Europa  

Spende

Ukraine: Jugendsozialarbeit mit Straßenkindern

Kinder aus der Ukraine - zum Beispiel: Jelena

Viele Familien leben in bitterer Armut, Arbeitslosigkeit und häuslichen Konfliktsituationen. Jelena ist eines von vielen Mädchen, für die wieder kleine Freiräume und Perspektiven im Alltag auftauchen.

Ein Mädchen steht mit ihrem kleinen Bruder in der 15- Quadratmeter-Wohnung
Jelena (Name geändert) mit ihrem Bruder
Foto: Petra Merkle

Schüchtern lächelt die 14-jährige Jelena (*Namen geändert). Die 15 Quadratmeter große Wohnung, die sie derzeit mit ihrer Mutter und dem kleinen Bruder bewohnt, erlaubt keine Privatsphäre, keinen Rückzug. Trotz der beengten Verhältnisse ist vieles so viel besser geworden in den letzten drei Jahren, seit das Jugendamt die Caritas auf die Familie aufmerksam machte.

Damals fand Yaroslav, der Caritas-Arzt und Psychologe, bei seinem ersten Hausbesuch ein einziges Chaos vor. Jelenas Mutter und ihr Lebensgefährte waren arbeitslos und alkoholkrank. Die insgesamt sechsköpfige Familie hauste auf 15 Quadratmetern in einem ehemaligen Arbeiterwohnheim mit Gemeinschaftsküchen und Etagen-Toiletten. Die vier Kinder, darunter der heute 17-jährige geistig behinderte Dimitriy und der 5-jährige Vasily, machten einen völlig verwahrlosten Eindruck.

Das Team der Caritas aus Lemberg kümmerte sich intensiv um die Familie. Jelenas ältere Schwester ist inzwischen ausgezogen. Dimitriy lebt in einem Heim und kommt nur am Wochenende zu Besuch. Jelenas Mutter hat eine feste Arbeit gefunden. Jelena und Vasiliy gehen jeden Tag ins Caritas-Zentrum, das als Anlaufstelle für rund 80 Kinder und Jugendliche wochentags von 8 bis 20 Uhr geöffnet ist. Jelena nimmt an der Hausaufgabenhilfe und den Computerkursen teil. Ihre Mutter kommt gerne ins Caritas-Zentrum und hilft bei der Hausarbeit. Denn, meint sie lächelnd, sie sei hier „erzogen“ worden.

September 2011

Zum Beispiel: Sergej

Sergej ist eines der Straßenkinder von Donetsk, das sich den Weg zu einer besseren Perspektive gesucht hat. Hilfe dabei findet er im Jugendprojekt der Caritas. 

Junge in Dontesk
Serjej ist beim Straßenkinderprojekt aktiv dabei
Foto: Caritas international

Sergej ist 23 Jahre alt. Seine Mutter starb, als er vier Jahre alt war. Zunächst wurde er vom Bruder seiner Mutter aufgenommen, der ihn jedoch regelmäßig prügelte. Mit sechs Jahren ist er dann von zu Hause abgehauen und blieb bis zum 12. Lebensjahr auf der Straße. Dann musste er in ein Heim und machte mit 18 seinen Schulabschluss.

Seitdem ist er ununterbrochen auf der Straße: "Ohne Mutter bin ich überall auf der Straße."

Im Heim fühlte er sich sehr einsam, auch bei insgesamt 300 Heimkindern. Er wurde geschlagen und von anderen Kindern angefeindet. Sein Traum: eine eigene Wohnung und eine eigene Familie. Dafür braucht er Dokumente und die Unterstützung der Caritas. Auf die Frage, was er selbst für die Realisierung seines Traumes tun müsste, antwortet er: "Ich muss mich halt zusammenreißen."

August 2008


Weitere Infos zum Thema »Ukraine - Straßenkinder«