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Afrika

Rechte für Kinder

Niger: Hilfe für Straßenkinder

Kinder sitzen auf einer MauerViele Straßenkinder in Mali schützen sich gegenseitig in KleingruppenCaritas international

Die Jobs, die die Straßenkinder annehmen müssen, sind meist Gelegenheitsarbeiten im informellen Sektor - vom Schuheputzen, Blindenführer, Staßenverkäufer bis hin zur Kinderprostitution. Vor allem Mädchen sind häufig von sexueller Ausbeutung betroffen. Nur acht Prozent der Jugendlichen in Niger arbeiten in regulären Arbeitsverhältnissen.

Zur Schule gehen können viele dieser Kinder im Niger nicht, obwohl offiziell  Schulpflicht besteht und der Unterricht kostenlos ist. Mit rund 60 Prozent ist die Einschulungsquote in Niger sehr niedrig, und in den Armenvierteln der Städte sind die Chancen für die Kinder, auf eine Schule gehen zu können, noch schlechter. Vier von fünf jungen Frauen sind Analphabetinnen.

Eines der tiefgreifendsten Probleme des Landes im Sahel ist die Armut der Bevölkerung. Aufgrund ausgedehnter Dürren wandern viele Menschen in die Wirtschaftszentren im Süden des Landes, zum Beispiel in die Stadt Magadi nahe der nigerianischen Grenze. Mehr als zehn  Stadtteile gelten hier als soziale Brennpunkte. Auch die Flucht vor der Terrororganisation Boko Harram spielt eine Rolle.

Während in der Vergangenheit die Armut in den ländlichen Regionen immer deutlicher sichtbar wurde, hat sie in den vergangenen Jahren gerade auch in Großstädten wie Niamey, Maradi und Agadez zugenommen. Besonders Kinder und Jugendliche sind stark betroffen. Mit Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Hoffnungslosigkeit werden viele junge Menschen täglich konfrontiert. 

Wenn ein Missgeschick dem nächsten folgt

Vor allem Straßenkinder, einige Koranschüler und inhaftierte Jugendliche leben in großer Unsicherheit, denn ihnen wird das Recht auf eine angemessene Bildung, auf Schutz und Entwicklung oft nicht gewährt. Unzählige junge Mädchen versuchen, sich als Verkäuferinnen durchzuschlagen. Viele Straßenkinder leben vom Betteln, als Blindenführer oder Handlangertätigkeiten. Um sich ernähren zu können, greifen viele Kinder - gelgentlich oder regelmäßig -  zu kleinen Diebstählen. Sie sind daher immer auch von Gefängnisstrafen und längeren Haftaufenthalten bedroht. Sind sie erst einmal inhaftiert, kann es aufgrund des Mangels an Richtern Monate oder sogar Jahre dauern, bis eine Gerichtsverhandlung über ihr Schicksaal entscheidet.

Ein weiteres Problem stellt die Prostitution von Straßenmädchen dar. Vor allem im städtischen Milieu mit durchreisenden Händlern und Saisonarbeitern ist sie weit verbreitet. Caritas international unterstützt seit einigen Jahren die Arbeit der Caritas Niger im präventiven Bereich der offenen Jugendarbeit, insbesondere mit Straßenkindern.

Oktober 2016