Haiti: Die Hilfen von Caritas international nach dem schweren Erdbeben
Caritas-Nothilfe und Perspektiven für die Zukunft
Mehr als 200.000 Tote, unzählige Schwerverletzte und etwa eine Million Obdachlose: Noch lange wird Haiti nach dem zerstörerischen Erdbeben vom 12. Januar auf unmittelbare Katastrophenhilfe angewiesen sein. Doch schon jetzt arbeiten Caritasmitarbeiter/innen auch an mittel- und langfristigen Perspektiven für das Leben nach der Katastrophe.

Sichere Notunterkünfte für die obdachlosen Katastrophenopfer sind in der jetzigen Phase der Caritas-Katastrophenhilfe die
vordringlichste Aufgabe. Denn inzwischen hat auch die Regenzeit in Haiti begonnen und noch immer leben die meisten der Erdbebenopfer auf der Staße, unter Plastikplanen oder in einfachen Zelten,
die kaum Schutz vor dem Regen bieten. Und auch jene, deren Haus nicht zerstört worden ist, schlafen lieber im Freien. Denn
heftige Nachbeben versetzen die Bewohner Haitis immer wieder in Angst und Schrecken - das letzte starke Beben vom 22. Februar
hat eine Panik ausgelöst.
Caritas international hat für die Bauplanung von Notunterkünften und den Wiederaufbau den Bauexperten Claus Hemker beauftragt. Er entwickelt zur Zeit erdbebensichere Baukonzepte, die den örtlichen Gegebenheiten entsprechen. Sein fachmännisches
Urteil wird maßgeblich sein für die nächste Phase unserer Hilfe, in der es gilt, zerstörte Dörfer und Städte wieder aufzubauen
und die Situation der Menschen nachhaltig zu verbessern.
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| Noch müssen die Bewohner des Heims St. Vincent de Paul in Zelten schlafen |
Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Wiederaufbau des Behinderten- und Altenheims "Saint Vincent de Paul" in der Stadt Léogâne. Angeschlossen an das Heim ist ein Kindergarten sowie eine Grundschule für 400 Kinder. Die Caritas-Mitarbeiter/innen versorgen
derweil die Überlebenden der beiden Heime, die bei der Katastrophe vollständig zerstört wurden. Die 135 behinderten Kinder
und alten Menschen waren drei Wochen lang im Hof der Heime, ohne Dach über dem Kopf, ohne ausreichende Wasser- und Lebensmittelversorgung
auf sich allein gestellt.
Das ZDF hat einen Fernseh-Beitrag über die Arbeit des Caritas - Wiederaufbauexperten Claus Hemker ausgestrahlt. [weiter...]
Noch immer finden regelmäßige Verteilaktionen der Caritas an verschiedenen Stellen in Port-au-Prince und anderen Orten statt.
Die Nothilfe in Haiti stellt die Hilfsorganisationen vor große Herausforderungen. Die dramatischen Ausmaße der Katastrophe mit mehr als
200.000 Toten und der Zerstörung fast der gesamten Infrastruktur des Landes erschwert die Hilfe erheblich. Bislang aber konnte
Caritas alle Hilfsgüterverteilungen ohne Zwischenfälle durchführen. Caritas international stützt sich bei ihrer Nothilfe auf die lokale Verankerung der Caritas Haiti. Caritas kann Lebensmittel
inzwischen vor Ort organisieren, es fehlt aber immer noch vor allem an Notunterkünften. Auch in dieser Woche sind drei Schiffsladungen
mit Nothilfe und Wiederaufbaumaterial auf dem Weg, beziehungsweise bereits in Port-au-Prince angekommen.
Die Hilfsgüter von Caritas international bestehen aus Lebensmitteln, Hygienepaketen, Koch- und Essgeschirr, Werkzeug für den Aufbau von Zelten und Hütten sowie Planen für mehrere tausend Menschen. Sorgen bereitet den Helfern die anstehende Regenzeit: Bis dahin gilt es, den mehr als 700.000 obdachlosen Haitianern ein Dach über dem Kopf zu verschaffen. Auch der Bedarf an Latrinen wird immer deutlicher.
Medizinische Hilfe der Caritas
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| Beim Aufbau der Ambulanz |
Acht so genannte WHO Health Kits hat Caritas international in der ersten Woche nach dem Erdbeben nach Port-au-Prince eingeflogen.
Mit den Health Kits gewährleistet die Caritas die dreimonatige medizinische Grundversorgung von 80.000 Menschen.
Caritas-Mitarbeiter haben zwei Notfall-Ambulanzen in Léogâne eingerichtet, die weiter ausgebaut werden und auch langfristig die Gesundheitsversorgung
sichern sollen. Der Arzt und Katastrophenhilfespezialist Dr. Joost Butenop hat gemeinsam mit der Caritas-Krankenschwester Katja Holmberg den Aufbau der Zentren organisiert.
Frau Holmberg leitete die Ambulanzen gemeinsam mit haitianischen Ärzte- und Pflegeteams, die inzwischen im Einsatz sind. Für
den Ausbau der beiden Ambulanzen zu Praxen für die Basisgesundheit wurde sie erneut von dem Caritas-Arzt Joost Butenop unterstützt.
Zur Zeit werden in jeder der Ambulanzen täglich etwa 150 - 200 Patienten behandelt.
Einsatz bei den Bergungsarbeiten
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| Caritas Rettungsteam: Glücklich und erschöpft nach der Rettung einer Frau aus den Trümmern |
Bei Rettungseinsätzen in den ersten zehn Tagen nach dem Beben konnten Suchtrupps, an denen auch Caritasmitarbeitende beteiligt waren, mehr als
50 Überlebende aus den Trümmern bergen.
Für den Erzbischof von Port-au-Prince, Joseph Serge Miot, der zugleich Direktor der lokalen Caritas war und für seinen Generalvikar
kam die Hilfe zu spät. Das Zentralbüro der Caritas Haiti lag direkt neben der eingestürzten Kathedrale und ist ebenso wie
diese zusammengebrochen.
Bei einem Rettungseinsatz am 16. Januar, an dem Caritasmitarbeiter beteiligt waren, konnten in Port-au-Prince 50 Überlebende
aus den Trümmern geborgen werden. Am 19. Januar, eine Woche nach dem Erdbeben, konnten die Caritas-Bergungsteams eine Frau
lebend aus den Trümmern der Kathedrale bergen.
Selbst noch am neunten Tag nach dem Erdbeben retteten Caritas-Mitarbeiter einen fünfjährigen Jungen, der in den Trümmern eines
Hauses gefangen war.
Die Caritas Haiti
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| Zerstörtes Caritas Büro |
Die Hilfe der Caritas Haiti läuft seit den ersten Stunden nach dem Beben auf Hochtouren – obwohl die meisten Mitarbeitenden
selbst Tote und verletzte Familienmitglieder zu beklagen haben und auch viele der Büros der Caritas Haiti bei dem Erdbeben
zerstört worden sind.
Aufgrund der häufigen Hurrikans verfügt die Caritas Haiti über reiche Erfahrung auf dem Gebiet der Nothilfe. In kürzester Zeit hat die Caritas in der Stadt Port-au-Prince elf Verteilungszentren aufgebaut. Von hier aus versorgen die
Mitarbeiter/innen seit dem die Not leidende Bevölkerung mit Wasser, Wasseraufbereitungstabletten, Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln,
Decken, Zelten und Werkzeugen. Die Caritas Haiti ist dank ihrer lokalen Struktur gut im Land verankert. Sie besteht seit 1975 und betreibt 200 Gesundheitsposten und Krankenhäuser.
Insgesamt sind rund 500 Mitarbeitende der Caritas Haiti und der weltweiten Caritas im Hilfseinsatz. Auch Mitarbeitende von
Caritas international sind als Unterstützung vor Ort.
März 2010
Caritas international ruft dringend zu Spenden für die Opfer des Erdbebens auf:
Kto-Nr. 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00
Stichwort: Erdbebenhilfe Haiti
oder online
oder per SMS




