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Afrika

Katastrophenhilfe

Ostafrika: Vorsorge gegen Dürre und Hunger

Mit Wasser und Vorsorge gegen weitere Dürrekrisen

Besuch von Caritasmitarbeitern am WasserrückhaltebeckenEines der großen WasserrückhaltebeckenWolfgang Fritz / Caritas international

In der Ortschaft Illadhu in Marsabit wird mit Unterstützung von Caritas international zusammen mit der Diözese ein Damm zur Speicherung von rund  23.000 Kubikmeter Wasser gebaut. In dem Wasserrückhalte-Becken wird das Oberflächenwasser während der Regenzeit gesammelt. Der Wasservorrat reicht aus, 2.900 Mensch und rund 11.000 Rinder während der Trockenzeit über einen Zeitraum von drei Monaten mit Wasser zu versorgen.

Zudem wird in der Ortschaft Burgabo eine Wasserleitung gelegt. Caritas international wurde gebeten, sich an den Kosten für die Wasserrohre zu beteiligen. Zwei Drittel der Kosten finanziert die Provinzregierung. Die Grabungsarbeiten zum Verlegen der Rohre erbringen die Bewohner in Eigenleistung. Dank der neuen Leitung erhält zugleich eine Grundschule mit einem angeschlossenen Internat für rund 150 Schüler/innen  aus Nomadenfamilien Zugang zur Wasserversorgung.

Wasserkomitees für die Versöhnung

Um die vorhandenen Pumpen regelmäßig warten zu können, werden lokale "Pumpen - und Wasser-Mechaniker" ausgebildet. Lokale "Wasser-Komitees" übernehmen die Verantwortung dafür, dass die Pumpen funktionieren und Probleme geregelt werden. Wegen der ethnischen Konflikte um Land und Vieh werden gemeinsam mit den Komitees Versöhnungsinitiativen gestartet. Zudem sorgt ein Impfprogramm der Regierungsbehörden dafür, rund 120.000 Tiere im Grenzgebiet zu Äthiopien gegen Krankheiten zu immunisieren.

Caritasmitarbeiter an einem neu angelegten Feld in der DürreregionFeldstudie: Mitarbeiter der Caritas Kenia begutachten den Erfolg der ArbeitWolfgang Fritz / Caritas international

Das Programm zur Katastrophenvorsorge soll auch in Kitui die Menschen in die Lage versetzen, wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen und die landwirtschaftliche Produktion wieder aufzunehmen.

Im Rahmen eines Programms werden hier Gutscheine im Wert von insgesamt 110.000 Euro gegen Arbeit ausgegeben. So werden in Kitui derzeit vier Wasserrückhaltebecken erbaut und rund 100 Kilometer Terrassen angelegt, die eine an das trockene Klima angepasste Bodenpflege der Felder ermöglichen und Erosion verhindern. Für die Gutscheine, mit denen die Arbeitsleistung entlohnt wird, erhalten die Familien in lokalen Geschäften Nahrungsmittel.

Besonders bedürftige Personen wie Kranke und Schwache erhalten zudem dürreresistentes Saatgut, landwirtschaftliche Geräte und Kleintiere wie Ziegen. Die rund 8.000 Kilogramm dürreresistentes Saatgut sollen dazu beitragen, dass sich die Kleinbauern besser gegen den Klimawandel rüsten können. Ein intensives landwirtschaftliches Training und die Gründung von Wasser-Komitees helfen dabei, das Wissen weiterzugeben und die Wasserrückhaltebecken sachgerecht zu pflegen.

Baumsetzlinge und dürreresistentes Saatgut

Auch in der Diözese Nyeri  erproben  600 ländliche Familien aus Marura und Mitero dürreresistentes Saatgut und verbesserte Anbautechniken, um die Folgen von Dürreperioden zu vermindern. Indem die Bauern hier einheimische Bäume pflanzen  - 39.000 Baumsetzlingen sind geplant - verbessern sie ihre Böden, die so Dürren und starken Regenfällen besser standhalten.

Neu errichteter 'Wasserkiosk'Am Kiosk: Trinkwasser statt bunte IllustrierteWolfgnag Fritz / Caritas international

Wassertanks für 450 Haushalte und kleine Vorrichtungen zur Bewässerung helfen den Familien in Marura und Mitero dabei, die trockenen Zeiten ohne Schaden zu überstehen.

In den Distrikten Tanguklbei und Churo wird für weitere 800 Familien (rund  5.600 Personen) der Zugang zu einer regelmäßigen Wasserversorgung verbessert, indem Brunnen restauriert, Pumpen instand gesetzt und Wasser-Kioske eingerichtet werden. Hier ist sauberes Trinkwasser für wenige Cent zu erwerben.

Auch in Nakuru werden die bewährten Wasserkomitees für eine nachhaltige Nutzung und Planung der Wasserversorgung geschult - das Erlernen von Methoden zur gewaltfreien Konfliktlösungen inbegriffen.

In Tangulbei werden 800 Schüler/innen der St. Luke’s Kasitet Grundschule und die kirchliche Gesundheitsstation durch die Instandsetzung eines Brunnens Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Doch auch Fortbildungen im Bereich Hygiene und Gesundheitsvorsorge gehören zu den vielseitigen Schritten, um die Bevölkerung auf weitere Dürren vorzubereiten. Denn wer mehr weiß, kann sich besser gegen Krankheiten schützen.

Dezember 2014