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Afrika

Katastrophenhilfe

Ostafrika: Vorsorge gegen Dürre und Hunger

Mitarbeiter der Caritas Kenia auf einem neu gepflanzten FeldHarte Bedingungen in der Dürreregion. Doch auch hier kann die Saat aufgehen.Wolfgang Fritz / Caritas international

Die Region Marsabit im Norden Kenias grenzt an Äthiopien. Das wüstenähnliche Klima mit extrem begrenzten Niederschlägen und Temperaturen bis zu 42 Grad Celsius ist für die hier lebenden Viehhirten an sich schon eine Herausforderung. Immer wieder fällt der Regen ganz aus und es kommt zu langanhaltenden Dürren. Auch bei der großen ostafrikanischen Dürre im Jahr 2011 zählte die Region zu den besonders betroffenen Gebieten.

Die harschen klimatischen Bedingungen lassen keinen oder einen nur sehr begrenzt Ackerbau zu. So leben hier 85 Prozent der Menschen mit und von ihren Viehherden, die meisten als Nomaden. Die Viehhalter im Süden Äthiopiens und im Norden Kenias "wandern" zwischen den beiden Ländern hin und her. Ab und an kommt es zu gewalttätigen Konflikten um Landrechte und Viehherden zwischen den hier lebenden Gabra und Burji auf der einen Seite und den Borana auf der andern Seite. Im Hintergrund dieses Konflikts werden politische Interessen im Grenzbereich Kenia/Äthiopien vermutet - die Dürren und fehlenden Weiden verschärfen diese Konflikte.

Wenn die Vorräte verbraucht sind...

Auch das Gebiet der Diözese Kitui war in den letzten Jahren immer wieder von langanhaltenden Dürren betroffen, im Jahr 2011 kam es zu weitflächigen Totalausfällen bei den Ernten. So konnten viele Familien keinerlei Einkommen erzielen, ihre Lebenssituation hat sich rapide verschlechtert: Vorräte an Nahrungsmittel und Saatgut sind längst aufgebraucht und die meisten Nutztiere verkauft, um mit dem Erlös Essen für die Familien zu kaufen.

Auch In der Diözese Nyeri  nehmen langanhaltende Dürreperioden sowie heftige Regenfälle außerhalb der Regenzeit zu. Die damit verbundenen Ernteausfälle im Laikipia Central Distriktes und in Teilen der Provinz Rift Valley wirken bis in die Städte und urbanen Zentren: Grundnahrungsmittel wie Bohnen und Mais werden teuer, viele städtische Arme können sich die tägliche Mahlzeit nicht mehr leisten.

Den Bewohner/innen vor allem im nördlichen Bereich der Diözese Nakuru ergeht es ähnlich wie in Nyeri oder Kitui. Im Bezirk Baringo County, die zur Diözese Nakuru gehört, ist die Landschaft karg, der Boden steinig. Die meisten Bewohner/innen hier sind Viehhirten - sie leben mit und von ihren Tieren. Auch wandern sie in der Trockenzeit mit ihren Herden - und oftmals mit der ganzen Familie - auf der Suche nach Wasser und nach geeigneten Weidegründen umher.

Die letzte große Dürreperiode im Jahr 2011/2012 hatte auch hier katastrophale Konsequenzen: Wegen der knapper werdender Wasserreserven kam es 2014 verstärkt zu teilweise massiven Konflikten innerhalb der Gemeinden. Frauen verbringen bis zu zwölf Stunden pro Tag mit der Suche nach Wasser für die Familien. Vor allem gegen Ende der Trockenzeit steigt regelmäßig die Anzahl der unterernährten Kinder. Extrem schwierig wird dann zudem die Ernährungssituation von Schwangeren und Müttern mit kleinen Kindern. Der Wassermangel verursacht auch eine hohe Rate an Schulabbrüchen an den Grundschulen, weil die Kinder mit den Herden auf der Suche nach Wasser umherziehen.

Anpassung braucht Vorsorge

Die oft kurzfristigen Nothilfeprogramme der Caritas Nyeri und Nakuru sind für die Betroffenen eine wichtige Überlebenshilfe. Dennoch wurde klar, wie notwendig es wird, die landwirtschaftliche Situation langfristig zu verbessern. Im Rahmen eines Programms zur Reduzierung der Risiken versuchen die Mitarbeiter/innen der Partnerorganisation von Caritas international nun, die Folgen zukünftiger Dürreperioden im Vorfeld zu mindern und die Bevölkerung auf dürrebedingte Stresssituationen besser vorzubereiten.

Dezember 2014