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Afrika

Katastrophenhilfe

Äthiopien: Gegen den Hunger

Eine Gruppe Menschen sitzt unter dem einzigen Baum in einer vertrockneten Landschaft18 Millionen Menschen sind allein in Äthiopien von Nahrungsmittelhilfen abhängig. Christoph Gödan, Caritas international

Im Februar 2017 ist Äthiopien, insbesondere der Süden des Landes, wieder staubtrocken. Genau wie in anderen Ländern Ostafrikas, beispielsweise in Kenia, in Somalia oder im Südsudan, leiden die Menschen unter der Dürre und den damit verbundenen Ernteausfällen. Pflanzen gehen ein, das Vieh verendet - viele Menschen leiden Hunger. Wenn es wieder regnet, stehen die Menschen oftmals plötzlich vor ganz anderen Problemen. So zuletzt im Frühsommer 2016, als ganze Landstriche in den Fluten untergingen. Insbesondere im Süd- und Nordosten sowie in Zentraläthiopien war die Situation dramatisch. Nach Angaben der UN waren eine halbe Million Menschen von den Fluten betroffen. Fast 200.000 haben ihr Zuhause durch die Wassermassen verloren. Häuser und ganze Siedlungen wurden weggeschwemmt. Die zuvor ausgetrockneten Flussläufe hatten sich in reißende Ströme verwandelt. Viele Menschen mussten in Sicherheit gebracht und evakuiert werden.

Verwundbare Erde, entkräftete Menschen

Schon die zweijährige Dürre bis Anfang des Jahres 2016 hatte verheerenden Folgen: Ernten verdorrten, Brunnen fielen trocken, das Vieh verendete, etwa 18 Millionen Menschen hungerten. Die Vereinten Nationen schlugen im Februar Alarm und warnten vor einer der schlimmsten Hungerkrisen der letzten Jahrzehnte.

Ein Bauer auf dem FeldOhne Wasser verdorrt das Land, kommt jedoch zuviel, wird das Saatgut weggeschwemmt. Landwirtschaft in Äthiopien ist hart und selten ergiebig.Christoph Gödan, Caritas international

Die Krise bleibt stets aktuell, selbst wenn die klimatischen Bedingungen besser sind. Denn den Bauern fehlt es an Saatgut - und vielen auch an Kraft. Ohne regelmäßige Mahlzeit und geschwächt durch den Hunger der letzten Monate bzw. Jahre fällt es schwer, die Felder zu bestellen. Viele sind aus der trockenen Gegend abgewandert und haben ihre Ersparnisse ausgegeben, um die Dürre und knappen Monate zu überleben. Saatgut sowie Dünger sind ebensowenig auf dem Markt vorhanden wie erschwingliche Nahrungsreserven. Die von Caritas international unterstützten Projekte sollen möglichst vielen Menschen in Äthiopien eine langfristige Überlebensperspektive ermöglichen und sie vor den Folgen zukünftiger Dürren wappnen.

Juni 2017