Orhan Miftari, Caritas Kosovo
Leiter der sozialen Projekte in Prizren
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"Ich arbeite seit 1999 für die Caritas Kosovo", erzählt Orhan Miftari, der 1973 als Sohn einer albanischen, muslimischen Familie
in Kosovo geboren wurde. "Die Caritas Kosovo wurde nach dem Krieg gegründet. Ich war der zweite einheimische Mitarbeiter.
Schon 1990 hatten sich die schwelenden Konflikte zugespitzt, als die Regierung in Belgrad alle Schulen für albanisch-sprechende
Schüler schließen ließ. Ziel war die zwangsweise und vollständige Assimilierung der albanischen Minderheit im Kosovo. Danach
wurde der Unterricht privat organisiert. Die Lehrer unterrichteten uns zu Hungerlöhnen in Privathäusern und Moscheen. Kurz
vor Ausbruch des Krieges flohen meine Eltern mit meinen jüngeren Geschwistern in die Türkei. Ich blieb in Prizren zurück.
Das Jahr 1999 war ein einziger Albtraum bis zu dem Tag, als zwei UN-Panzer in die Stadt fuhren. Das war der Tag des Friedens.
Kurz darauf traf ich meinen ehemaligen Englisch-Lehrer. Er fragte mich, ob ich ein Auto hätte, fahren könne und für die Caritas
Kosovo arbeiten wolle. So fing es an. Inzwischen betreue ich die sozialen Projekte der Caritas Prizren, darunter die "Mutter
Teresa Gehörlosenschule" sowie eine Kindertagesstätte für behinderte und nicht-behinderte Kinder. Unser Ziel ist, die Behindertenhilfe
der Caritas im Kosovo in den nächsten Jahren weiter aus zu bauen und zu professionalisieren. Dabei geht es uns unabhängig
von Religion und Nationalität um ein gleichberechtigtes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung!"
[Mehr zur Arbeit der Caritas im Kosovo]