Südostasien: Fünf Jahre nach dem Tsunami
Nothilfe von 2004 bis heute
Der Tsunami, der an Weihnachten 2004 Südostasien verwüstete, hat das Schicksal vieler Menschen so verändert wie keine andere Naturkatastrophe der jüngeren Geschichte. 230.000 Menschen in 14 Ländern verloren ihr Leben. 1,4 Millionen Menschen wurden ihrer Lebensgrundlage beraubt.

Das Ausmaß des Tsunami hat zu einer einmaligen Spendenbereitschaft bewegt. Allein in Deutschland wurden 670 Millionen Euro
für die Opfer gespendet. Über 200.000 Spender stellten Caritas international für die Katastrophenhilfe und Wiederaufbauhilfen
62,5 Millionen Euro zur Verfügung. Dank dieser Hilfsbereitschaft konnte in Indien, Indonesien, Sri Lanka, Thailand und Somalia die größte Auslandshilfsaktion
in der Geschichte der deutschen Caritas in Gang gesetzt werden. Die Einwilligung von 15.600 Tsunami-Spendern machte es zudem
möglich, rund 6,8 Millionen Euro für "vergessene Katastrophen" in anderen Ländern, wei zum Beispiel für die Flüchtlinge im
Kongo einzusetzen.
Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, engagierte sich nach dem Tsunami schwerpunktmäßig in Indien, Indonesien
und Sri Lanka. Die Mitarbeitenden der lokalen Caritas-Organisationen konnten bereits wenige Stunden nach der Katastrophe die
ersten Opfer versorgen. Sie arbeiten bis heute, durch ihre Verankerung in den Diözesen, mit den Menschen in den Gemeinden
vor Ort zusammen.
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Verwendung der Caritas-Tsunami-Mittel

- Indonesien 26% (16,8 Mio Euro)
- Indien 21% (13,3 Mio Euro)
- Sri Lanka 19% (11,6 Mio Euro)
- Somalia 1% (0,4 Mio Euro)
- Thailand 5% (2,9 Mio Euro)
- Länderübergreifende Projekte 8% (4,7 Mio Euro) Zentrale Hilfsgüter-Beschaffung, Projektberatung etc. Darin sind auch 2 Mio Euro für Projekte von Misereor enthalten.
- Soforthilfe für "Vergessene Katastrophen" 11% (6,8 Mio Euro) - Dank der Einwilligung von 15.600 Tsunami-Spendern standen diese Mittel für "vergessene Katastrophen" z.B. in Darfur oder Kongo zur Verfügung
- Projektbegleitung 6% (3,7 Mio)
- Verwaltungskosten 3% (1,9 Mio)
Indonesien:
In Indonesien baute Caritas international mehrere Tausend Häuser wieder auf. Daneben finanzierten wir den Aufbau und die Ausstattung
von Schulen, Angebote zur psychosozialen Hilfe der Traumatisierten sowie Projekte zur Existenzsicherung und Katastrophenprävention.
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Sri Lanka:
Caritas international unterstützte den Wiederaufbau von Häusern und Dorfstrukturen - vor allem in der nördlichen Provinz um
Jaffna und der Region um Colombo - und finanzierte Arbeitsgeräte wie Fischerboote, Netze und Generatoren, um den Menschen
wieder eine Lebensgrundlage zu geben. [mehr...]
Indien
In Indien koordinierte Caritas international die Katastrophenhilfe seit dem ersten Tag nach dem Seebeben. Einheimische Mitarbeiter der
Caritas Indien bauten gemeinsam mit den Betroffenen Übergangsunterkünfte für insgesamt 34.000 Familien, während gleichzeitig
der Wiederaufbau und Neuanfang für die Fischerdörfer begonnen hatte. Der Schwerpunkt der langfristigen Projekte liegt in der
Katastrophenprävention. [mehr...]
Thailand
In Thailand half Caritas international beim Wiederaufbau von Wohnraum, förderte Einkommen schaffende Maßnahmen wie die Verteilung
von Booten und Netzen und engagierte sich beim Wiederaufbau sozialer Einrichtungen.
Caritas international beteiligte sich an der Aktion "Südbaden hilft", einer gemeinsamen Initiative der Stadt Freiburg, Caritas
international, der Badischen Zeitung und dem Studio Freiburg des Südwestrundfunks (SWR). Das Bündnis unterstützte gemeinsam
mit 90 Partnern die Tsunamihilfen in der indischen Region Chengalpattu.
Oktober 2009
Hinweis:
Im Dezember 2009 erscheint im Lambertusverlag das Buch: Den Tsunami gemeinsam bewältigt aus der Reihe caritas international - brennpunkte [mehr...]
