Birma: Hilfen nach den Verwüstungen des Zyklon Nargis im Irrawaddy-Delta
Situation
Anderthalb Jahre nach dem Zyklon Nargis ist der Wiederaufbau von Wasser- und Abwasserleitungen, Latrinen und Gesundheitseinrichtungen trotz der Behinderungen der Militärregierung in vollem Gange. Mit Hilfe der Caritas arbeiten die Menschen daran, sich ihren Lebensunterhalt bald wieder selbst verdienen zu können.
Am 2. Mai 2008 traf Zyklon Nargis die Küste Birmas und verursachte die größte Zerstörung in der Geschichte des Landes. Der
Zyklon wurde von einer Flutwelle begleitet, die sich tief in das Irrawaddy-Delta, bis dahin eine der fruchtbarsten Gebiete
Birmas, einschnitt und alles zerstörte.
Offizielle Zahlen gehen von rund 134.000 Toten oder weiterhin vermissten Menschen aus, die humanitären Organisationen schätzen
die Zahl auf 200.000 ein. Laut UN waren mehr als zwei Millionen Überlebende auf externe Hilfe zur Überlebenssicherung in den
am stärksten betroffenen Gebieten angewiesen.
Auch wenn die Ernährungssituation und ein Teil der medizinischen Versorgung wieder hergestellt wurde, ist ein Großteil der Infrastruktur im Bereich der allgemeinen baulichen Infrastruktur sowie der Trinkwasserversorgung noch immer zerstört. Vor allem Brunnen und Teiche wurden durch die Flutwelle versalzen und sind im Sommer 2009 noch immer nicht nutzbar.
| Luftaufnahme Birma am 5. Mai 2008 |
Middle Island ist das Gebiet, in der die Caritas tätig ist. Das Inselgebiet liegt im westlichen Bereich des Irrawaddy Deltas, direkt am offenen Meer und umfasst eine Fläche von rund 1.200 km². Hier schlug der Zyklon auf Land und zerstörte das Gebiet vollkommen. Man geht von rund 15.000 Todesopfern bei einer Gesamtbevölkerung von 95.000 Menschen aus. Vor dem Zyklon lebte die Bevölkerung von der Fischerei, Garnelen- und Hummerzucht, Salzgewinnung und Reisanbau. Diese Einkommensgrundlagen als auch die Häuser und soziale Infrastruktur wurden durch den Zyklon vollständig zerstört.
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| Luftaufnahme von Birma im April 2008 |
Die Militärregierung Birmas verweigerte von Anfang an internationale Katastrophenhilfe im nötigen Ausmaß und ließ nur vereinzelt Güter ins Land. Das Verhältnis zwischen den humanitären Organisationen und der Militärjunta bleibt weiterhin angespannt. Ausländische Unterstützung wird nur begrenzt zugelassen, der Zugang zu den Katastrophengebieten ist jedoch für registrierte Organisationen mit ihren Helfer möglich. Lokale Organisationen, wie die Partner von Caritas international, arbeiten auch anderthalb Jahre nach der Katastrophe unter schwierigsten Bedingungen.
August 2009



