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Afrika

Katastrophenvorsorge

Kenia: Dürre, Wassermangel, Hunger

2 Männer tragen Wasser in einem gorßen Bottich zu einer Herde von SchafenDas Leben der Viehhirten hängt davon ab, ob ihre Tiere genug Wasser bekommen. Hier werden die Kleintierherden am Brunnen in Kondorer getränkt.Bente Stachowske

Ostafrika droht die nächste Hungersnot, auch Kenia ist stark vom ausbleibenden Regen betroffen. Am 11. Februar 2017 hat die kenianische Regierung daher den Notstand ausgerufen. Mehr als zwei Millionen Kenianer sind gegenwärtig von der extremen Trockenheit betroffen und benötigen dringend Hilfe. Die Caritas reagiert auf die aktuelle Krise mit einem Nothilfeprogramm, doch die Region ist auch langfristig auf Unterstützung angewiesen.

Das Klima als Herausforderung

Die Region Marsabit im Norden Kenias grenzt an Äthiopien. Das wüstenähnliche Klima mit extrem begrenzten Niederschlägen und Temperaturen bis zu 42 Grad Celsius ist für die hier lebenden Viehhirten an sich schon eine Herausforderung. Immer wieder fällt der Regen ganz aus und es kommt zu anhaltenden Dürren. Schon bei der großen ostafrikanischen Dürre 2010/2011 zählte Marsabit zu den besonders hart betroffenen Gebieten. In diesem Jahr fiel die erste Regenzeit wieder aus, und auch die zweite lässt auf sich warten. In Marsabit entziehen die Dürrephasen den Menschen zunehmend die Lebensgrundlagen. Und auch die Lebesmittelpreise haben sich in den letzten Monaten drastisch erhöht, worunter besonders die Ärmsten leiden.

Kein Wasser und kein Weideland

Blick auf eine HüttensiedlungZweimal im Jahr fällt normalerweise Regen in der Region Marsabit. 2017 fiel die erste Regenzeit aus und die zweite lässt auf sich warten.Bente Stachowske

Die harschen klimatischen Bedingungen in der Region lassen kaum Ackerbau zu. So leben im trockenen Norden des Landes 80 Prozent der Menschen mit und von ihren Viehherden, die meisten als Nomaden. Die Wege von den kargen Weiden bis zu den Wasserstellen sind für Mensch und Tier ein erheblicher Stressfaktor. Für ihre Herden, von denen die Viehhierten Milch und Fleisch für die eigene Ernährung erhalten, ist Weideland und Wasser lebensnotwendig. Wenn der Regen ausfällt, müssen die Kinder oft über Monate mit den Herden auf der Suche nach Weideland umherziehen. Ein regelmäßiger Schulbesuch ist insbesondere für die Kinder armer Hirtenfamilien dann kaum mehr möglich.

Aufgrund der Übernutzung der verbliebenen Weideflächen sind diese zunehmend der Erosion ausgesetzt und bieten nicht mehr genügend Nahrung für die Viehbestände. Die Viehhalter im Süden Äthiopiens und im Norden Kenias "wandern" zwischen den Ländern hin und her. Ab und an kommt es zu Konflikten um Landrechte und Vieh zwischen den hier lebenden Gabra und Burji auf der einen und den Borana auf der andern Seite. Hinter diesen Konflikten werden politische Interessen im Grenzbereich Kenia/Äthiopien vermutet - die Dürren und fehlenden Weiden verschärfen die Auseinandersetzungen.

Anpassung braucht Vorsorge

Kurzfristige Nothilfeprogramme sind für die Betroffenen eine wichtige Überlebenshilfe. Dennoch ist klar, wie notwendig es wird, die landwirtschaftliche Situation langfristig zu verbessern. Caritas hat daher, neben der akuten Nothilfe, mit ihrer lokalen Partnerorganisation PACIDA verschiedene Projekte in der Region Marsabi lanciert, die die Wasserversorgung und Tierhaltung verbessern, Einkommensalternativen erschließen und die Menschen widerstandsfähiger gegen Dürren machen.

Mai 2017