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Afrika

Konflikte und Krisen

Mali: Hilfe für Vertriebene

Zwei Frauen tragen einen Sack mit LebensmittelnViele Menschen aus Mali sind bis nach Burkina Faso geflohen. Hier fanden sie Unterstützung von Caritas internationalis. Caritas internationalis

Die Lage in Mali ist auch Anfang 2016 alles andere als sicher. Nach wie vor sind im Norden mehrere  Gruppen von Dschihadisten aktiv. Erst wenige Stunden vor dem Besuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck Mitte Februar 2016 war es zu einem tödlich Anschlag der Islamisten gekommen. Dennoch: Seit der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im April 2013 beschlossen hatte, eine Stabilisierungs-mission in Mali zu stationieren, wendete sich das Blatt. Und seit den Präsidentschaftswahlen sowie seit dem Fiedensabkommen von Juni 2015 spielen immer mehr Geflüchtete mit dem Gedanken der Rückkehr.

Was war vorausgegangen?

Seit im April 2012 Tuareg-Rebellen den Norden Malis besetzt und ein unabhängiges Territorium ausgerufen hatten, herrschte in Mali ein Bürgerkrieg. Im März 2012  hatte ein Militärputsch im Süden des Landes die Regierung destabilisiert und den Boden für den Konflikt im Norden bereitet. Insgesamt waren 2012 mehr als 400.000 Menschen vor den Auseinandersetzungen aus dem Norden Malis geflohen. Rund 200.000 Vertriebene haben in Mali Schutz gesucht; 200.000 waren in die angrenzenden Staaten Niger, Mauretanien und Burkina Faso geflüchtet. 

Anfang 2015 befanden sich allein in Mali noch über 250.000 Menschen als Flüchtlinge oder intern Vertriebene, im Dezember 2015 zählte der UNHCR noch über 150.000 Flüchtlinge in Mali.

C. Klitsch-Ott, Referatsleiter Afrika von Caritas international zu Besuch in MoptiBesuch in der Gemeinde Sio bei Mopti. Der Gouverneur von Mopti hatte zwei Personenschützer für die Besucher abgestelltCaritas international / Hannes Stegemann

Die Vertriebenen suchen Sicherheit

Nach mehreren Jahren der Ungewissheit suchen die Vertriebenen nach Möglichkeiten der Rückkehr. Allein seit dem Friedensabkommen vom Juni 2015 sind rund 41.000 Flüchtlinge zurückgekehrt. Viele fanden ihre Häuser völlig zerstört vor, oftmals wurde ihr Besitz geraubt. Arbeit gibt es kaum. In vielen Orten bleibt die Trinkwasserversorgung mangelhaft, die Schulen sind noch geschlossen, die Krankenstationen überlastet oder nicht in Betrieb. Die sozialen staatlichen Einrichtungen liegen nach wie vor lahm oder nehmen ihre Aufgaben nur eingeschränkt wahr. Insofern ist jede Rückkehr auch eine Rückkehr in die Ungewissheit, zumal da sich viele Flüchtlinge in den Flüchtlingscamps vor Überfällen halbwegs sicher fühlten.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Ernährungslage in weiten Landesteilen schlecht aussieht. Die Preise für Nahrungsmittel sind in die Höhe geschnellt. Laut dem Hilfswerk der Vereinten Nationen sind 2,5 Millionen Menschen von einer unsicheren Ernährungslage betroffen - insbesondere im Norden. Für 2016 wird damit gerechnet, dass 60.000 Frauen und über 700.000 Kinder von Mangelernährung betroffen sein werden.

Transport für RückkehrerTransport für die Rückkehr von VertriebenenCaritas international

Unsicherheit und die Hoffnung, die gleichermaßen mit einer Rückkehr verbunden sind, bestimmen das Schicksal von rund 140.000 Malier/innen, die derzeit noch in den Nachbarländern Niger, in Mauretanien oder Burkina Faso verweilen - sowie weitere 62.000 Menschen, die als intern Vertriebene gelten.

Man muss sich vor Ort gut auskennen, um zur rechten Zeit helfen zu können

Die Partnerorganisationen - die Caritas Mali und die Nichtregierungsorganisation ENDA - konzentrieren sich bei ihrer gemeinsamen Arbeit auf die Stadt Mopti, die sich zum Hauptzufluchtsort für die Flüchtlinge entwickelt hatte. In der Stadt, die an die von Tuaregs und Islamisten besetzte Region im Norden des Landes grenzte, hatten allein 45.000 Vertriebene Zuflucht gesucht - darunter viele Kinder. Die Caritas hatte sich Ende März 2012 aus dem Norden zurückziehen müssen, wo sie in der Pfarrei Gao Lebensmittel und Trinkwasser verteilt hatte. Die Rebellen hatten auf ihrem Vormarsch auch das Caritasbüro in Gao zerstört. Den Caritasmitarbeitenden war die Flucht in letzter Minute gelungen.

Caritas international leistet humanitäre Hilfe dort, wo sie benötigt wird - und wägt zugleich die Risiken ab, die damit verbunden sind. Neben der Caritas Mali ist die Organisation ENDA mit einem landesweiten Sozialprojekt für Straßenkinder ein verlässlicher Partner vor Ort. Die Nichtregierungsorganisation ENDA verfügt in allen Städten über Verbindungsbüros und leistet, gemeinsam mit Caritas international, neben der Soforthilfe für Vertriebene, praktische Hilfe bei der Rückkehr. Dank der flächendeckenden Präsenz von ENDA Mali ist es Caritas international möglich, die Situation gut einzuschätzen und die konkreten Hilfsangebote entsprechend anzupassen.

Februar 2016

Mali Ocha Karte 17. Januar 2013UN-Ocha Karte: Vertriebene in Mali, 17. Januar 2013OCHA

 

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