Kosovo- Behindertenarbeit Prizren
Das Projekt Frühförderung
Unter Frühförderung versteht man pädagogische und therpeutische Maßnahmen für Kinder mit Behinderungen von ihrer Geburt bis zum Schuleintritt.
![]() |
| Je früher die Behinderung eines Kindes erkannt wird, desto besser kann es auf seinem Weg zur Entfaltung seiner Möglichkeiten gefördert werden. |
| Foto: Caritas international |
Manche Behinderungen sind nicht sofort bei der Geburt erkennbar. Häufig tun sich Eltern schwer, eine Entwicklungsverzögerung ihrer Kinder wahrzunehmen und anzunehmen. Dies ist für die spätere Entwicklung der Kinder aber sehr wichtig. Je früher ein Kind individuell in den Bereichen Wahrnehmung und Motorik gefördert wird, desto eigenständiger kann es im späteren Leben werden.
Gerade einkommensschwache Familien brauchen Unterstützung bei der Förderung ihrer Kinder. 2008 hat die Caritas Kosovo daher eine Frühförderstelle für die betroffenen Eltern eingerichtet, in der sie Hilfe erfahren. Krankenschwestern und Sozialarbeiter/innen der Caritas untersuchen die Kinder und beraten die Eltern ausführlich über die Möglichkeiten der Förderung. Sie geben Hilfestellungen für die Behandlung und Erziehung der Kinder. Logopädische und physiotherapeutische Behandlungen finden in Kleingruppen statt.
Um möglichst viele Menschen zu erreichen versuchen die Sozialarbeiter/innen so flexibel wie möglich zu arbeiten. Deshalb gehen sie auch zu den Familien nach Hause, denn aufgrund der Grad der Behinderung, unzureichenden finanziellen Mitteln und der schlechten Infrastruktur ist es nicht allen möglich in die Frühförderstelle zu kommen.
In Treffen mit anderen Eltern behinderter Kinder werden unter gezielter Moderation Erfahrungen ausgetauscht und ein Netzwerk zwischen den Eltern geknüpft. Ihnen wird Mut gemacht, mit ihren Kindern in die Öffentlichkeit zu gehen. Denn der Anblick behinderter Menschen ist auch in der kosovarischen Gesellschaft, in der Behinderung als Schande galt und vielleicht in manchen Köpfen noch gilt, keine Selbstverständlichkeit.
Daher machen die Mitarbeiter/innen auch Lobbyarbeit und Aktionen zur Aufklärung der Öffentlichkeit über die Situation von Kindern mit Behinderung.
Die Stadtverwaltung Prizren stellt dem Projekt kostenlos die entsprechenden Räumlichkeiten zur Verfügung.
Ende Juni 2012 läuft die Finanzierung des Projektes aus und die Verantwortung wird der Kommune übergeben.
Dezember 2011


