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Afrika

Konflikte und Krisen

Mali: Hilfe für Vertriebene

Rückkehr braucht Versöhnung

Blick auf einen Bus für die freiwillige RückkehrTransportmöglichkeit für Flüchtlinge, die  freiwillig zurückkehren möchten.Enda aus Mali

Über Monate mussten sie in Flüchtlingscamps ausharren  oder haben bei Gastfamilien und Freunden Zuflucht gefunden: Binnenvertriebene und Flüchtlinge, die vor der Gewalt in Mali  im Jahr 2012 bis über die Grenzen nach Algerien, Burkina Faso und Mauretanien geflüchtet waren. Viele waren in den Süden des Landes geflohen, manche warten dort unter schwierigen Lebensumständen bis heute darauf, in ihre Heimat zurückkehren zu können.

Die Rückkehr nach Monaten oder gar Jahren braucht Zeit und Unterstützung sowie den guten Willen auch der Dagebliebenen. Hier unterstützt Caritas international seit 2014 die Rückkehr von mehreren tausend intern Vertriebenen nach Gao und Timbuktu. So konnten in der Region Timbuktu bis 2016 bereits 800 Haushalte von Flüchtlingen identifiziert und bei der Rückkehr in ihre Gemeinden unterstützt werden. 500 Haushalte kehrten aus Burkina Faso und Mauretanien nach Doukouria zurück, 300 Haushalte kehrten aus Algerien und Mauretanien nach Ber zurück. Diese hohen Zahlen konnten vor allem dank der Beteiligung der betroffenen Gemeindeverwaltungen erreicht werden.

Noch immer besteht in einigen Teilen Nordmalis die Gefahr von bewaffneten Überfällen, Entführungen und Sprengstoffattentaten. Aufgrund der problematischen Sicherheitslage in Ménaka, Inékar, Tidermene, Anderamboukane und Kidal konnte eine Rückkehr von Vertriebenen in diese Gemeinden bisher nicht in gewünschtem Maße realisiert werden.

Männer beraten sich im SitzkreisBeratung mit Dorfbewohnern in  Somagoudou Cornelia Giesing

Versöhnung braucht eine breite Basis

Von großer Relevanz in dieser Arbeit ist der Versöhnungsprozess. Dabei haben die lokalen Versöhnungskommissionen eine wichtige Rolle und begrüßen die Rückkehrenden. Unterstützt wird die Arbeit durch die gewählten Gemeinderäte und Repräsentanten der Zivilgesellschaft, etwas traditionelle und religiöse Führer sowie Vertreter/innen von Frauen- und Jugend- organisationen. Auf diese Weise ist eine möglichst breite Interessenvertretung gewährleistet, um die kommunale Basis in den Versöhnungsprozess einzubeziehen.

Eine weitere Projektkomponente umfasst die Unterstützung von ehemaligen Kindersoldaten sowie von Kindern, die auf andere Weise Opfer des Krieges wurden. Bis Anfang 2015 wurden 270 Kinder in der Region Mopti, 129 Kinder in der Region Gao und 119 Kinder in der Region Timbuktu mit Schulsachen und Kleidung ausgestattet und konnten in den Schulbetrieb integriert werden.

Kinder mit Schulausstattung GruppenfotoDiese Flüchtlingskinder wurden für die Schule ausgestattet und in eine Schule integriertCaritas international

94 Jugendliche in Mopti und Gao erhielten eine Ausbildung in Techniken der Viehzucht und wurden mit Ziegen ausgestattet. Damit sind sie nun in der Lage, für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. In Timbuktu erhielten Jugenliche eine zwanzigtägige Schulung in Färbetechniken und am Ende Werkzeug, um ihr eigenes Gewerbe zu gründen. Über 150 ehemalige Kindersoldaten sowie Kinder, die in anderer Form Opfer des Krieges wurden, konnten bislang psychosozial betreut werden.

Diese Aufgaben -  Wiedereingliederung in die Gesellschaft und Ausbildung von Jugendlichen - blaiben auch in den kommenden Monaten, wennn nicht Jahren, wichtige Schritte, um Zukunftsperspektiven wachsen zu lassen.

Helfen auf verschiedenen Ebenen

Mit dem Bau von Wasserrückhaltebecken, Deichen und Bewässerungssystemen wird die landwirtschaftliche Produktivität verbessert. Diese Aktivitäten werden als "Cash for Work" (Geld für Arbeit)-Programme durchgeführt. Kleinbauern, die von Armut betroffen sind, können mit dem so verdienten zusätzlichen Geld dringend benötigte Lebensmittel für sich und ihre Familien kaufen.

Die Partnerorganisationen - die Caritas San und die Hilfsorganisation ENDA - konzentrieren sich bei ihren gemeinsamen Flüchtlingsprojekten auf die Stadt Mopti, die sich zum Hauptzufluchtsort für die Flüchtlinge entwickelt hat. In der Stadt, die an die von Tuaregs und Islamisten kontrollierte Region im Norden des Landes grenzt, hatten mehrere zehntausend Vertriebene Zuflucht gesucht; darunter viele Kinder.

Die Hilfen der Caritas werden finanziell vom Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit 1,35 Mio. Euro gefördert.

März 2017