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Spende

Armenien: Jugendsozialarbeit in Vanazor

Das Projekt

Kinder und Jugendliche gehören zu den Gruppen, die die Armut am stärksten trifft. Bei den langen Wintern mit Temperaturen von minus 30° Celsius, erkranken und sterben viele Kinder und Jugendliche an Lungenentzündungen.

Beratungsgespräch
Jugendlicher im Beratungsgespräch bei einer Caritasmitarbeiterin
Foto: Caritas international

Wegen der großen Armut und verbreiteten Arbeislosigkeit wandern viele Eltern aus, auf der Suche nach einer Arbeit. Oft sind dann die Großeltern, die selber alt und schlecht versorgt sind, mit ihren Enkeln allein gelassen. Häufig werden Kinder und Jugendliche von ihren Eltern aus Verzweiflung in völlig unzureichend ausgestattete staatliche Heime gegeben, weil sie dort immer noch besser versorgt werden, als ihre Eltern es ihnen bieten können. So ist es die wirtschaftliche Not, die den Kindern das Recht nimmt, in ihrer Familie aufzuwachsen. Nur dreiviertel aller Kinder werden eingeschult, obwohl es hier keine Schulgebühren gibt.

Durch Armut und Perspektivlosigkeit gehen viele Jugendliche betteln oder stehlen und geraten so mit dem Gesetz in Konflikt. Sie werden von der Gesellschaft ausgeschlossen und haben kaum eine Möglichkeit sich wieder zu integrieren. Um den Teufelskreis aus Armut, sozialer Ausgrenzung und Kriminalität zu durchbrechen, hat die Caritas in Armenien ein Zentrum aufgebaut, das Kindern und Jugendlichen eine Alternative zum Leben auf der Straße bietet. Es richtet sich zum einen an bereits straffällig gewordene Jugendliche, die sozialpädagogisch und psychologisch begleitet und schließlich in die Gesellschaft integriert werden.

Zum anderen bietet das Zentrum durch Ausbildungen solchen Jugendlichen eine Perspektive, die in Gefahr sind, auf die schiefe Bahn zu geraten. Durch die Ausbildungen haben sie die Chance, auch auf Dauer Armut, Ausgrenzung und Kriminalität hinter sich zu lassen. In einem ganzheitlichen Ansatz werden zudem auch die Familien der straffälligen Jugendlichen unterstützt, um den Jugendlichen so ein Aufwachsen im familiären Umfeld zu ermöglichen.

Seit einem Jahr sind auch Elternselbsthilfegruppen sowie individuelle und Gruppentherapien für die Jugendlichen Teil des Angebotes, von dem in Vanazor 140 Kinder und Jugendliche direkt profitieren. Die psychosoziale Betreuung der Familien ist je nach Bedarf flexibel - und stabilisiert die Familienverhältnisse da, wo es nötig ist.

Darüber hinaus werden die Schulen und die Öffentlichkeit über die Rechte der Kinder informiert, mit öffentlichen Aktionen, Broschüren und Veranstaltungen. Denn nur, wenn die Gesellschaft für die Rechte der Kinder sensibisiliert ist, haben die von der Caritas Armenien unterstützen Jugendgruppen, die sozial aktive Projekte der Reintegration selber organisieren, eine reelle Chance.

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Oktober 2011