Bangladesch: Nothilfe und Wiederaufbau nach dem Tropensturm
Das Projekt
Dank der Katastrophenprävention konnten im November 2007 Hunderttausende von Menschenleben gerettet werden, als der Zyklon "Sidr" über Bangladesch tobte. Doch das Unwetter hatte eine Schneise der Verwüstung geschlagen und zerstörte die Lebensgrundlage der betroffenen Bevölkerung.
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| Mann mit Hilfsgütern der Caritas |
Unmittelbar nach dem Tropensturm im November 2007 hat Caritas Bangladesch mit der Nothilfe für rund 38.000 Menschen in der
Region Barisal in den Distrikten Barguna und Patuakhali begonnen. Etwa Hunderttausend sind im ganzen Land durch den Sturm
obdachlos geworden und haben ihre Lebensgrundlage verloren. Caritas Bangladesch begünstigt mit dem Nothilfeprojekt in erster
Linie diejenigen, die zu den Ärmsten der Bevölkerung zählen: Tagelöhner, Frauenhaushalte mit vielen Kindern, Haushalte mit
behinderten Mitgliedern und Familien in schwer zugänglichen Regionen.
Die meisten der Menschen haben nur ihr nacktes Leben retten können. Hausrat, Werkzeuge und Vieh sind in den Fluten versunken.
Die Felder wurden zerstört und die kommende Ernte vernichtet. Eine große Zahl der Überlebenden ist somit bis auf weiteres
von Nahrungsmittelhilfe abhängig. Schon in den ersten beiden Wochen nach dem Sturm verteilte Caritas rund 7.500 Nahrungsmittelpakete
an bedürftige Familien: Zehn Kilo Reis, zwei Kilo Linsen, ein Kilo Salz und ein Liter Öl pro Paket. Nach der Katastrophe sind
die Preise für Grundnahrungsmittel stark gestiegen und so hat Caritas Bangladesh auch im Januar 2008 weitere 2.000 Nahrungsmittelpakete
verteilt. Insgesamt wurden etwa 11.000 Haushalte mit Lebensmitteln versorgt.
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| Cash for Work in Bangladesch |
Für die langfristige Hilfe hat Caritas Bangladesch ein "Cash for Work"(Geld für Arbeit) Programm initiiert. Caritas zahlt
den Lohn für rund 3.000 Betroffene, die sich an den Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau nach dem Zyklon beteiligen: Die Fischteiche
müssen gereinigt werden, Straßen und andere Infrastruktur wieder instand gesetzt werden. Für viele ist dies die einzige Möglichkeit
Geld zu verdienen, um ihre Familien zu ernähren und die Zeit bis zur nächsten Ernte zu überbrücken.
Daneben wird der Wiederaufbau von 500 Häusern und 500 Latrinen organisiert. Caritas stellt den ausgewählten Familien hochwertige
Baumaterialien zur Verfügung. (für ein Haus im Wert von rund 153 Euro und für die Latrinen rund 21 Euro). Etwa acht Tage dauert
der Bau des stabilen Fundaments für die einfachen Häuser und nach weiteren 14 Tagen können die Familien ihre Unterkunft beziehen.
Caritas Bangladesh führt in den Zielregionen seit mehreren Jahren Katastrophenvorsorgeprogramme durch und ein großes Anliegen
der Caritas ist, so viele Bewohner der Region wie möglich miteinzubeziehen. Bereits funktionierende Gruppen und Verantwortliche
innerhalb der Dörfer unterstützen und organisieren die Programme. Sie haben sich zu 15 Katastrophenvorsorge-Komitees zusammengeschlossen.
Die Komitees koordinieren die Projektmaßnahmen wie Cash-for-Work-Aktivitäten und den Haus- und Latrinenbau. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, die Menschen in den Gemeinden über die Gefahren in einem Katastrophenfall zu informieren und
sie im Notfall in die Schutzbauten zu evakuieren.
Ein wichtiger Punkt in der langfristigen Hilfe ist es, die Menschen zu befähigen, für sich selbst zu sorgen. So hat Caritas Bangladesch 1.150 Familien Fischerboote, Netze, Saatgut oder Vieh zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Die Begünstigten diskutieren die Auswahl und Verteilung gemeinsam mit den dörflichen Gruppen und Caritas Mitarbeitern. Der Kauf der Waren erfolgt gemeinsam auf den lokalen Märkten.
Die Caritas hat 15.649 Familien, das sind etwa mehr als 78.000 Menschen, im ersten Halbjahr 2008 unterstützt. Insgesamt aber profitieren indirekt etwa 4,7 Millionen Menschen im Lande durch die Maßnahmen der Caritas.
Mit finanzieller und fachlicher Hilfe von Caritas international setzt die Caritas Bangladesh ihre Arbeit auch nach der ersten Nothilfe fort und weitet die Programme aus. Die Arbeit der Caritas wird mit 640.000 Euro von der Europäischen Kommission für Humanitäre Hilfe (ECHO) unterstützt.
August 2008



