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Schwere Überschwemmungen in Osteuropa

Nach Polen, Ungarn und der Slowakei ist nun auch Russland betroffen

Die Fluten der Weichsel, Oder und Neiße haben Mitte Juni vorallem in Polen schwere Überschwemmungen verursacht. Inzwischen ist auch der Süden Russlands von extremen Witterungsbedingungen betroffen. Den heftigen Regenfällen des Frühsommers folgt nun eine bedrohliche Dürre.

20. Juli 2010. Der Süden Russland bekommt seit einigen Monaten die Folgen des Klimawandels zu spüren. Nach einem für diese Region extrem langen und kalten Winter kam es Ende März zu heftigen Überschwemmungen nach starken Regenfälllen und rasch einsetzender Schneeschmelze im Gebiet Rostow-am-Don und Wolgograd.

Mehrere Flüsse im Wolga und Donbecken sind über die Ufer getreten. In einigen Regionen wurde der Notstand ausgerufen; ganze Ortschaften mussten evakuiert werden. Das Wasser reichte in vielen Häusern bis an die Decke. Laut offiziellen Angaben des Katastrophenschutzes waren im Gebiet Wolgograd mehr als 2.000 Menschen und im Gebiet Rostow mehr als 700 Menschen von den Überschwemmungen betroffen.

Nach den Überschwemmungen wird der Süden Russland erneut von extremen Witterungsverhältnissen heimgesucht. Seit Wochen zeigt das Thermometer mehr als 30 Grad. In den Regionen Orenburg und Tatarstan musste bereits der Notstand ausgerufen werden. In einigen Gebieten wird das Trinkwasser knapp. In der Republik Tatarstan ist sogar die Noksa, ein Zufluss der Wolga, ausgetrocknet. In der Republik Mari El sind aufgrund von Trockenheit und Hitze Waldbrände ausgebrochen. In vielen Regionen vertrocknet die Ernte. Die Bauern befürchten Millionenverluste. Das Gebiet Astrachan wird seit Ende Mai von einer auch für die Steppenlandschaft der untern Wolga ungewöhnliche Heuschreckenplage heimsucht.Die Insekten drohen 50.000 Hektar Saatflächen kahl zu fressen. Ein Ende der ungewöhnlichen Hitzeperiode ist noch nicht abzusehen.

Die Caritas Saratow hat sich an Caritas international gewandt und um Unterstützung bei der Wiederherstellung des Wohnraums und Wiederbeschaffung von Hausrat für insgesamt 60 von der Überschwemmung betroffene Familien in den Gebieten Rostow und Wolgograd gebeten. Die lokale Caritas in Rostow-am-Don und Wolgograd koordiniert die Nothilfe.

Caritas international hat 66.000 Euro für die Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt.

Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn

Straz
Caritashelfer war auch bei der Sicherung von Deichen im Einsatz
Foto: Caritas international

Die schweren Regenfälle Mitte Juni 2010 hatten Flutwellen der Oder und Weichsel verursacht, die weite Landstriche überschwemmt hat. Tausende Menschen mussten Hals über Kopf fliehen. An verschiedenen Stellen sind die Dämme gebrochen. Durch die Wassermassen fanden nach der ersten Flutwelle zwölf Menschen den Tod, 30.000 Menschen mussten aus ihren Häusern evakuiert werden. 200 Deiche brachen, 250 Straßen wurden geschlossen. Die Strom und Gasversorgung brach zusammen. Viele Zugverbindungen mussten gestrichen werden. Allein in Polen werden die Schäden auf rund 2,5 Milliarden Euro geschätzt.

Die Caritas hat in den betroffenene Ländern die evakuierten Flutopfer mit warmen Mahlzeiten und Trinkwasser, Kleidung, Decken  und Medizin versorgt. Des weiteren hat Caritas den Familien Desinfektionsmitteln, Pumpen und Trocknungsgeräten, sowie Eimern, Reinigungsmitteln, Gummistiefeln, Nahrungsmitteln und Trinkwasser ausgegeben. 

Caritas engagiert sich derzeit in einem langfristigen Hilfsprogramm, das besonderes Augenmerk auf ältere und benachteiligte Menschen legt. Es enthält vor allem Wiederaufbau- und Renovierungsmaßnahmen.

Caritas international ruft zu Spenden auf:

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00
Spendenkonto 202
Stichwort: Fluthilfe Polen