Rehabilitation von Drogenabhängigen in Bangladesch
Die Situation
Mangelnde Bildung und der einfache Zugang zu harten Drogen führten in den letzten Jahren in Bangladesch zu einem enormen Anstieg von Drogenabhängigkeit.
Bangladesch liegt im Deltabereich der Flüsse Ganges und Brahmaputr und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Land ist
der am dichtesten besiedelte Flächenstaat der Erde. Um die Bevölkerung zu ernähren, ließ die Regierung hektarweise Wälder
roden, wo nunmehr Reis angebaut wird.
Allerdings wird jährlich ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche während der Regenzeit derart überschwemmt, dass selbst
Reis nicht gedeihen kann. Die Klimabedingungen hemmen die Wirtschaft des Landes stark.
Die Analphabetenrate ist hoch: 60 Prozent der Männer und 70 Prozent der Frauen können weder lesen noch schreiben. Knapp 80 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze von einem Dollar pro Tag. Da ein Ausweg aus dieser extremen Armut kaum in Sicht ist, hoffen viele, durch den Konsum von Drogen die Perspektivlosigkeit des Alltags zu vergessen.
Bangladesch liegt als Nachbarland von Myanmar direkt am "Goldenen Dreieck" der Heroin und Opium herstellenden Staaten - und damit auf einem der großen Transportwege des internationalen Drogenhandels. Die meisten Drogen, speziell das besonders gesundheitsbelastende Heroin, kommen über die Grenze aus Myanmar oder Nordost-Indien. Nur ein kleiner Teil wird in den bergigen Grenzregionen Bangladeschs selbst angebaut. Durch den einfachen Zugang zu Heroin stieg der Drogenkonsum in Bangladesch in den vergangenen Jahren stark an.
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| In der Hauptstadt Dhaka leben 7000 Menschen pro Qudaratkilometer |
| Foto: Caritas international |
Die staatliche Politik setzt auf halbherzige und ineffiziente polizeiliche Angebotskontrolle und in geringem Umfang auf medizinische
Entgiftungsangebote, um die Nachfrage zu verringern. Ein schlüssiges staatliches Suchthilfeprogramm fehlt in Bangladesch.
Nur ein Bruchteil der zirka fünf bis sieben Millionen Suchtkranken in Bangladesch kann in den wenigen existierenden Einrichtungen
therapiert werden.
Ein Großteil der Drogenabhängigen lebt in der Hauptstadt Dhaka. Die Abhängigen, meist junge Männer zwischen 15 und 40 Jahren,
verabreichen sich die Drogen intravenös. 93 Prozent von ihnen benutzen ihre Nadeln zur Injektion mehrfach und teilen sie sich
mit anderen. Diese verunreinigten Spritzen gehören zu den Hauptübertragungswegen für HIV.
Drogenabhängige stehen auch in Bangladesch außerhalb der Gesellschaft. Sind sie zudem HIV-infiziert, gelten sie in der traditionellen
Gesellschaft Bangladeschs als unrein. Ohne Hilfe von außen haben sie keine Chance, in ein geordnetes Leben zurückzukehren.
August 2011



