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Kongo: Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten

Die Situation

Die Verschleppung und Rekrutierung von Kindersoldaten gehört zu den schlimmsten Auswüchsen der Machtkämpfe zwischen Rebellen- und Regierungstruppen im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Viele Jugendliche sind hier mit dem Krieg großgeworden, der Einstieg in das zivile Leben ist für sie ein großer Schritt.

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Kindersoldaten brauchen Hilfe, um ins zivile Leben zurückzufinden
Foto: Caritas international

Im Osten der DR Kongo, in der Grenzregion zu Burundi, Ruanda, Uganda und dem Sudan, haben sich in den letzten 15 Jahren verschiedene Rebellenbewegungen aus den Nachbarländern gesammelt und immer wieder neu konstituiert: Neben den kongolesischen Kriegsherren kämpften hier auch die am Völkermord in Ruanda beteiligten Hutu, einige Jahre später organisierten sich die Milizionäre der Tutsi in der Region. In den Kongokriegen kämpften Milizen und Militär um politische Macht und um die Kontrolle der Bodenschätze, wobei ethnische Konflikte von den Kriegsherren geschürt wurden.

In allen an den Konflikten beteiligten Gruppierungen finden sich Kindersoldaten. Aus Mangel an Lebensperspektiven werden Kinder oftmals gezwungen, sich als Söldner bei den noch aktiven Milizen zu verdingen oder mit einer der vielen marodierenden Banden durch das Land zu ziehen. Manche wurden überredet, bei der Verteidigung ihrer Dörfer mitzumachen, andere wurden entführt und zum Kämpfen genötigt. Die Milizionäre zwangen Minderjährige, Bomben zu bauen und zu zünden – oder auch eigene Angehörige zu ermorden. Demütigung ist Teil der grausamen Strategie.

„Du kriegst ein Gewehr und regelmäßig etwas zu Essen“

Unzählige Kinder mussten sich als Späher in besonders gefährliche Situationen begeben. „Kadogo“ werden die Soldatenjungen genannt. Mädchen wurden mit Kämpfern zwangsverheiratet, als Sexsklavinnen gehalten oder für die Versorgung der Rebellen eingesetzt: sie mussten kochen, putzen, waschen oder Munition tragen.

Der Einsatz von Kindersoldaten ist ein Kriegsverbrechen. Bislang gibt es sechs Verbrechen gegen Kinder, die nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen angesehen werden. Kinder als Soldaten einzusetzen gehört ebenso dazu wie sie zu töten oder sexuell zu missbrauchen.

Der inzwischen verhaftete kongolesische General Thomas Lubanga hatte Tausende Kinder zum Dienst an der Waffe gezwungen. Er ist der erste Angeklagte am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Derzeit ist das Verfahren gegen ihn ausgesetzt, er befindet sich weiterhin in Haft. Lubangas "Union Kongolesischer Patrioten" (UPC) war in dem Krieg als "Kinderarmee" berüchtigt.

vernarbte Kinderhände
Der Krieg hinterlässt physische und psychische Narben
Foto: Caritas international

Obwohl sich die meisten Gruppierungen längst bereit erklärt haben, die Entwaffnung der Kindersoldaten zu unterstützen, sind noch immer Tausende von Kindern in den Händen von Armee und bewaffneten Truppen. Diejenigen, die demobilisiert wurden, sind bei der Reintegration ins zivile Leben meist auf sich allein gestellt. Mädchen werden bei den Demobilisierungsprogrammen oft übersehen, da sie als Sklavinnen der Kämpfer nicht unbedingt als Kindersoldatinnen erkannt werden.

Um den Weg in ein normales Leben zurück zu finden, brauchen die schwer traumatisierten Jugendlichen professionelle Hilfe. Pamela, 13 Jahre alt, erzählt: "Ich bekomme immer noch Alpträume und wache schreiend auf. Sogar wenn ich nicht schlafe, habe ich Alpträume. Ich höre, wie man mir droht, mich zu töten".

Zum Teil sind die Truppen bereit, die Kindersoldaten zu „entwaffnen“. Häufig aber bedarf es zäher Verhandlungen und intensiver Bewusstseinsarbeit, um die Kinder zu befreien. Caritas Goma hat bereits im Jahr 2004 eine Initiative zur Demobilisierung der Kindersoldaten gestartet. In Zusammenarbeit mit anderen internationalen Organisationen kümmert sich Caritas um die notwendigen Entlassungspapiere und die Aufnahme der Kinder in die Transitzentren.

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September 2011


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