Burundi: Neue Hoffnung für Aidskranke im Centre Nouvelle Espérance
Porträts
Fabién, der Viehzüchter, und André, der Fahrradhändler sind zwei der Patienten im Centre Nouvelle Espérance. Dank der Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten können sie wieder für sich selbst sorgen.
Fabién, Patient und Viehzüchter
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Fabién und seine Familie sind Patienten im Nouvelle Espérance. Seine Frau und eines der vier Kinder sind schon vor Jahren an Aids gestorben - wie so viele, die noch nicht mit antiretroviraler
Therapie behandelt werden konnten. Fabién selbst war zu diesem Zeitpunkt schon HIV-positiv, aber die Krankheit ist erst ausgebrochen,
als die lebensrettenden Medikamente bereits zur Verfügung standen. Auch die älteste Tochter bekommt ARV-Medikamente. Voller
Stolz erzählt Fabién, dass sie in der sechsten Klasse ist - keine Selbstverständlichkeit, denn nur jedes zweite Kind in Burundi
geht zur Schule.
Fabién lebt mit den Kindern zusammen in einer der Siedlungen am Stadtrand von Bujumbura, die aus einem Flüchtlingscamp entstanden
ist. Nachdem 2005 der Krieg in Burundi für beendet erklärt wurde, ist das ehemalige Camp zu einer der größten Armutssiedlungen
der Hauptstadt angewachsen. Fabién verträgt die Therapie gut. Regelmäßig besuchen Mitarbeiter aus dem Centre Nouvelle Espérance die Familie zur medizinischen Untersuchung und unterstützt sie bei Alltagsproblemen.
Im Zentrum hat Fabién an einem der Landwirtschaftskurse teilgenommen und gelernt, wie man Nutztiere hält und züchtet. Sein
Ziel war, sich und die Kinder möglichst unabhängig von fremder Hilfe ernähren zu können. Zum Einstieg in die kleine Tierzucht
hat er eine Ziege bekommen. Bisher ist alles planmäßig verlaufen: Nach dem ersten Wurf hat er ein Zicklein an Nouvelle Espérance zurückgegeben, damit ein anderer Patient seinem Beispiel folgen kann. Inzwischen hat die Mutterziege schon mehrmals Junge
bekommen, und er konnte sich noch zwei Hasen dazukaufen.
André, Patient und Fahrradhändler
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Auch André nimmt die antiretrovirale Medikamente, seit bei ihm Aids ausgebrochen ist. Vor der Therapie schon litt er an diversen
Sekundärinfektionen, die ihm das Arbeiten unmöglich gemacht hatten.
André hat in einem der Handwerkskurse bei Nouvelle Espérance Zweiradmechanik gelernt und im "Geschäftsviertel" seiner Siedlung in Bujumbura eine kleine Werkstatt mit Ersatzteil-Verkauf
aufgebaut. Inzwischen hat er schon eine Dépendance auf dem Markt in der Stadtmitte eröffnet, in der sein Cousin mitverdienen
kann. Dort aber möchte André nicht besucht werden, denn seine Klienten in der Stadt sollen nicht erfahren, dass er aidskrank
ist. Trotz der extrem hohen HIV-Rate in Burundi werden Aidskranke nach wie vor häufig ausgegrenzt und stigmatisiert.
November 2007



