Kosovo - Behindertenarbeit Prizren
Das Projekt - Förderung von Schwerbehinderten
Für Eltern von Kindern mit mehrfachen Behinderungen in Deutschland gibt es institutionalisierte Hilfe. Eltern im Kosovo fangen erst gerade an, Hilfe für ihre Kinder zu initiieren. Caritas international hilft ihnen dabei.
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| In der Schule gibt es auch für mehrfach behinderte Kinder ausreichend Möglichkeiten der individuellen Förderung |
Ein Kind mit einer schweren Behinderung oder Mehrfachbehinderung ist im Kosovo meist vom Besuch einer Schule ausgeschlossen. Auch für knapp zwanzig geistig behinderte Kinder in Tusus, einem Vorort von Prizren, war dies der Fall. Die Mütter, die vor Ort von der kosovarischen Hilfsorganisation HandiKos unterstützt werden, suchten nach einem Ausweg.
Caritas international bot als Lösung ein Förderprojekt, das in den Räumen der Mutter-Theresa-Schule seinen Platz gefunden hat.
An fünf Nachmittagen in der Woche werden die Kinder gesondert gefördert. Ziel ist ihre weitgehende Selbstständigkeit. Spielerisch lernen die Jungen und Mädchen alltägliche Anforderungen zu meistern. Partnerarbeit oder die Zusammenarbeit mit älteren Schülern hilft ihnen, sich in der sozialen Gemeinschaft zurechtzufinden.
Zu den Inhalten des Unterrichts gehören die praktischen Anforderungen des Alltags, die für die Kinder unüberwindlich scheinen. Die Erziehung in Bereichen wie Hygiene, Kleidung und Nahrung hilft ihnen, das eigene Verhalten in alltäglichen Situationen einzuüben. Andererseits umfasst ihr Unterricht aber auch Lesen und Rechnen. Hier orientiert sich das Projekt am Bildungsplan der Schule für geistig Behinderte. Vervollständigt wird das Förderprogramm mit Angeboten wie Gymnastik, Rhythmik und Sport sowie musischer und musikalischer Erziehung.
Die Eltern sind im Projekt integriert. Regelmäßig gibt es gemeinsame Aktivitäten im Rahmen des Förderunterrichts. Die Eltern erleben die Fortschritte ihrer Kinder und können sich auf die Veränderungen einstellen. So können die Mädchen und Jungen auch im Alltag zu Hause ihr neu erarbeitetes Stück Selbständigkeit leben.
Aber auch bei der Organisation des Unterrichts ist das Engagement der Familien gefordert. Es ist notwendig, dass sich die Eltern selbst um einen gemeinsamen Fahrdienst kümmern, der ihre Kinder in die Schule und wieder nach Hause zurück bringt.
Kinder in diesem Programm werden offiziell als Schüler anerkannt. Für einige Kinder erhöht sich die Chance, doch noch in eine benachbarte Sonderschule wechseln zu können.
Längerfristig soll dieses Projekt in staatliche Trägerschaft und Finanzierung überführt werden.
September 2009


