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Afrika

Situation

Somalia: Nothilfe und Wasser für Vertriebene

Kochkurse und Gutscheine in Somalia

Frau fertigt Teigbrot anIn dem Flüchtlingscamp Dadaab (Kenia) leben tausende Somali. Andere flohen in Camps und Siedlungen nach Banadir.Paul Jeffrey

Gemüse, Hülsenfrüchte, Speiseöl: Das sind nur wenige Zutaten. Doch die meisten Vertriebenen in Somalia haben nicht einmal das. Wie lässt sich in dieser angespannten Situation, in der auch das Trinkwasser und das Kochgeschirr knapp sind, die Ernährung von Tausenden sicherstellen? Die in Banadir ansässige lokale Hilfsorganisation Daryeel Bulsho Guud (DBG) weiß aus langjähriger Erfahrung, was am besten funktioniert, was am schnellsten angenommen wird.

Kochkurse und Warengutscheine: Mit dieser kombinierten Hilfe unterstützen die Mitarbeiter von Daryeel Bulsho Guud nahezu 4.000  somalische Haushalte. Die Hilfe ist überlebenswichtig für Vertriebene, die von Hunger und Mangelernährung in dem ostafrikanischen Land am meisten betroffen sind: stillende Mütter und Familien mit mehr als zwei Kleinkindern unter fünf Jahren oder mit Menschen mit Behinderung sowie für unbegleitete Kinder.

Trotz enormer Sicherheitsrisiken auch für die Hilfsorganisationen ist diese Nothilfe für eine weithin vergessene Krisenregion lebensnotwendig: Viele tausend Menschen sind ohne die Nothilfe nicht in der Lage, sich zu ernähren [siehe Situation].

In Kochkursen geben ausgebildete Kräfte das Wissen darüber weiter, wie eine Speise mit den lokal verfügbaren Mitteln nährstoffeffizient zubereitet werden kann. Zugleich ist der Kochkurs ein Ort der Begegnung und des Austausches von Gleichgesinnten, die hier ihre Sorgen teilen. Kommunikation und Kontakt sind ein wichtiger Part, der beim Kochen und Lernen über Ernährungsfragen in dieser angespannten Lage Erleichterung verschafft. Hier fließen Informationen, hier werden Erfahrungen geteilt.

Schnell und flexibel

Eine erste Erhebung in der Region hat ergeben, dass mit den Warengutscheinen am schnellsten in einer Weise geholfen werden kann, die flexibel genug ist, den Bedarf der mangelernährten Menschen möglichst individuell zu berücksichtigen. Und die zugleich die lokalen Versorgungstrukturen stärkt.

Somalia: Mahlzeit für FlüchtlingskinderGrundschüler der "Mayath Boys and Girls Primary School" freuen sich über die regelmäßige warme Mahlzeit.Christoph Pueschner / Diakonie Katastrophenhilfe

Um Menschen in der Region besser zu befähigen, Hunger und Nahrungsmittelknappheit aus eigenen Kräften zu bewältigen, prüfen die Projektpartner den großflächigen Einsatz von Warengutscheinen durch eine große Anzahl von Hilfsorganisationen. Denn Hilfe ist dann schnell, gezielt und effektiv, wenn die Begünstigten selber bei den kleinen Händlern vor Ort unter einer Reihe von möglichen Gütern auswählen können, was sie am nötigsten brauchen, statt auf eine Verteilung von Standardpaketen zu warten.

Gute Erfahrungen machten die Projektpartner auch mit Schulspeisungen: An 45 Schulen des Projektgebietes Cueibet County erhielten die Schüler und Schülerinnen über Montate eine warme Mahlzeit aus einem naehrstoffreichen Soja-Mais-Gemisch. 

Juni 2016

Der Bedarf an Hilfe ist in Somalia sehr groß. Daher wirbt die Diakonie Katastrophenhilfe neben Spenden auch Geld bei deutschen Ministerien und den Vereinten Nationen ein und führt Projekte mit finanzieller Unterstützung von Caritas international durch.