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Afrika

Katastrophenhilfe

Äthiopien: Gegen den Hunger

Ochsen und Saatgut für sichere Ernten

Männer stehen bei einem OchsenOchsen sind in Äthiopien wichtige Zugtiere, zum Beispiel auf dem Feld.Caritas international

Die Zonen West Hararghe und Arsi in der Region Oromia sind seit Jahren von Dürren betroffen. Die Bauern rechnen hier normalerweise mit zwei Regenzeiten pro Jahr. In den Jahren 2013 und 2014 sind die Niederschläge ausgeblieben, kamen verspätet oder waren verkürzt. Die Folge: Die Getreidespeicher sind leer, das Saatgut ist nach mehreren Missernten äußerst knapp und es gibt kaum noch kräftige Arbeitstiere. Doch ohne Wasser, Nutzvieh, Saatgut und Dünger kann es auch zukünftig keine Ernten geben, alternative Einnahmequellen bestehen bisher nicht.

Was tun? Gemeinsam mit Fachkräften vor Ort unterstützt Caritas international die hier lebenden Familien in einer nachhaltigen und modernen Landwirtschaft, mit Einkommensalternativen und einer besseren Wasserversorgung. Alle Projekte zielen darauf ab, dass die Familien besser auf Dürren vorbereitet sind, sich ausreichend ernähren und ein kleines Einkommen erzielen können.

Vorausschauend denken und nachhaltig handeln

Frau und Tochter mit drei ZiegenTierzucht: Mit Ziegen, Schafen oder Küken können die Frauen ein kleines Einkommen erwerben.Caritas international

Caritas international unterstützt in Arsi und West Hararghe 12.565 Familien mit Saatgut von Mais, Gemüse, Getreide und Teff, einer lokalen Getreideart, das der Dürre trotzt. Dazu spendet Caritas Ochsen als kräftige Helfer.

Damit die Frauen ein kleines Einkommen erwirtschaften können, erhalten sie für eine Zucht Ziegen, Schafe und Küken. Zudem werden mit Bienenstöcken und Baumsetzlingen alternative Einkommensquellen erschlossen. Damit die Hilfe gedeihen kann und Früchte bringt, werden die Familien ausgebildet in landwirtschaftlichen Techniken, Tierzucht, Obst- und Gemüseanbau und einfachen Vermarktungsstrategien.

Nur gemeinsam kann es erfolgreich werden

Der Schutz vor Bodenerosion, eine bessere Ausnutzung der landwirtschaftlichen Flächen und natürlich der Zugang zu Wasser sind weitere wichtige Faktoren für den Erfolg der Maßnahmen. Ausgestattet mit Werkzeugen und fachlichem Know-how legen die Familien selbst Hand an und bauen Steindämme, Terrassen, Teiche und Wasserrückhaltebecken.

In einigen Dörfern werden Quellfassungen repariert und neue Wasserstellen gebaut. In Workshops lernen die Bauern neue Wege kennen, wie sie sich von den ausfallenden Niederschlägen unabhängiger machen und vor den Starkregen schützen können. Etwa mit neuen Pflanztechniken oder den neu angelegten Terrassenflächen, die ein schnelles Abfließen des Regens und damit eine Abtragung des fruchtbaren Bodens an den Steilhängen verhindern.

Juni 2017