Ukraine: Jugendsozialarbeit mit Straßenkindern
Die Situation
Mehr als ein Drittel der Bevölkerung der Ukraine lebt in existenzieller Not. Eines der wohl traurigsten Zeichen der Armut sind Tausende von Straßenkindern. Viele von ihnen leben in Kanälen, U-Bahnschächten und Kellern .
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| Bittere Realität: Schlaflager von Kindern in der Kanalisation |
Die wirtschaftliche Situation in der Ukraine ist nach wie vor für viele Familien sehr schwierig. Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholmissbrauch und Gewalt prägen den Alltag am Rande des Existenzminimums.
Mit minus 15 Prozent verzeichnete die Ukraine 2009 den höchsten Rückgang des Bruttosozialproduktes, die Industrieproduktion
sank sogar um über 20 Prozent. In ländlichen Regionen ist inzwischen jeder Fünfte arbeitslos. Die Armut hat viele Gesichter.
Das der bettelnden, schlecht ernährten und verwahrlosten Straßenkinder ist eines davon.
Um zu überleben, sehen die Kinder oft keinen anderen Weg als sich zu nehmen, was sie zum überleben brauchen - oder sich zu
prostituieren. Oft leiden sie an Hunger und Krankheiten. Um ihrem tristen Alltag zu entkommen und den Hunger nicht zu spüren, schnüffeln
einige Kinder regelmäßig Klebstoff.
Bei einer Arbeitslosenrate von bis zu 40 Prozent und keinerlei Sozialhilfe schaffen es manche kinderreichen Familien nicht,
alle Kinder gut zu ernähren. So entschließen sich Kinder, von zu Hause wegzulaufen. Es kommt immer wieder vor, dass eine Mutter
keinen anderen Ausweg sieht, als ihr Kind nach der Geburt im Krankenhaus einfach zurück zu lassen.
Rund 43.000 Kinder und Jugendliche leben in der Ukraine offiziell ohne Obdach, die Hälfte von ihnen in staatlichen Heimen,
die andere Hälfte auf der Straße. Diese Zahl ist erschreckend hoch: Zehntausende Minderjährige sind ohne Perspektive, wachsen
in Armut auf und drohen, zu verwahrlosen.
Mit minus 15 Prozent verzeichnete die Ukraine 2009 den höchsten Rückgang des Bruttosozialproduktes, die Industrieproduktion sank sogar um über 20 Prozent. In ländlichen Regionen ist inzwischen jeder Fünfte arbeitslos. Diese soziale Misslage und die Tatsache, dass viele Ewachsene in die Arbeitsmigration gehen mussten, macht sich schließlich auch bei den Kindern bemerkbar.
September 2011


