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Afrika

Krisen und Konflikte

Kongo: Hilfe für Opfer der Konflikte

Saatgut und Palmöl für Vertriebene

Mitarbeiter gießt Plamöl in einen KanisterNahrungsmittel sind für alle knapp. Verteilung von Palmöl an Vertriebene und an die lokale Bevölkerung.Volker Gerdesmeier

Mit dem Sturz des Präsidenten Bozizés im März 2013 kam es in der Zentralafrikanischen Republik, die südlich am Kongo angrenzt, zu einer Welle an Gewalt. Mehr als 500.000 Menschen flohen damals in die Nachbarländer, sehr viele in den Nordwesten der Demokratischen Republik Kongo.

Inzwischen ringen verschiedene Fraktionen von Rebellen und Regierungsgruppen gegeneinander um die Macht und sorgen für Unsicherheit und Gewalt. Und auch Präsident Faustin Archange Touadéra konnte bislang - ein Jahr nach Amtsantritt - die Wahlversprechen von Februar 2016 nicht einlösen. Noch immer leben die Menschen in Angst, noch immer sind Hunderttausende auf Hilfe angewiesen.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR schätzte 2015, dass sich in der Provinz Equateur rund 90.000 registrierte Flüchtlinge in den vier offiziellen Flüchtlingscamps aufhalten, weitere 35.000 Flüchtlinge sind außerhalb der Lager in den Gemeinden untergekommen. Aufgrund von Willkür und Gewalt gegen Binnenvertriebene in der Zentralafrikanischen Republik ist eine Rückkehr für diejenigen, die in das benachbarte Kongo geflohen sind, bis heute keine Perspektive.

Nahrungsengpass durch Vertriebene aus der Zentralafrikanischen Republik

In der Provinz Equateur in DR Kongo ist die lokale Nahrungsmittelproduktion sehr begrenzt und die Gemeinden sind arm, die Infrastruktur wie Schulen und Gesundheitsstationen nicht auf die vielen Flüchtlinge vorbereitet. Aufgrund der verbreiteten Armut kann die aufnehmende Bevölkerung die Versorgung der geflüchteten Menschen nicht gewährleisten. In der Folge kam und kommt es zu massiven Nahrungsmittelengpässen, auch für die kongolesische Bevölkerung. Bereits Ende 2013 wurden in dieser Region gravierende Ausmaße an Mangel- und Unterernährung bei der lokalen Bevölkerung erfasst.

Wer jahrelang weit entfernt von der eigneen Existenzgrundlage gelebt hat, ist häufig mittellos, kleinere Rücklagen sind längst aufgebraucht, das Hab und Gut verkauft. Zudem sind im Nordwesten der DR Kongo, insbesondere in der Proviz Equateur, soziale Einrichtungen wie Schulen und Gesundheitsstationen schlecht ausgestattet. Und auch die Infrastruktur wie Straßen und Wasserversorgung sind lückenhaft, was die Ernährungslage zusätzlich erschwert.

Palmöl, Saatgut, Landwirtschaft - für den Aufbau einer Existenzgrundlage

Dringend Hilfe benötigen hier mehrere zehntausend Flüchtlinge und Vertriebene, die im Sommer 2013 vor den Kämpfen aus der Zentralafrikanischen Republik in den Nordwesten des Kongo geflohen waren.  Besonders schwache Flüchtlinge wie Menschen mit Behinderungen, alte Menschen und alleinstehende Frauen wurden seit der Beginn der Krise über die Diözese Molegbe, dem lokalen Partner der Caritas international, mit Hausrat, Nahrungsmitteln, Kleidung und Decken versorgt. Derzeit werden auch die  aufnehmenden Gemeinden Libenge, Zongo, Mobayi Mbongo und Bosobolo, in denen Nahrung für alle knapp ist, in mehrfacher Hinsicht unterstützt.

Kits mit Hacken und Rechen für die VerteilungVerteilung landwirtschaftlicher Geräte in MolegbeVolker Gerdesmeier

Um den akuten Nahrungsmittelengpass zu bewältigen, konnte in einer ersten Phase die Verteilung von Grundnahrungsmitteln die schlimmste Not lindern. Für eine längerfristige Ernährungssicherung erhalten 5.000 Familien - das sind rund 30.000 Menschen - Saatgut sowie landwirtschaftliche Geräte und eine Fortbildung in modernen landwirtschaftlichen Anbautechniken.

Mit der Gründung von Kooperativen werden in der zweiten Phase der Hilfe Einkommensmöglichkeiten für die Familien geschaffen. Die Menschen erhalten Basiskenntnisse, um künftig ihren Lebensunterhalt eigenständig zu generieren und zu sichern. Mit Knowhow, Maniokstecklingen und Saatgut für Gemüse ausgestattet, steigt die Zuversicht der Menschen auf eine nützliche Beschäftigung für den eigenen Unterhalt.

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland unterstützt.

Januar 2017