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Afrika

Rechte für Kinder

Benin: Perspektiven
für Kinder in Not

Kinderarbeit DantokpaArbeitende Kinder sind in vielen Märkten in Benin ein gewohntes Bild.Foto: Philipp Spalek/ Caritas international

Seit den 1990ern gehört der demokratische Staat Benin zu den politisch stabilsten Staaten Afrikas. Dennoch lebt mehr als ein Drittel der beninischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Eine unzureichende Gesundheitsversorgung führt dazu, dass Menschen an Krankheiten wie Typhus, Malaria und Gelbfieber sterben. "Krankheiten also, die bei guter Vorsorge vermieden und bei entsprechendem Zugang zu einer Gesundheitsversorgung auch behandelt werden können", so die Projektpartner von Caritas international bei ihrem Besuch in Freiburg. 

In Benin fehlen Schulen und qualifiziertes Lehrpersonal. Dieser Mangel wirkt sich negativ auf die Bildung der Kinder aus. Nur knapp die Hälfte aller Menschen der Altersgruppe über 15 Jahre können Lesen und Schreiben.

Unter dieser strukturellen Armut leiden viele Familien. Insbesondere Kinder und Jugendliche, die fast die Hälfte der gesamten Bevölkerung stellen, finden schwer eine Perspektive für die Zukunft. So kommt es immer häufiger vor, dass Eltern ihre Kinder aufgrund falscher Versprechungen oder schlichtweg aus ihrer perspektivlosen ökonomischen Situation heraus in die Hände von Verwandten in die Städte oder gar Händlern geben, die die Kinder dann als Arbeitskräfte in die Stadt oder auch außer Landes vermitteln. Dort sind sie ihren "Besitzern" dann häufig schutzlos ausgeliefert. Ausbeutung und körperlicher oder auch sexueller Missbrauch sind keine Seltenheit. Kinder, denen es gelingt, diesen Verhältnissen zu entfliehen, sind häufig sich selbst überlassen und finden sich auf der Straße wieder. Sie laufen Gefahr, in Kriminalität verwickelt zu werden oder in die Prostitution abzurutschen. Zu wenige erhalten Unterstützung oder die Möglichkeit, sich ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Über ihre Rechte wissen die Kinder oft kaum Bescheid, wenngleich ihr Unrechtsbewusstsein stark ist. Sie spüren sehr wohl, wenn sie von der Gesellschaft nicht wertgeschätzt werden.

Alexandre Degon, Projektkoordinator in Benin, und sein Kollege Roch Maforikan, Verantwortlicher für die offenen Anlaufstellen und Zentren, kennen die Fürsoregepflichten von Staat und Familie genau. Zusammen mit weiteren Sozialarbeitern geben sie in nachfolgendem Video Einblicke in ihre Arbeit und erklären, wie Kinder und Jugendliche in Benin unterstützt und ihre Rechte in der Gesellschaft gestärkt werden können.

Dezember 2017