zurück

Afrika

Situation

Kenia: Dürre, Wassermangel, Hunger

Überleben ohne Regen

Gemeinsam mit ihrem langjährigen lokalen Partner PACIDA (Pastoralist Community Initiative & Development Assistance) leistet Caritas international Nothilfe und Katastrophenvorsorge für mehr als einhunderttausend Menschen im Bezirk Marsabit. Ziele sind eine akute Nothilfe, Maßnahmen zur besseren Wasserversorgung und Tierhaltung, Katastrophenvorsorge und die Schaffung von Einkommensalternativen.

Akute Not lindern

Wassertanklaster in KeniaEin Tanklaster bringt Wasser in das Dorf Yaa Sharbana.Foto: Linda Tenbohlen / Caritas international

Die Mitarbeiter von PACIDA unterstützen Familien und Kinder in Internatsschulen mit Nahrungsmitteln. Familien mit Kleinkindern, schwangere und stillende Frauen sowie alte Menschen erhalten eine nahrhafte und vitamin- und proteinreiche Zusatznahrung. Abgelegene Gemeinden werden mit Tanklastern mit Trinkwasser versorgt, und durch die Bereitstellung von Diesel können vielerorts Wasserpumpen betrieben werden. PACIDA stattet außerdem vielen Pumpen an Tiefbrunnen mit Solaranlagen aus, damit diese günstiger und umweltfreundlicher laufen können.

Vorbereitet auf zukünftige Dürren

Damit die Menschen langfristig besser gegen die immer wiederkehrenden Dürren gewappnet sind, setzen die Mitarbeiter von PACIDA verschiedene Projekte zur Wassergewinnung, Wasserspeicherung und Tierhaltung um. So bauen sie beispielsweise  Dämme zur Speicherung von großen Mengen Wasser. In den Wasserrückhaltebecken kann so das Oberflächenwasser während der Regenzeit gesammelt werden. Der Vorrat reicht aus, um Menschen und Tiere während der Trockenzeiten über mehrere Monate mit Wasser zu versorgen.

Der Direktor von PACIDA im Gespräch mit MenschenWario Adhe, Programmkoordinator von PACIDA, im Gespräch mit Vertretern des lokalen Wasserkomitees.Foto: Linda Tenbohlen / Caritas international

Außerdem baut oder repariert PACIDA Brunnen, Regenwasser-Zisternen, Quellen und sanitäre Anlagen. Um die vorhandenen Wasseranlagen regelmäßig warten zu können, werden lokale "Pumpen- und Wassermechaniker" ausgebildet. Wasserkomitees übernehmen die Verantwortung dafür, dass die Anlagen funktionieren und die Verteilung gerecht erfolgt. Doch braucht es noch viele weitere Schritte, um die Situation für die Bevölkerung langfristig zu erleichtern. Dazu gehört es, den Zustand der Tiere zu stabilisieren. Mit groß angelegten staatlichen Impfkampagnen können wir Gesundheit und Widerstandskraft des Viehs verbessern.

Vorsorglich handeln

WaterkioskWater Kiosk in Balesa. Die Frauen müssen teilweise weite Wege zurücklegen, um das Wasser zu holen.Foto: Linda Tenbohlen / Caritas international

Die Viehhirten müssen außerdem lernen, wie eine nachhaltige Weidebewirtschaftung funktioniert. Nur so können sich die Weiden erholen und neues, kräftiges Weidegras liefern. Ein Umdenken ist auch in der Qualität notwendig. Für viele Hirten ist die Anzahl und nicht der Zustand der Tiere entscheidend. Mit Aufklärung zu Herdenhaltung, Weidemanagement und Ressourcennutzung kann Caritas international hier eine wirtschaftliche und qualitativ hohe Viehhaltung erreichen. Gleichzeitig sollen neue Einkommensquellen geschaffen werden, die die Menschen unabhängiger machen. Daher ist die Anschaffung von Heupressmaschinen zur Tierfutterproduktion und der Bau von Milchdepots mit angeschlossener Fleischerei vorgesehen. Parallel finden Ausbildungen in Milch- und Fleischverarbeitung und Tierfutterproduktion statt.

November 2017