Klimakonferenz in Kopenhagen  

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Ein Klima der Gerechtigkeit

Caritas engagiert sich weltweit für den Schutz des Klimas

Caritas international erlebt in vielen Regionen der Erde eine deutliche Zunahme an Naturkatastrophen. Prävention und Katastrophenvorsorge werden immer bedeutsamer. Besser wäre es allerdings, wenn die Industriestaaten so umweltfreundlich leben würden, dass das globale Klima wieder zu einem Gleichgewicht finden würde.

Dürre in Kenia Denge Galgalla
Dürre in Denge Galgalla/ Kenia
Foto: Richard Wainwright/Caritas England (cafod)

"Climate Justice" (Klimagerechtigkeit) lauten Motto und Forderung, mit denen das weltweite Netzwerk Caritas Internationalis nach Kopenhagen zur UN-Klimakonferenz reist. Es ist ein Slogan, der auf den ersten Blick irritiert. Denn das Klima kann nicht gerecht sein. Sonne, Regen, Wind und Eis gehorchen physikalischen Gesetzen, nicht aber ethischen. Hier finden Sie die Broschüre "Klimagerechtigkeit"   von Caritas international als Pdf-Download.

Erst mit dem durch den Menschen verursachten Klimawandel bekommt das Thema auch eine ethische Dimension. Denn unbestritten ist, dass die für den Prozess verantwortlichen "Klimagase" vor allem in den Industriestaaten entstehen. Genauso unbestritten ist, dass die Folgen der klimatischen Veränderungen vor allem die Menschen und Regionen treffen, die weder durch Automobilverkehr noch durch Industrieanlagen in erwähnenswertem Umfang das Weltklima erwärmen.

Mehr als jemals zuvor verursacht menschliches Handeln Katastrophen. Wenn wir in den Industriestaaten fast ungebremst immer mehr Energie verbrauchen und Klimagase produzieren, die die Temperaturen steigen lassen, dann tragen wir auch die Verantwortung für die Folgen. Anders als bei einem klassischen Unfall lassen sich beim Klima die maßgeblichen Faktoren und damit die Verantwortlichkeiten nicht genau definieren. Niemand weiß, wie groß die Verantwortung der Deutschen, Amerikaner oder Chinesen dafür ist, dass in Ostafrika die Regenzeit ausbleibt, dass in den Anden die Gletscher schwinden oder dass die Philippinen immer häufiger von Taifunen heimgesucht werden. Ausführlicheres finden Sie im Positionspapier "Anforderungen an eine gerechte und nachhaltige Klimapolitik " zu den Folgen des Klimawandels aus entwicklungspolitischer Sicht von VENRO (ein freiwilliger Zusammenschluss von rund 100 deutschen Nichtregierungsorganisationen).

Zyklon Schutzbau
Hochwasser-Schutzbau in Bangladesch

Insofern geht es in Kopenhagen und darüber hinaus darum, eine gerechte Struktur zu schaffen, mit der die Folgen des Klimawandels abgemildert werden können. Eine Regelung zu finden, nach der besonders betroffene Menschen und Regionen entschädigt werden - und zwar durch diejenigen, die hauptsächlich für den Klimawandel verantwortlich sind. Es geht um ein Klima, in dem die Industriestaaten ihr eigenes Handeln reflektieren und ändern; sprich: den Kohlendioxid-Ausstoß verringern, indem sie ihre Verkehrs-, Energie- und Industriepolitik ändern.

Der Deutsche Caritasverband ist auf vielen dieser Felder aktiv. Caritas international, das Hilfswerk der Deutschen Caritas, unterstützt weltweit Projekte zur Katastrophenprävention. In Bolivien, wo in den Hochlagen die Gletscher schmelzen und im Tiefland Überschwemmungen die Folge sind, wird ein Frühwarnsystem installiert. Gleichzeitig entwickeln die Dorfbewohner/-innen gemeinsam mit Fachleuten neue, angepasste Methoden der Landwirtschaft, der Wasserwirtschaft und des Katastrophenschutzes . Auch in Bangladesch unterstützt Caritas international Projekte zur Katastrophenprävention, um die Menschen vor den häufiger werdenden Stürmen und Fluten zu warnen und ihnen Schutzräume zu bieten.

Diese Form der Unterstützung und Prävention kann freilich nur ein Teil der Arbeit sein. Wichtiger ist, die Zahl der klimabedingten Katastrophen zu reduzieren. Oder zumindest, den Klimawandel in Grenzen zu halten. Der Deutsche Caritasverband ist auch auf diesem Feld aktiv. Zum Beispiel mit dem "StromSparCheck ", einem Projekt, bei dem Caritas mit dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) kooperiert. In 70 Standorten führen 750 ausgebildete Stromsparhelfer zunächst einen Stromspar-Check in einkommensschwachen Haushalten durch; sie messen die Verbrauchswerte von Waschmaschinen, Elektroherden, Kühlschränken, Lampen, Computern, Warmwasserbereitern oder Fernsehgeräten und geben qualifizierte Tipps, wie sich der Verbrauch mit einfachen Mitteln senken lässt. Und die Stromsparhelfer bauen kostenlos Energiesparlampen, Wasserperlatoren, TV-Abschalter oder schaltbare Steckerleisten ein. Am Ende sparen die Haushalte dadurch rund 20 Prozent der Stromkosten ein und verbrauchen dementsprechend weniger CO² .

Der Klimawandel ist ein globales Problem, weil die Abgase in den Zentren von Industrie und Handel zu Dürren, Fluten und Stürmen in Regionen führen können, die tausende Kilometer entfernt sind. Um seine Auswirkungen abzumildern, bedarf es einer guten, weltweit organisierten Zusammenarbeit und eines funktionierenden Netzwerks. Bei der Caritas kooperieren mehr als 160 nationale Caritas-Organisationen. Sie haben dabei ein Klima gegenseitigen Vertrauens geschaffen. Beste Voraussetzungen also für Fortschritte im Klimaschutz und für mehr globale Gerechtigkeit - für "Climate Justice".

Auch im "Katholischen Arbeitskreis Not- und Katastrophenhilfe" (KANK), wo die Caritas die Geschäftsführung innehat, setzt sich Caritas international für Opfer des Klimawandels ein.