Katastrophenhilfe und langfristiger Wiederaufbau
Situation nach dem Erdbeben in Peru
Es war der 15. August 2007: Um 06:40 am Morgen bebt in Ica, rund 110 Kilometer Luftlinie südwestlich von Lima, die Erde. Unzählige Gebäude stürzen ein und begraben 519 Menschen unter den Trümmern. Die Überlebenden schauen in eine ungewisse Zukunft: 60.000 Menschen sind obdachlos, mehrere tausend sind verletzt. Sie leiden nicht nur unter Blessuren am Körper, auch ihre Seelen tragen Wunden. Die Katastrophe hinterlässt ein Chaos - Caritas steht den Menschen mit schneller Hilfe zur Seite und bleibt auch nach der Katastrophe vor Ort, um das zerstörte Land wieder aufzubauen und die Situation langfristig zu verbessern.
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| Schäden in Pisca nach dem Erdbeben |
Als das Beben mit der Stärke 7,9 auf der Richterskala die Küstenregion Perus erschüttert, kann Caritas international durch
die peruanische Caritas als etabliertem Partner vor Ort schnell und effizient Hilfe leisten. Mitarbeiter/innen und Freiwillige
versorgen Obdachlose mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Decken, sie verteilen Kleider, Zelte, Matratzen und Medikamente unter
den Bedürftigen. Insgesamt 1.600 Tonnen Hilfsgüter kommen den Notleidenden allein innerhalb des ersten Monats zu Gute.
In 300 Zelten finden Menschen vorübergehend eine Notunterkunft, die zuvor ungeschützt im Freien schlafen mussten - und das
bei nächtlichen Temperaturen von gerade mal 10° Celsius. Caritasmitarbeiter/innen verteilen in den 1.000 Gemeinschaftsküchen
der Caritas warme Mahlzeiten für die Obdachlosen. Mit Proteinen und Vitaminen für 4.000 Kleinkinder, der medizinischen Behandlung
von circa 500 Patienten und der Finanzierung von rund 7.500 Laboruntersuchungen ergreift die Caritas Vorsorge-Maßnahmen vor
drohenden Krankheiten.
Außerdem unterstützt sie bis zur Phase des Wiederaufbaus 700 Familien mit weiterverwertbarem Baumaterial und engagiert Fachleute,
die den Wohnungslosen helfen, Behelfsunterkünfte zu errichten. Die Hilfe konzentriert sich auf abgelegene Dörfer und kleinere
Stadtteile im Umland der Zentren, wo 90 Prozent der Gebäude zerstört wurden. Denn staatliche Nothilfe erreichte größtenteils
nur die Ballungsräume wie Pisco oder Ica.
Als Organisation im offiziellen Katastrophenhilfe-Komitee kann Caritas Peru die Hilfsmaßnahmen im Erdbebengebiet koordinieren. Ein großer Vorteil der Caritas: Schon vor dem Erdbeben war sie als katholische Organisation in dem südamerikanischen Staat tief verwurzelt - als Akteur in der Nothilfe wird ihr daher großes Vertrauen seitens der Bevölkerung geschenkt. Rund 200 freiwillige Helfer sind unermüdlich im Einsatz um den Menschen beizustehen. Eine inländische Solidaritätskampagne bringt Sachspenden im Wert von fast einer Million Euro.
Ihre Verlässlichkeit stellt die Caritas Peru auch nach der Katastrophe unter Beweis. Denn sie bleibt als Partner vor Ort, als der Fokus in den Medien längst nicht mehr dem Andenstaat am Pazifik gilt.
Inzwischen stehen dort, wo einst nur Trümmer übrig blieben, wieder feste Mauern, die den Ärmsten der Region Heimat und Zuflucht spenden: Für 280 Familien stellt Caritas international Baumaterial bereit. Daneben entstehen Gemeindezentren, die multifunktional einsetzbar sind und dabei helfen, die zerstörte Infrastruktur zu kompensieren. Fachpersonal vermittelt der Bevölkerung Kenntnisse im erdbebensicheren Bauen. Zudem vergibt Caritas Peru wirtschaftliche Starthilfen für die marode Wirtschaft und steht verarmten Bauern zur Seite, die nach dem Erdbeben vor dem Nichts standen. Sie erhalten Saatgut, Dünger und Kleinvieh.
Mit einem Wiederaufbau-Programm setzt Caritas international langfristig in der von Erdbeben gefährdeten Region an - damit beim nächsten Beben weniger Betroffene unter der Katastrophe leiden müssen.
April 2009

