Asien  

Spende

Flutkatastrophe in Pakistan

Caritas international unterstützt rund 300.000 Opfer der Katastrophe

Im Norden Pakistans ist das Wasser mittlerweile abgeflossen, extreme Verwüstungen sind sichtbar. Im Süden stehen weite Flächen unter Wasser. Besserung ist nicht in Sicht, das Wasser muss versickern. Inzwischen zeichnet sich eine extreme Nahrungsmittelknappheit ab. In Pakistan sind mehr Menschen betroffen als beim Tsunami 2004, dem Erdbeben in Pakistan 2005, dem Zyklon Nargis 2007 und dem Erdbeben in Haiti zusammen. 17 Millionen Menschen sind auf Hilfe von außen angewiesen. Caritas international ermöglicht die Nothilfe für insgesamt etwa 300.000 Flutopfer. Dazu unterhält die Caritas vier mobile Kliniken.   

Karte der Überschwemmungen in Pakistan. Ouelle: United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA)

2. September 2010. Die Lage in den südlichen Provinzen Pakistans ist weiterhin dramatisch, obwohl das Wasser langsam sinkt. Dörfer und Städte sind von der Außenwelt abgeschnitten, Millionen Männer, Frauen und Kinder sind vor den Wassermassen geflohen und besitzen nichts mehr.

In den nordwestlichen Landesteilen ist das Wasser abgeflossen, das ganze Ausmaß der Katastrophe ist sichtbar. Die Verteilung von Hilfsgütern geht nur etwas leichter, wie unsere Mitarbeiter/innen berichten . Allerdings können aufgrund der zerstörten Verkehrswege weiterhin 800.000 Menschen nur aus der Luft versorgt werden.

Trinkwasserhilfe
Trinkwasser aus dem Helikopter
Foto: CRS (Caritas USA)

Die Wassermassen haben entlang des Indus, der ganz Pakistan von Nord nach Süd durchfließt, schwere Verwüstungen angerichtet. Unser Mitarbeiter Joost Butenop berichtete von einer Brücke, die isoliert mitten im Fluss stand, da rechts und links je 30 m Ufer weggerissen worden war. Augenzeugen im Norden des Landes berichten von Felsblöcken von der Größe eines  Autos, die von den Wassermassen herumgewirbelt wurden. Straßen, Brücken und Gebäude wurden mitgerissen. Selbst Brücken, die dem starken Erdbeben im Jahr 2005 stand hielten, sind weggeschwemmt. Vielerorts sind die Dämme gebrochen und überspült. Die Versorgung mit Strom und Trinkwasser ist vollständig zusammengebrochen. Unsere Mitarbeiterinnen berichten, dass alle Wasserquellen nur schlammiges Wasser enthalten. Die Ernte ist vernichtet. Große Teile der landwirtschaftlich genutzten Flächen sind so stark überflutet, dass das Ackerland in absehbarer Zeit nicht genutzt werden kann. Die Schäden belaufen sich auf Milliardenbeträge. 

Lebensmittelverteilung der Caritas
Bei einer der Lebensmittelverteilungen der Caritas
Foto: Caritas

Die derzeitige Situation ist jenseits des Vorstellbaren", berichtet ein Katastrophenhelfer der Caritas Pakistan. Besonders erschwert wird die Hilfe durch die zerstörten Verkehrswege und die gewaltigen Dimensionen der Überschwemmungen. 

In den südlichen Landesteilen kämpfen die Retter noch immer verzweifelt darum, von den Fluten Eingeschlossene mit Booten und Hubschraubern zu evakuieren und Verletzte zu bergen. Hilfsgüter über den Landweg zu den Betroffenen zu bringen, ist im Süden nahezu unmöglich. Ein LKW mit Hilfsgütern der Caritas hat es trotz aller Widrigkeiten in den Kohlu Distrikt in Balochistan geschafft. 

Hunderte Katastrophenhelfer der Caritas Pakistan versorgen rund  51.000 besonders schwer betroffene Familien mit Nothilfen wie Lebensmitteln, Notzelten, Trinkwasser, Wasserentkeimungstabletten, Moskitonetzen und Hygieneartikeln; Gesundheitsteams der Caritas behandeln in vier mobilen Kliniken Menschen, die verletzt oder auf ärztliche Hilfe angewiesen sind. Zwei weitere Gesundheitsstationen werden derzeit aufgebaut. Sehen Sie hier ein Interview mit dem Caritas-Arzt Dr. Joost Butenop (ZDF-Morgenmagazin) in Islamabad/ Pakistan.

Die Befürchtung der Helfer, dass sich in den stehenden Gewässern Seuchen ausbrechen könnten, wird konkreter. Durchfallerkrankungen und Hautausschläge häufen sich. Nach wie vor sind es aber vor allem Verletzungen, die von Treibgut in den Fluten stammen, die behandelt werden müssen. Caritas hat medizinische Gesundheitsposten eingerichtet, in denen Verletzte versorgt werden und Impfungen vorgenommen werden können. Die Mitarbeitenden besorgen Medikamente und medizinisches Gerät in Absprache mit den örtlichen Behörden vor Ort.

 Die Caritas arbeitet in folgenden Regionen:

Faisalabad:
 Regionen Okara, Chak, Jhumra
Rawalpindi/Islamabad:
 Regionen Nowshera, Rasalpur
Multan:
 Regionen Hajipur, Chowk, Sarwar, Fazalpur,  Chakrian, Sharif
Hyderabad:
 Regionen Gudu, Kashmor
Quietta:
 Regionen Talli, Bhaktiarainab.

Die Caritas geht davon aus, dass die Menschen länger auf Hilfe angewiesen sein werden. Benötigt werden in erster Linie Lebensmittel, Trinkwasser, Kleidung und Medizin. Unser lokaler Partner, die Caritas Pakistan, hat für die Verteilaktionen die Hilfsgüter in der Region beschafft.

Caritas Pakistan bittet in einem Hilfsappell dringend um weitere Unterstützung für die Flutopfer im Katastrophengebiet. Zur Zeit versorgt Caritas zwischen 300.000 und 350.000 Menschen mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Zelten, Haushaltsartikeln und medizinischer Hilfe.

Caritas-Mitarbeiter haben in Swat erste Notunterkünfte gebaut, die auch mittelfristig bewohnbar sind.  

Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas  ruft dringend zu Spenden für die Opfer der Überschwemmungen auf.

Spenden Sie online mit dem Spendenbutton oder mit dem Stichwort
"Fluthilfe Pakistan"  per Banküberweisung:

Caritas international Freiburg
Spendenkonto 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00.

In einem gemeinsamen Appell rufen die Deutschen Bischofskonferenz und der Rate der Evangelischen Kirche in Deutschland zur Flutopferhilfe der Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe in Pakistan auf. [weiter...]  
Am kommenden Wochenende (4./ 5. September) wird in allen katholischen Gottesdiensten eine Sonderkollekte zugunsten der Flutopfer abgehalten.

Das Deutschlandradio Kultur hat am 17. August 2010 ein Interview mit Dr Oliver Müller , Leiter von Caritas international zur Spendenbereitschaft für die Katastrophe in Pakistan ausgestrahlt. Sie können das Interview lesen oder anhören:


2. September 2010