch die Caritasorganisationen der Nachbarländer Jordanien
und Syrien, in die sich Millionen von Irakern geflüchtet haben. Laut UNHCR sind im Jahr 2009 rund 4,7 Millionen Iraker innerhalb
und außerhalb des Landes auf der Flucht.
Aufgrund des Massen-Exodus im Irak ruft Caritas international zur Nothilfe für die Flüchtlinge auf.
Juli 2009


