Rehabilitation von Drogenabhängigen in Bangladesh
Das Projekt
Drogenabhängige werden in Bangladesch stigmatisiert und von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen. Ohne Hilfe von außen können sie kaum wieder Fuß fassen.
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| BARACA: Schild am Zentrum |
Die Caritas Bangladesch gründete bereits vor zwanzig Jahren ein Rehabilitationsprojekt für Drogenkranke mit dem Namen BARACA (Bangladesh Rehabilitation and Assistance Centre for Addicts).
In der Nähe der Hauptstadt Dhaka werden Drogenabhängige betreut, behandelt und beraten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas Bangladesch arbeiten mit dem Grundverständnis, dass die Drogenabhängigen nicht wie Kriminelle behandelt werden dürfen, sondern als suchtkranke Menschen ein Recht auf Würde und Hilfe haben. Unter dieser Prämisse konzipieren sie die Wiedereingliederung der Drogenabhängigen in die Gesellschaft. Um langfristige Erfolge sicherzustellen, beziehen sie wenn möglich das soziale Umfeld und die Familie in die Arbeit mit ein. Diese entwickeln mit den BARACA-Mitarbeiterinnen und den Betroffenen zusammen Strategien, wie man der verbreiteten Stigmatisierung und Diskriminierung der Drogenabhängigen entgegentreten kann.
Das Zentrum Baraca wird für viele Drogenabhängige zur Familie oder zur Wohngemeinschaft: Jeder beteiligt sich hier an der Hausarbeit, alles wird untereinander geteilt. Und wer die Möglichkeit hat, Geld für seine Therapie oder den Unterhalt zu zahlen, gibt, soviel wie er geben kann.
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| Trägt zum Unterhalt des Zentrums bei: Arbeit in der Einkommen schaffenden Maßnahme |
Begleitend zum Drogenentzug arbeiten die Patienten in Einkommen schaffenden Maßnahmen und tragen so zusätzlich zum Unterhalt des Zentrums bei. So werden auf dem Gelände eine Hühnerfarm, ein Reisfeld und eine Fischerei gemeinsam bewirtschaftet. In verschiedenen berufsfördernden Angeboten, wie zum Beispiel einem Computerkurs, können sich die Suchtkranken auf ihren Wiedereinstieg in die Arbeitswelt vorbereiten.
Der Zusammenhalt in BARACA ist groß: Sogar viele ehemalige Drogenabhängige fühlen sich noch stark mit dem Projekt verbunden. Sie helfen als Freiwillige weiterhin mit und kommen regelmäßig zu den Besuchstagen.
Seit 2006 ist in das Rehabilitationsprojekt auch ein Entgiftungszentrum integriert. Hier können jeden Monat 35 Abhängige ihren Drogenentzug schaffen. Nach der Entgiftung bleiben die Patienten ein halbes Jahr in der Rehabilitationstherapie, bevor die zweijährige Nachbetreuungsphase beginnt.
Aufgrund des alarmierenden Anstiegs von HIV- Infektionen unter den Abhängigen weitete Caritas das Programm auf Präventions- und Aufklärungsarbeit aus. Mit Unterstützung des Bildungs- und Gesundheitsministeriums bietet BARACA vor allem in den Schulen verstärkt Aufklärungs- und Beratungsarbeit an. Die Erfahrungen der Patienten fließen in die Workshops ein, denn sie wissen am Besten, wo eine effektive Prävention ansetzen muss.
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| Workshop der Netzwerkpartner mit dem BARACA-Fachberater Efrem Miölanese |
Bereits 2006 wurde ein niederschwelliges "Drop-in-Center" eröffnet. Das Kontakt- und Beratungszentrum in Dhaka soll den Drogenabhängigen den ersten Schritt zum Entzug erleichtern und gleichzeitig Raum bieten, über die HIV-Infektionsgefahren aufzuklären. Zudem hat das Zentrum in den letzten Jahren verstärkt begonnen, neben stationären Angeboten für Entgiftung und Therapie auch niederschwellige Angebote zur Prävention von HIV/AIDS für Straßenkinder und Prostituierte zu organisieren.
Die Erfahrungen und Therapieverfahren des Pilotprojekts BARACA werden nach und nach als Modell von weiteren Drogenprojekten in Asien übernommen. Dazu gründete BARACA ein Netzwerk mit anderen Nichtregierungsorganisationen, die im Bereich Drogen und AIDS engagiert sind.
BARACA führt regelmäßig Fortbildungsseminare für seine Netzwerkpartner durch.
Projektkoordinatoren von BARACA tauschten im Januar 2009 ihre Erfahrungen auf der Internationalen Caritas-Drogenkonferenz in Berlin mit anderen Experten und Expertinnen aus.
August 2011




