Caritas international, 01.06.2006

Kongo: MIlitärische Option greift zu kurz

Caritas international vermisst ein schlüssiges Konzept der Bundesregierung für den Wiederaufbau im Kongo

Freiburg, 1. Juni 2006. Der Einsatz von Bundeswehrsoldaten im Kongo, über den heute im Bundestag abgestimmt wird, bleibt nach Ansicht von Caritas international Stückwerk, solange er nicht eingebettet ist in eine kohärente Afrika-Politik der Bundesregierung. „Die Wahlen alleine garantieren keine friedliche Entwicklung. Die Militärinterintervention ist ohne Nutzen, wenn sie nicht Teil eines Gesamtplanes der internationalen Gemeinschaft zur Stabilisierung und Entwicklung des Kongo ist“, warnt Peter Neher , Präsident des Deutschen Caritasverbandes. Die Intervention der EU zur Absicherung der Wahlen mache nur Sinn, wenn sie bereit sei, sich in größerem Rahmen im Kongo zu engagieren.

Caritas international kritisiert, dass zivile Optionen der Krisenbewältigung zu kurz kommen. So müsse konsequenter gegen die illegale Ausbeutung der Bodenschätze und den Waffenschmuggel vorgegangen werden. „Die Menschen im Kongo müssen nach dem Bürgerkrieg eine Friedensdividende sehen“, fordert Martin Salm, Leiter von Caritas international. Die EU gehe mit dem Engagement eine große Verpflichtung ein und riskiere bei einem Scheitern einen Verlust an Einfluss und Image. Ein umfassender Plan zur Schaffung von Sicherheit und zum Wiederaufbau sei darum notwendig. „Was wir brauchen ist ein Marshall-Plan für den Kongo“, so Salm.

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