Mittelamerika  

Spende

Haiti: Die Hilfen von Caritas nach dem schweren Erdbeben

Perspektiven für die Zukunft

Mehr als 220.000 Tote, etwa 300.000 Schwerverletzte und 1,2 Millionen Obdachlose: Noch lange wird Haiti nach dem zerstörerischen Erdbeben vom 12. Januar auf unmittelbare Katastrophenhilfe angewiesen sein. Nach der ersten Nothilfe  haben die Caritasmitarbeiter/innen damit begonnen, mittel- und langfristige Perspektiven für das Leben nach der Katastrophe zu entwickeln.

Sichere Notunterkünfte für die obdachlosen Katastrophenopfer sind in der jetzigen Phase der Katastrophenhilfe die vordringlichste Aufgabe. Denn inzwischen hat in Haiti die Regenzeit begonnen und noch immer leben die meisten der Erdbebenopfer auf der Straße, unter Plastikplanen oder in einfachen Zelten, die kaum Schutz vor dem Regen bieten. 

Caritas international hat für die Bauplanung von Notunterkünften und den Wiederaufbau den Bauexperten Claus Hemker beauftragt. Er hat gemeinsam mit haitianischen Mitarbeitern erdbebensichere Baukonzepte entwickelt, die den örtlichen Gegebenheiten entsprechen. Sein fachmännisches Urteil ist Grundlage für die derzeitige Phase unserer Hilfe, in der wir begonnen haben, zerstörte Dörfer und Städte wieder aufzubauen und die Situation der Menschen nachhaltig zu verbessern.

Bewohner des Heims St. Vincent de Paul
Bewohner des Heims St. Vincent de Paul

Schwerpunkt des momentanen Engagements von Caritas international ist der Wiederaufbau des Behinderten- und Altenheims "Saint Vincent de Paul" in der Stadt Léogâne. Angeschlossen an das Heim ist ein Kindergarten sowie eine Grundschule für etwa 250 Kinder. Während des Wiederaufbaus versorgen Caritas-Mitarbeiter/innen die Überlebenden der beiden Heime, die bei der Katastrophe fast vollständig zerstört wurden, mit Notunterkünften, Nahrung und medizinischer Hilfe. Nach dem Erdbeben waren die 135 behinderten Kinder und alten Menschen drei Wochen lang im Hof der Heime, ohne Dach über dem Kopf, ohne ausreichende Wasser- und Lebensmittelversorgung auf sich allein gestellt.

Caritas international plant den Aufbau von psychosozialen Beratungsstellen für die traumatisierten Katastrophenopfer. Gerade ist die Traumaspezialistin Inge Missmahl, die für Caritas international bereits in Afghanistan ein Traumaprojekt aufgebaut hat, aus Haiti zurückgekehrt. Sie arbeitete mit den haitianischen Kolleginnen und Kollegen ein Konzept für die Beratungsstellen aus, das nun umgesetzt werden wird.  

Noch immer finden regelmäßige Verteilaktionen der Caritas an verschiedenen Stellen in Port-au-Prince und anderen Orten statt. Die Nothilfe in Haiti stellt die Hilfsorganisationen vor große Herausforderungen. Die dramatischen Ausmaße der Katastrophe mit mehr als 220.000 Toten und der Zerstörung fast der gesamten Infrastruktur des Landes erschwert die Hilfe erheblich. Bislang aber konnte Caritas alle Hilfsgüterverteilungen ohne Zwischenfälle durchführen. Caritas international stützt sich bei ihrer Nothilfe auf die lokale Verankerung der Caritas Haiti. Caritas kann Lebensmittel inzwischen vor Ort organisieren, es fehlt aber immer noch vor allem an Notunterkünften. Die Hilfsgüter von Caritas international bestehen aus Lebensmitteln, Hygienepaketen, Koch- und Essgeschirr, Werkzeug für den Aufbau von Zelten und Hütten sowie Planen für mehrere tausend Menschen. Sorgen bereitet den Helfern die Regenzeit, die in diesem Jahr verfrüht begonnen hat: Bis zu den Wochen, in denen die meisten Niederschläge niedergehen gilt es, den mehr als 700.000 obdachlosen Haitianern ein Dach über dem Kopf zu verschaffen. Auch der Bedarf an Latrinen wird immer deutlicher. 

Medizinische Hilfe der Caritas

Eine der Caritas Ambulanzen in Haiti
Eine der Caritas Ambulanzen in Léogâne

Caritas-Mitarbeiter haben zwei Notfall-Ambulanzen in Léogâne eingerichtet, die inzwischen von haitianischen Caritas- Ärzte- und Pflegeteams geleitet werden. Geplant ist, die Ambulanzen zu größeren Sozialzentren auszubauen, die Hilfen für die Schwächsten in der Bevölkerung bieten: für Straßenkinder, für Menschen, die seit dem Erdbeben mit einer Behinderung leben, für Bedürftige ohne Familienanbindung. Der Ausbau der beiden Ambulanzen zu Praxen für die Basisgesundheit wird auch weiterhin von dem Caritas-Arzt Joost Butenop unterstützt. Zur Zeit werden in jeder der Ambulanzen täglich etwa 150 - 200 Patienten behandelt.


April 2010

 

Caritas international ruft dringend zu Spenden für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben auf:

Kto-Nr. 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00

Stichwort: Erdbebenhilfe Haiti

oder online

oder per SMS