Asien  

Spende

Japan: Hilfe für die Opfer der Katastrophen 

Hunderte freiwilliger Helfer/innen aus ganz Japan unterstützen Caritas und die Partnerorganisation AAR

Caritas international unterstützt in Japan die lokale Caritas und die Nichtregierungsorganisation AAR ( Association for Aid and Relief (AAR) bei den Hilfen für die Katastrophenopfer. Caritas international stellt der japanischen Caritas und der Partnerorganisation Association for Aid and Relief (AAR) Soforthilfen zur Verfügung. 

Caritas Japan und die lokale Partnerorganisation AAR - Association for Aid and Relief arbeiten gemeinsam mit Hunderten freiwilliger Helfer seit Beginn der Katastrophenserie. Sie stehen nicht nur den Opfern des Erdbebens und des Tsunami bei, sondern auch Menschen, die vom GAU in Fukushima betroffen sind.

Zu den vielen Freiwilligen, die aus dem ganzen Land zusammengeströmt sind, haben sich auch viele Helfer/innen aus anderen Ländern - wie Sri Lanka und Indien - eingefunden. Sie leben und arbeiten in Japan und bleiben auch in der Notsituation solidarisch mit ihrem Gastland.

Die Hilfen der Association for Aid and Relief (AAR)

Die Partnerorganisation von Caritas international, Association for Aid and Relief (AAR), ist eine große, renommierte Nichtregierungsorganisation mit 31 Jahren internationaler Erfahrung in Not- und Katastrophenhilfe sowie der Behindertenhilfe. AAR ist in den drei Provinzen Miyagi, Iwate und Fukushima aktiv.  Seit dem 13. März, zwei Tage nach dem verheerenden Tsunami, verteilt AAR kontinuierlich Lebensmittel, Trinkwasser, Diesel und Kerosin, Decken, Tatami-Matten (japanische dünne Matratzen), Schlafsäcke und Hygieneartikel, Kinderwindeln und warme Kleidung an die Erdbeben- und Tsunamiopfer. Zwischen dem Beginn der Hilfen und dem 25. April hat die außerordentlich effizient arbeitende Hilfsorganisation bereits 45.000 Menschen in 330 Gemeinden mit Hilfsgütern versorgt.

Videoaufnahmen von einer Hilfsgüterverteilung von AAR
Mit freundlicher Genehmigung von RTL. Wir danken den Spendern der RTL-Stiftung,
mit deren Unterstützung die Nothilfen mitfinanziert werden.


Während sich die staatliche Katastrophenhilfe auf die Versorgung der großen Notunterkünfte konzentriert, hat AAR ihren Schwerpunkt ergänzend auf eine Nische gelegt und unterstützt mit mobilen Teams diejenigen, die in den zerstörten Siedlungen zurückgebliebenen sind. Unser Kollege Reinhard Würkner berichtete nach seinem Besuch in Japan von der Arbeit der AAR in einem Blog . Es sind in erster Linie alte, kranke und behinderte Menschen, die keine weiten Wege zurücklegen konnten und in kleineren öffentlichen Einrichtungen Unterschlupf gefunden haben. Zusätzlich zur Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern hat AAR auch eine mobile Ambulanz in Betrieb genommen. AAR hat ihre bisherigen Hilfen detailliert aufgelistet.
  
In den kommenden Wochen wird AAR zusätzlich zu den Verteilungen weitere Suppenküchen aufbauen, medizinische Hilfe leisten und besonders bedürftigen Evakuierten bei alltäglichen Problemen Hilfen leisten. Mittelfristig plant AAR den Wiederaufbau von Einrichtungen für Senioren und Behinderte.

Die Hilfen der Caritas Japan

In der Stadt Mito, die auf halben Weg zwischen Fukushima und Tokio liegt, hat die Diözese Saitama hat ein eigenes Gemeindezentrum als Auffanglager für die Menschen umfunktioniert, die aufgrund der erhöhten Radioaktivität um Fukushima aus ihren Dörfern fliehen mussten. Pfarreien der Erzdiözese Tokio haben Decken und andere Hilfsgüter gesammelt. Caritas Japan organisiert Freiwillige, die in den Gemeinden Verteilaktionen durchführen, Suppenküchen aufgebaut haben und neben den großen Notunterkünften auch diejenigen unterstützen, die in kleineren Einrichtungen untergekommen sind.

In Shiogama und Ishimaki (nördlich der Stadt Sendai) hat die Caritas Quartiere für freiwillige Helfer/innen eingerichtet. Dort beginnen die Freiwilligen mit den Überlebenden bereits Aufräumarbeiten in den Ruinen. Auch hier helfen sie bei Verteilaktionen, dem Transport von Hilfsgütern und in den Suppenküchen. Da hier die Stromversorgung gekappt ist, haben die Helfer/innen Gasbomben und Kochplatten zum Kochen organisiert.

In den Regionen um Yamagata, Nord-Sendai und Saitama, wo viele der Evakuierten untergekommen sind, verteilt die Caritas Japan Decken, Lebensmittel und andere Hilfsgüter an die Menschen in den Notunterkünften. In der Stadt Sendai, die in der vom Erdbeben und Tsunami am stärksten betroffenen Region liegt, hat die katholische Kirche ebenfalls ein Nothilfe-Zentrum aufgebaut, von dem aus Daisuke Narui, der Geschäftsführer der Caritas Japan mit einem Team die humanitären Hilfsmaßnahmen für die Erdbeben- und Tsunamiopfer koordiniert . Seine Aufgabe ist neben der Verteilung von Soforthilfen auch die Koordination der vielen Freiwilligen. Diese sind ebenfalls in kirchlichen Einrichtungen und Gemeindezentren untergebracht. Inzwischen hat Caritas Japan auch in der Stadt Kamaishi (Luftlinie 150 km nördlich von Sendai)  ein Freiwilligenzentrum eröffnet. Hier wurde nun seit der dritten Woche nach dem Tsunami auch mit Aufräumarbeiten begonnen.

Sommerfreizeit für traumatisierte Kinder

Inzwischen finden auch speziellere aber enorm wichtige Aktionen ihren Platz: Angesichts der Katastrophe in Fukushima hat die Deutsch-Japanische Gesellschaft in der Auslandsgesellschaft NRW e. V. nach Beratung mit dem japanischen Partner, dem Jugendherbergsverband der Präfektur Okinawa, beschlossen, Kinder gezielt in den Sommerferien nach Okinawa zu holen, damit sie sich vom Stress der Katastrophe erholen können. Durch Aktivitäten im Freien können die Kinder neue Lebenskraft sammeln und so auf spielerische Weise ihr Immunsystem stärken.

Video: Yoko Schlütermann (Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund) berichtet über die aktuelle Lage des Projekts (12/ 2011). 


Dezember 2011   

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