Afrika  

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Burundi: Neue Hoffnung für Aidskranke im Centre Nouvelle Espérance

Die Situation

Die Immunschwächekrankheit HIV/Aids ist im zentralafrikanischen Burundi, einem der ärmsten Länder weltweit, eine der häufigsten Todesursachen. Armut und mangelnde Bildung tragen zu der Verbreitung des HI-Virus bei.

Karte Burundi

Anfang des Jahrtausends gab es 360.000 HIV-infizierten Menschen in Burundi. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind die meisten von ihnen inzwischen verstorben - fast alle ohne Wissen über ihre Krankheit.  Die Behandlungsmöglichkeiten und das Bewusstsein über die Krankheit haben sich heute deutlich verbessert. Dennoch ist nach einem hoffnungsvollen Rückgang der Erkrankten auf 110.000 im Jahre 2009 die Infektionsrate jetzt wieder angestiegen. Viele Menschen nehmen die Möglichkeit eines Testes nicht in Anspruch, weil sie sich davor fürchten, dass die Familien das Testergebnis erfahren – und mit Ausschluss oder Verstoß reagieren.

Das Leben in dem zentralafrikanischen Land ist für viele Menschen noch immer bestimmt durch die Folgen der Kriege und gewaltsamen Konflikte von 1972 und seit Mitte der 1980er Jahre. Sie hatten viele Hunderttausend das Leben gekostet, mehrere Hunderttausend waren in die Nachbarländer geflohen und sind nach ihrer Rückkehr ohne Land und Geld. Fast jede Familie in Burundi, das so groß ist wie Belgien und rund acht Millionen Einwohner/innen zählt, hatte Opfer des Krieges zu beklagen. [mehr...]

Auf dem Markt

Markt in einem der Elendsviertel von Bujumbura /Burundi
Foto: Caritas international

Zwar hat sich in den letzten vier friedlichen Jahren die Sicherheitslage deutlich stabilisiert. Von einer wirtschaftlichen Erholung ist Burundi noch weit entfernt, und die soziale Unsicherheit ist groß: Nur jedes zweite Kind in Burundi kann die Schule besuchen, die Lebenserwartung liegt bei 50 Jahren (weltweit bei 68 Jahren), die Müttersterblichkeit ist eine der höchsten der Welt. Das Land ist auf die Einfuhr von Nahrungsmitteln angewiesen. Gegenüber den Vorjahren hat das Ausmaß des Hungers sogar zugenommen.

Je ärmer ein Land, desto schlechter ist oft die Gesundheitsversorgung – und je schwieriger ist es für die Menschen, die unter Hunger, Arbeitslosigkeit und mangelnden hygienischen Verhältnissen leben, sich vor dem Virus zu schützen. Jeder 15. Erwachsene ist HIV-positiv oder an Aids erkrankt. Die Rate ist bei Frauen deutlich höher als bei Männern. Fehlende Aufklärung – weil die Kinder nicht in die Schule gehen können – oder fehlende Vorbeugung – weil die Gesundheitsstationen schlecht ausgerüstet sind und ausgebildetes Personal fehlt, tragen zu einer Verbreitung des Virus bei.

Da jährlich zwischen 15.000 und 18.000 HIV-positive Frauen ein Kind zur Welt bringen, ist es wichtig, einer Übertragung des Virus von der Mutter auf das Baby vorzubeugen. Für eine wirkungsvolle Vorbeugung fehlen oft die Mittel. Der Nationale Aids Rat Burundis gab an, dass allein rund 83 Millionen Dollar fehlten, um die Fünfjahresprogramme durchzuführen, die bis 2011 zur Vorbeugung, Aufklärung und zur Versorgung der Aidskranken vereinbart wurden.

In Burundi leben über 200.000 Kinder, die als Aidswaisen bezeichnet werden: Jungen und Mädchen unter 16 Jahren, deren Eltern an den Folgen von Aids gestorben sind. Für das kleine zentralafrikanische Land, das zu den ärmsten der Welt gehört, ist es schwierig, diesen Kindern eine gute Zukunft und gerechte Lebensperspektiven zu bieten.

Dezember 2011

 


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