Soforthilfe

Asien

Flutkatastrophe in Südasien

Mann, Frau, Kind stehen in ihrem zerstörten HausRamesh Kisku aus Mohonpur, Bangladesch mit seiner Frau und der Tochter in den Überresten ihres Haus, das von den Fluten zerstört wurde. Caritas Internationalis

Der Monsunregen, in der Regel von Juni bis September andauernd, fällt dieses Jahr besonders heftig aus. Weite Landstriche in Indien, Bangladesch und Nepal sind überschwemmt und gleichen riesigen Seen. Über 45 Millionen Menschen sind von den Fluten betroffen. Eine halbe Million Menschen haben ihr Zuhause verloren, über 2.000 Tote wurden bislang gezählt. In den meisten Regionen gingen die Fluten mittlerweile zurück, im nordindischen Assam dagegen herrscht nach erneuten Regenfällen wieder Hochwasser.

Die Ärmsten leiden besonders

Wie so oft sind es die Ärmsten der Armen, die am meisten leiden und auf sofortige Hilfe angewiesen sind. Vor allem in Bihar in Indien stehen viele der extrem armen und vielfach diskriminierten Familien vor dem Nichts.

In den nordindischen Bundesstaaten Assam, West Bengalen, Bihar und Uttar Pradesh sind Soforthilfen für die Betroffenen angelaufen, der Bedarf weiterer Hilfen ist groß und die Abstimmung mit den Partnern von Caritas international vor Ort läuft auf Hochtouren. Denn viele Dörfer sind durch die Fluten von der Außenwelt abgeschnitten.

Allein in Bangladesch wurden über 660.000 Häuser in 32 Distrikten zerstört, über 600.000 Hektar Felder stehen unter Wasser. Über 1,6 Million Menschen brauchen hier dringend Hilfe. "Die Lage wird von Tag zu Tag schlimmer. Wenn die Menschen versuchen, in ihre Häuser zurückzugelangen, ist das riskant," meldet Anjan Bag von der Caritas Indien. "Im indischen Bihar stellen die Wassermassen die schlimmste Flut seit neun Jahren dar." Im indischen Assam sind 2.450 Dörfer betroffen. Und in Uttarpradesh entlang der Grenze zu Nepal wurden 14 Flussläufe überschwemmt, hier stehen über 3.000 Dörfer in 25 Distrikten unter Wasser.

Bergrutsche, zerstörte Ernten, verendete Tiere

Porträt Frau vor ihrem zerstörten HausAuch Kulubala (85) aus Bangladesch verlor durch die Fluten ihr Zuhause. Jetzt lebt sie in einer provisorischen Unterkunft.Caritas Internationalis

Überflutungen bergen vielfache Gefahren. In unmittelbarer Nähe zu Flüssen, beispielsweise dem Ganges, wurden Häuser massiv zerstört und Menschen von den Wassermassen mitgerissen, andere fielen Stromschlägen zum Opfer. Insbesondere in Nepal und den Bergregionen in Assam haben Bergrutsche große Verwüstungen angerichtet und Menschen unter sich begraben. Zum Teil wurden eingelagerte Ernten zerstört, Zehntausende Nutztiere sind verendet.

Doch auch das stehende Wasser birgt große Gefahren: in den Städten stürzen Hochhäuser ein, da das Fundament nicht standhält. Trinkwasser und Nahrungsmittel werden, insbesondere in den von der Versorgung abgeschnittenen Dörfern, schnell knapp. Wenn Brunnen von dem stehenden, mit Krankheitskeimen infizierten Wasser kontaminiert werden, drohen Epidemien. Weil die Menschen in ihrer Verzweiflung oft gar das stehende Flutwasser trinken, erkranken sie häufig an Durchfall. So waren Ende August in Bangladesch rund 13.000 Fälle von Malaria, Denguefieber oder Durchfall registriert und in Nepal 27.000. In dicht besiedelten Gebieten droht schnell ein Ausbruch von Seuchen. Der akuten Gefahr einer Choleraepidemie muss sofort vorgebeugt werden.

In der Not zählt jede Stunde

Die Caritas hat bereits mit der Nothilfe begonnen - rund eine halbe Million Euro wurden in einer ersten Phase zur Verfügung gestellt. Eine Sofortmaßnahme stellt dabei die Verteilung von Chlortabletten dar. Mit ihnen können die Menschen Trinkwasser aufbereiten. Damit wird die Gefahr eines Cholera-Ausbruchs verringert. Auch Nahrungsmittel werden verteilt - die letzten Vorräte der ohnehin sehr armen Bevölkerung wurden häufig mit dem Wasser davongespült oder sind ungenießbar. Zudem werden Hygieneartikel und Decken verteilt sowie Wellbleche ausgegeben, mit denen sich die Menschen eine provisorische Unterkunft für die Nacht bauen und vor weiteren starken Regenfällen schützen können.

Menschen stehen in einer SchlangeMenschen stehen bei einer Verteilung durch Caritas in Mohonpur, Bangladesch an.Caritas Internationalis

Ein Teil des Geldes, das Caritas international für die Nothilfe zur Verfügung gestellt hat, fließen in Shelter-Kits. Damit erhalten diejenigen, die im Freien schlafen müssen, die Möglichkeit provisorische Unterkünfte zu bauen. Auch Decken und Schlafmatten werden ausgegeben. Doch der Bedarf übersteigt längt unsere Mittel, weshalb wir dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen sind. Sobald der Regen nachlässt, wird die Caritas mit dem Bau so genannter Low-Cost-Häuser beginnen, welche aufgrund ihrer Beschaffenheit besonders gut für den Einsatz in Überschwemmungsgebiete geeignet sind.

Auch die Organisationen des Aktionsbündnisses Katastrophenhilfe - Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland - sind  seit Beginn der Katastrophe  aktiv und leisten Soforthilfe. Sie versorgen die Betroffenen in erster Linie mit Trinkwasser, Lebensmitteln, Hygieneartikeln und notwendigen Medikamenten.

Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe und Caritas international bitten Sie dringend um Unterstützung.

September 2017

 

Soforthilfe

Erdbeben, Epidemien, Überschwemmungen und Dürren sind für Menschen oft von jetzt auf nachher lebensbedrohlich. Caritas international hilft weltweit Menschen in Not, die von einer akuten Katastrophe betroffen sind: Bei der Soforthilfe geht es darum, möglichst schnell zu handeln, um Leben zu retten. Wenn unsere Partner sich mit einem dringenden Hilferuf an Caritas international wenden, prüft ein Krisenstab die Lage binnen weniger Stunden. Bei der Soforthilfe zählt jede Stunde!