Hilfe für Notleidende in Georgien
Projekt Hauskrankenpflege
Die Zahl älterer, allein stehender Menschen in Georgien wächst stetig. Ihre Situation ist in vielen Fällen von wirtschaftlicher
Unsicherheit und sozialer Isolation geprägt.
Häufig fehlt alten Menschen in Georgien das Nötigste zum Leben. Wenn sie auf Pflege angewiesen sind, gibt es von staatlicher Seite kaum Unterstützung. Auch die Versorgung von behinderten Menschen ist in vielen Fällen unzureichend. Häusliche Pflege war nie Teil der staatlichen Sozialdienste in Georgien – obwohl ungefähr 10.000 Menschen auf häusliche Pflege angewiesen sind. Angesichts dieser Situation unterstützt die Caritas Georgien seit 1995 ein Programm zur Hauskrankenpflege für alte, pflegebedürftige und behinderte Menschen in Tiflis. Das Projekt wird von Caritas international mitgetragen.
Beratung Foto: Caritas international
Vier ausgebildete Krankenschwestern, ein Psychologe, eine Sozialarbeiterin und mehrere freiwillige Helfer besuchen die Patienten regelmäßig. Sie leisten qualifizierte Pflege, versorgen die Klient/innen mit Medikamenten und kümmern sich um den Haushalt. Wenn nötig, begleiten Allgemeinmediziner und Fachärzte aus der Caritas Klinik die Teams. Die Caritas Suppenküche liefert zudem täglich Mittagsmahlzeiten an Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, für sich selbst zu kochen.
Wichtige Bestandteile des Projekts sind die kontinuierliche Weiterbildung der Projektmitarbeiter und Fortbildungskurse für Freiwillige, pflegende Familienangehörige und Nachbarn. Caritas Georgien bietet Kurse für Physiotherapie, medizinische Massagen oder die spezielle Pflege von behinderten und bettlägerigen Menschen an. Diese Weiterbildungen sichern nicht nur den langfristigen Fortbestand des Projekts. Sie wirken auch auf andere Projekte der häuslichen Pflege. Eine Expertin für Hauskrankenpflege hat im Auftrag von Caritas international Fortbildungen geleitet und ein Handbuch zur Hauskrankenpflege in Georgien erstellt, das von den lokalen Kräften genutzt wird.
Ein wichtiger Aspekt der häuslichen Pflege ist die Selbsthilfe. Die Projektmitarbeiter/innen informieren und beraten sowohl die pflegebedürftigen Menschen wie auch ihre Angehörigen, um mit der Lebenssituation Pflegebedürftigkeit besser umgehen zu können. Durch praktische Hinweise und Tipps erleichtern sie nicht nur den Alltag, sondern vermitteln Wissen und Verständnis über Pflegebedürftigkeit. Häufig gelingt es den Bertoffenen und ihren Familienangehörigen, dadurch wieder selbständig und unabhängig von fremder Hilfe leben zu können.
Eine dritte Komponente, neben der direkten Betreuung und Weiterbildung, ist die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. In Kooperation mit anderen Nichtregierungsorganisationen, die in der Hauskrankenpflege tätig sind, will Caritas die Bekanntheit und Akzeptanz solcher Angebote steigern und staatliche Stellen für eine stärkere Unterstützung gewinnen. Um dies zu erreichen, werden Informationsbroschüren erstellt und ein Dialog mit dem Gesundheits- und Sozialministerium geführt. Langfristiges Ziel ist es, die häusliche Pflege in die Sozialsysteme und Krankenversicherungen fest zu integrieren.
August 2011
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