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Afrika

Katastrophenvorsorge

Niger: Vorsorge gegen den Hunger

Kinder auf Eseln mit leeren Plastikkanistern in einer trockenen LandschaftKinder auf dem Weg zum Wasserholen in der Nähe der Stadt Diffa an der nigerianischen GrenzeSam Phelps

Die Meldungen über die einbrechende Hungerkrise im Jahr 2010 / 2011 im Niger sind längst vergessen. Erst berichteten die Nachrichtenagenturen über Monate von einer schweren Dürre im gesamten südlichen Sahel, im August und September 2011 dann über Wassermassen, die den Pegel des Niger-Flusses so hoch steigen ließen wie seit 1929 nicht mehr. Tatsächlich folgen immer häufiger gewaltige Überschwemmunglang auf anhaltende Dürren. Der Grund: der Boden kann dann den Niederschlag kaum aufnehmen. Die Wassermassen sind nicht geeignet, ein Feld zu bestellen, denn die Gefahr ist groß, dass das wertvolle Saatgut einfach weggeschwemmt wird. 

Jede einzelen Dürre ist für die Menschen in Niger, das weitgehend agrarisch geprägt ist, schlimm. Der Wassermangel ist eklatant, die Verwüstung weiter Landstriche schreitet voran und mit den heftigen Regenfällen und der in Mitleidenschaft gezogenen Vegetation auch die Bodenerosion. Die Kombination von langer Trockenheit und plötzlichen heftigen Niederschlägen verschärft, je häufiger sich diese wiederholt, die nahezu chronische Ernährungskrise im Land.

Wenn Hunger chronisch wird

Die schwere körperliche Tätigkeit in der Landwirtschaft und eine oft über mehrere Monate im Jahr währende schlechte Ernährung schwächt die Menschen, der Gesundheitszustand der Bevölkerung verschlechtert sich. Insbesondere Kinder und Frauen trifft der Ernährungsmangel folgenschwer. Frühkindliche Unterernährung, vor allem bis zum zweiten Lebensjahr, führt in der Regel zu irreparablen physischen und mentalen Beeinträchtigungen in der Entwicklung der Kinder. Und zu erhöhter Sterblichkeit.

Während der Hungerkrise im Sommer / Herbst 2010 leistete Caritas international Soforthilfe mit Nahrungsmitteln. Gleichzeitig hat Caritas langfristige Programme zur Ernährungssicherung aufgebaut, um die Folgen zukünftiger Trockenzeiten zu mindern. Hier ist der Bedarf nach wie vor groß. Denn noch immer sind viele Frauen und Kinder auf eine Unterstützung angewiesen, um der chronischen Unterernährung zu entkommen.

Oktober 2016