Report: Ungerechter Handel und Baumwolle  

Unfair Trade and Cotton: Global Challenges, Lokal Challenges

Ungerechter Handel und Baumwolle: Globale und lokale Herausforderungen

Der Bericht von Caritas Internationalis : Unfair Trade and Cotton: Global Challenges, Local Challenges - Ungerechter Handel und Baumwolle: Globale und lokale Herausforderung -  widmet sich der Problematik in der Baumwollproduktion.

Cotton: Unfair Trade

Über 10 Millionen Menschen leben in Mali, Benin, Burkina Faso und Tschad vom Baumwollanbau. Doch der Ertrag bietet für die vier ärmsten Länder weltweit kaum eine Chance, die Armut zu bekämpfen.
Obwohl die afrikanischen Farmer sehr kostengünstige und handgelesene Baumwolle herstellen, sind sie aufgrund hoher Subventionen für die Bauern in den USA kaum wettbewerbsfähig. Die staatlichen Gelder tragen zur erheblichen Senkung des Welthandelspreises für Baumwolle bei, und den Bauern in Afrika entgehen dadurch Millionen von Dollar aus dem Exportgeschäft.

Die Regierungen von Mali, Benin, Burkina Faso und Tschad haben jüngst das Weltinteresse auf sich gezogen, als sie die Welthandelsorganisation WTO aufforderten, die Unterstützungen für Baumwollbauern in den Vereinigten Staaten und in Europa einzustellen.

Denn solange die Welthandelspreise für Baumwolle mit hohen Subventionen verfälscht werden, kann in den afrikanische Ländern mit der Agrarwirtschaft kein Aufschwung erreicht werden.
Gleichzeitig aber müssten auch die afrikanischen Regierungen selbst sicherstellen, dass die Baumwollproduzenten einen gerechten Anteil am Ertrag erhalten.

In West- und Zentralafrika befindet sich die Baumwollbranche in einem fundamentalen Wandel. Liberalisierung und Privatisierung des Handels führen zu großer wirtschaftlicher Verunsicherung bei den Produzenten. Die Preise für chemische Dünger, Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel steigen stetig und die Verschuldung der Bauern nimmt immer mehr zu.
Die Folge davon ist, dass häufig auch Nahrungsmittel knapp werden, weil nicht einmal genügend Geld vorhanden ist, um den Lebensunterhalt zu sichern.

Örtliche Projekte wie der Bau von Schulen, Gesundheitszentren und Straßen werden aufgegeben, junge Menschen fliehen in die Städte oder verlassen ihre Heimatländer auf der Suche nach Arbeit. Nur weitreichende Strategien auf nationaler und internationaler Ebene können diese Entwicklung stoppen, denn die Auswirkungen auf den sozialen und wirtschaftlichen Bereich dieser Länder sind enorm.

Die Baumwollbranche in diesen Ländern benötigt dringend Reformen, die dafür sorgen, dass die Kleinbauern einen fairen Anteil an dem Wohlstand erhalten, den ihre harte Arbeit erwirtschaftet. Außerdem müssen die Bauern die Möglichkeit haben, auf die Entscheidungen im Baumwollhandel direkt Einfluss zu nehmen. Die Mobilisierung und Basisorganisierung der Bauern muss gefördert werden, während gleichzeitig die internationale Subventionspolitik als Ursache der Wettbewerbsverzerrung bekämpft werden muss.

Caritas als international anerkannte Hilfsorganisation der katholischen Kirche stützt ihren Ansatz auf das Prinzip der Gerechtigkeit und der Option für die Armen.

Einige Empfehlungen des Berichts sind:

  • Das Ende der wettbewerbsverzerrenden Subventionen
  • Ein größerer Anteil des Erlöses aus dem Baumwollverkauf soll an die Erzeuger gehen
  • bessere Mitbestimmung für die Farmer in der Produktions- und Handelskette der Baumwolle

Sie können den vollständigen Bericht (engl.) hier downloaden:

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Unfair Trade and Cotton, engl., pdf-file, 390 KB