zurück

Afrika

Katastrophenhilfe

Äthiopien: Gegen den Hunger

Die Bevölkerung arbeitet aktiv mit

Ein Frau mit einer SchaufelLetemymamot Berme und ihre Tochter sind froh über den dreiwöchigen Arbeitseinsatz, der ihnen zusammen etwa 60 Euro bringt. Geld, das sie dringend benötigen.Bente Stachowske, Caritas international

Die Provinz Tigray im Norden Äthiopiens ist dicht besiedelt. Die Menschen, die hier leben, haben zumeist nur ein kleines Stück Land zur Bewirtschaftung. Doch die Böden sind steinig und ausgelaugt, der Regen fällt unregelmäßig und in unterschiedlicher Stärke. So sind die Ernten oft nur gering, mitunter fallen sie ganz aus.

Während es 2014 und 2015 kaum Regen gab, kam es im April 2016 zu Überschwemmungen, die die kleinen Felder zerstörten. Viele Familien verloren dabei ihre Existenzgrundlage. Die an die Überschwemmungen anschließende Dürre dauert bis heute an.

Die lokale Caritas Adigrat ist sich der Problematik bewusst. Seit vielen Jahren führt sie in der Region Landwirtschafts- und Nothilfeprojekte durch und hat sich auf dem Gebiet eine hervorragende Expertise erworben.

Aktiv mitarbeiten und die Probleme lösen

Zur Unterstützung der Bevölkerung in drei Distrikten in Osttigray haben Caritas international und Caritas Adigrat ein Projekt geschaffen, das wesentlich auf „Cash-for-Work“ basiert. Dabei arbeitet die Bevölkerung aktiv mit, die Auswirkungen der Dürre und der Überschwemmungen zu mildern. Für ihre Mitarbeit erhält sie einen Lohn. Das Prinzip „Cash-for-Work“ ist somit auf verschiedenen Ebenen wirksam und nachhaltig: Einerseits können die Menschen mit dem Lohn lebensnotwendige Dinge, wie Nahrungsmittel, erwerben. Andererseits werden die Probleme aktiv angegangen und gelöst: So sind der Bau oder die Reparatur von Trinkwasserzugängen, Brunnen, Quellen, Straßen, Terrassen und Regenwassersammelbecken vorgesehen. Weiter werden mit Steinwällen neue Anbauflächen geschaffen. Damit kann das große Problem der wachsenden Zahl von landlosen Bauern gelöst werden: "Jeder vierte Äthiopier hier hat gar kein Land, muss aber in der Landwirtschaft überleben, weil es nichts anderes gibt.", sagt Assefa Tesfay, Programm-Koordinator von Caritas Adigrat. Nicht zuletzt erhalten die Menschen mit „Cash-for-Work“ das Bewusstsein, selbst an ihrer Situation etwas ändern zu können. Auch Frauen, wie Abeba Medhin und Abrehat Haylu arbeiten mit, anders könnten sie sich und ihre Kinder nicht ernähren:

Küken und Bienen als Einkommensalternative

An Familien, in denen Frauen für das Einkommen zuständig sind, werden Küken zur Zucht verteilt. Damit haben die Familien eine Einkommensalternative. Auch arbeitslose Jugendliche ohne jegliche Perspektive sind im Projekt berücksichtigt und werden in Bienenzucht unterrichtet und mit Bienenstöcken ausgestattet. So kann gleichzeitig der Landflucht der Jugendlichen entgegengewirkt werden.

Juni 2017