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Afrika

Rechte für Kinder

Benin: Kinderrechte und Fürsorgepflichten

Kind klopft Steine - ein kleiner Verdienst, dafür aber kein SchulbesuchSteine klopfendes Kind in Dassa: ein kleiner Verdienst, doch keine SchuleVera Jeschke

Seit den 1990ern gehört der demokratische Staat Benin zu den politisch stabilsten Staaten Afrikas. Dennoch lebt mehr als ein Drittel der beninischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Eine unzureichende Gesundheitsversorgung führt dazu, dass Menschen an Krankheiten wie Typhus, Malaria und Gelbfieber sterben. "Krankheiten also, die bei guter Vorsorge vermieden und bei entsprechendem Zugang zu einer Gesundheitsversorgung auch behandelt werden können", so die Projektpartner von Caritas international bei ihrem Besuch in Freiburg. 

In Benin fehlen Schulen und qualifiziertes Lehrpersonal. Dieser Mangel wirkt sich negativ auf die Bildung der Kinder aus. Nur knapp die Hälfte aller Menschen der  Altersgruppe über 15 Jahre können Lesen und Schreiben.

Unter dieser strukturellen Armut leiden viele Familien. Insbesondere Kinder und Jugendliche, die fast die Hälfte der gesamten Bevölkerung stellen, finden schwer eine Perspektive für die Zukunft. So kommt es immer häufiger vor, dass Eltern ihre Kinder aufgrund falscher Versprechungen oder schlichtweg aus ihrer perspektivlosen ökonomischen Situation heraus in die Hände von Verwandten und Händlern geben, die die Kinder dann in die Stadt oder auch außer Landes vermitteln. Dort sind sie ihren "Besitzern" dann häufig schutzlos ausgeliefert. Sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse und körperlicher oder auch sexueller Missbrauch sind keine Seltenheit. Kinder, denen es gelingt, diesen Verhältnissen zu entfliehen, sind häufig sich selbst überlassen und finden sich auf der Straße wieder.  Sie laufen Gefahr, in Kriminalität verwickelt zu werden oder in die Prostitution abzurutschen. Zu wenige erhalten Unterstützung oder die Möglichkeit, sich ein menschenwürdiges Leben aufzubauen. Über ihre Rechte wissen die Kinder oft wenig, wenngleich ihr Unrechtsbewusstsein stark ist. Sie spüren sehr wohl, wenn sie von der Gesellschaft nicht wertgeschätzt werden.

Alexandre Degon, Projektkoordinator in Benin, und sein Kollege, Roch Maforikan,Verantwortlicher für die offenen Anlaufstellen und Zentren ("Drop-in"), kennen die Fürsoregepflichten von Staat und Familie genau. Die Partner von Caritas international sorgen dafür, dass die Rechte der Kinder geachtet und gewährleistet werden und bieten vielfache Unterstützung.

Juli 2017

Im Gespräch: Alexandre Degnon, Projektkoordinator der Caritas Cotonou, und Roch Maforikan, Verantwortlicher für die offenen Anlaufstellen, über die Situation vieler Kinder aus armen Familien in Benin.