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Afrika

Katastrophenvorsorge

Vorsorge gegen Dürre und Wassermangel

Mit Wasser und Vorsorge gegen weitere Dürrekrisen

Wasserhäuschen mit vielen KanisternAn dem Wasserkiosk versorgen sich die Viehhirten aus einem Umkreis von rund 40 Kilometern.Foto: Bente Stachowske/ Caritas international

In der Ortschaft Illadhu in Marsabit wird mit Unterstützung von Caritas international zusammen mit dem Partner PACIDA ein Damm zur Speicherung von rund  23.000 Kubikmeter Wasser gebaut. In dem Wasserrückhalte-Becken wird das Oberflächenwasser während der Regenzeit gesammelt. Der Wasservorrat reicht aus, 2.900 Mensch und rund 11.000 Rinder während der Trockenzeit über einen Zeitraum von drei Monaten mit Wasser zu versorgen.

Dies ist nur ein Aspekt von vielen, um die Menschen im trockenen Norden Kenias gegen weitere Dürren vorzubereiten. Damit die Viehhirten und vor allem die Ärmsten unter ihnen besser gegen die zunehmenden Dürren gewappnet sind, braucht es viele Schritte. Dazu zählt auch die Bereitschaft, Weidelandschutzgebiete zu akzeptieren und dort den Zugang von Herden zu verbieten. Nur so können sich die Weiden erholen, auf denen die Viehnomaden ihre Tiere führen, damit sie genügend Milch und Fleisch geben.

Die sehr knapp ausgefallene Regenzeit im Frühjahr und das lange Warten auf den zweiten Regen diesen November spitzt den Wasserstress zu. Umso wichtiger sind funktionierende Tiefbrunnen, um die trockenen Monate gut zu überstehen. Dank Caritas international konnte der Projektpartner PACIDA (Pastoralist Community Initiative & Development Assistance) alte Generatoren, die das Wasser aus der Tiefe pumpen, durch solarbetriebene Pumpen ersetzen. An einem Wasserkiosk, einem Häuschen mit Wasserhahn, zapfen die Frauen und Kinder nun wieder sauberes Trinkwasser.

Besuch von Caritasmitarbeitern am WasserrückhaltebeckenEines der großen WasserrückhaltebeckenWolfgang Fritz / Caritas international

Zudem wird in der Ortschaft Burgabo eine Wasserleitung gelegt. Caritas international wurde gebeten, sich an den Kosten für die Wasserrohre zu beteiligen. Zwei Drittel der Kosten finanziert die Provinzregierung. Die Grabungsarbeiten zum Verlegen der Rohre erbringen die Bewohner in Eigenleistung. Dank der neuen Leitung erhält zugleich eine Grundschule mit einem angeschlossenen Internat für rund 150 Schüler und Schülerinnen aus Nomadenfamilien Zugang zur Wasserversorgung.

Wasserkomitees für die Versöhnung

Um die vorhandenen Pumpen regelmäßig warten zu können, werden lokale "Pumpen- und Wasser-Mechaniker" ausgebildet. Lokale "Wasser-Komitees" übernehmen die Verantwortung dafür, dass die Pumpen funktionieren und Probleme geregelt werden. In den Komitees sind lokale Viehhirten sowie Dorfvorsteher und Projektverantwortliche aktiv. Wegen der gelegentlichen Konflikte zwischen Gabra und Borana um Land und Vieh werden gemeinsam mit den Komitees Versöhnungsinitiativen gestartet. Zudem sorgt ein Impfprogramm der Regierungsbehörden dafür, rund 120.000 Tiere im Grenzgebiet zu Äthiopien gegen Krankheiten zu immunisieren. Auch im Bezirk Baringo (in der Diözese Nakuru) werden die bewährten Wasserkomitees für eine nachhaltige Nutzung und Planung der Wasserversorgung geschult - das Erlernen von Methoden zur gewaltfreien Konfliktlösungen inbegriffen.

Baumsetzlinge und dürreresistentes Saatgut

Auch in der Diözese Nyeri erprobten 600 ländliche Familien aus Marura und Mitero, und später aus Umande und Muramati dürreresistentes Saatgut und verbesserte Anbautechniken, um die Folgen von Dürreperioden zu vermindern. Nun ist das Programm in den nächsten zwei Dörfern der Diözese aktiv. Indem die Bauern hier einheimische Bäume pflanzen, verbessern sie ihre Böden, die dann Dürren und starken Regenfällen besser standhalten. Wassertanks für 450 Haushalte und kleine Vorrichtungen zur Bewässerung helfen den Familien dabei, die trockenen Zeiten ohne Schaden zu überstehen.

Caritasmitarbeiter an einem neu angelegten Feld in der DürreregionFeldstudie: Mitarbeiter der Caritas Kenia begutachten den Erfolg der ArbeitFoto: Wolfgang Fritz/ Caritas international

In den Distrikten Tanguklbei und Churo wird für weitere 800 Familien (rund 5.600 Personen) der Zugang zu einer regelmäßigen Wasserversorgung verbessert, indem Brunnen restauriert, Pumpen instand gesetzt und weitere Wasser-Kioske eingerichtet werden. Hier ist sauberes Trinkwasser für wenige Cent zu erwerben.

In Tangulbei werden 800 Schüler/innen der St. Luke’s Kasitet Grundschule und die kirchliche Gesundheitsstation durch die Instandsetzung eines Brunnens Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Doch auch Fortbildungen im Bereich Hygiene und Gesundheitsvorsorge gehören zu den vielseitigen Schritten, um die Bevölkerung auf weitere Dürren vorzubereiten. Denn wer mehr weiß, kann sich besser gegen Krankheiten schützen.

November 2016