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Afrika

Katastrophenvorsorge

Äthiopien: Gegen den Hunger

Nothilfe und Vorsorge

In Fachkreisen spricht man von "Förderung der Resilienz". Gemeint ist, die Menschen widerstandsfähiger zu machen und ihnen dabei zu helfen, sich den klimatischen Bedingungen anzupassen. Denn weite Teile Äthiopiens sind immer wieder von katastrophalen Dürren betroffen, auch Anfang 2016, als über 10 Millionen Menschen auf Unterstützung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser angewiesen waren. Die anschließenden Überschwemmungen zwangen beinahe 300.000 Menschen zur Flucht. Anfang 2017 ist von diesen Überschwemmungen nichts mehr zu sehen - die Dürre hat das Land erneut im Griff, es droht eine Hungersnot. Für die Menschen und unsere Partner vor Ort stellen die klimatischen Bedingungen eine enorme Herausforderung dar.

Kinder an WasserhahnMit dem Bau neuer Brunnen und Wasserrückhaltebecken erhalten die Menschen auch in trockenen Zeiten Zugang zu Wasser.Christoph Gödan / Caritas international

In akuten Notsituationen, sei es Dürre oder Flut, leisten Caritas international und ihre Partnerorganisationen vor Ort logistische Schwerstarbeit, um die Schwächsten und Bedürftigsten mit Soforthilfe zu erreichen. Gleichzeitig werden jedoch gezielte Vorkehrungen getroffen, um die Menschen gegen die Folgen der Katastrophen besser schützen zu können. Nur so kann die Hungerspirale durchbrochen werden.

Wasser wo kaum Wasser ist

Wasser ist überlebenswichtig. Durch den Bau von neuen Brunnen und Regenwasserrückhalte-becken sowie durch die Wiederinstandsetzung älterer Brunnen, sollen die Menschen auch in Dürreperioden Zugang zu Wasser erhalten. Gleichzeitig werden beschädigte Bewässerungssysteme und Viehtränken wieder auf Vordermann gebracht. Die Ausgabe von Saatgut von dürreresistenten Futterpflanzen hilft dabei, dass die Menschen während Dürrezeiten nicht ihre Viehbestände, und damit ihre Lebensgrundlage, verlieren. Zudem verteilt Caritas international Getreide- und Gemüsesaatgut, denn die letzte Flut hat beinahe nichts zurückgelassen. Die Einführung von Bienenstöcken diversifizieren die Einkommensmöglichkeiten zusätzlich [mehr ...] .

Nachhaltige Vorsorgemaßnahmen

weißer Wassertank, einige Menschen und Ziegen in karger LandschaftAn Wasserstellen werden Wassertanks installiert, um Regenwasser für Dürrezeiten speichern zu können.Christoph Gödan / Caritas international

Beinahe 200.000 Menschen aus den Distrikten Mieso und Afdem im Osten Äthiopiens profitieren von diesen Maßnahmen. Wichtig ist jedoch, dass diese Hilfe nachhaltig ist. Denn die Region wird auch in Zukunft nicht von Wetterextremen verschont bleiben. Daher sind die Projektvorhaben eng mit Bildungsangeboten verknüpft. So werden, parallel zum Brunnenbau, sogenannte Wasserkomitees ausgebildet, die die Anlagen instand halten können. Frauen und Mütter können an Schulungen zu Ernährungsfragen und kindgerechter Ernährung teilnehmen, auch Frauenkooperativen - beispielsweise in den Bereichen der Milchverarbeitung und Tieraufzucht - entstehen. In Selbsthilfegruppen organisieren sich zudem Initiativen zur Einkommenssicherung, vor allem viele Jugendliche nehmen dieses Angebot wahr.

Februar 2017