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Afrika

Konflikte und Krisen

Sudan: Versorgung in den Nuba-Bergen

Bildung sichert Zukunft

Schulkinder im KlassenzimmerÜber 300 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule in Gidel. Oft nehmen sie lange Schulwege jeden Tag in Kauf, um die Schule zu besuchen.Birgit Kemmerling

Die Diözese El Obeid betreibt in den Nuba-Bergen vier Grundschulen und eine weiterführende Schule sowie ein Lehrerausbildungsseminar. Eine der Grundschulen und eine weiterführende Schule sind in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses in Gidel angesiedelt. Zwischen 60 und 70 Kinder gehen in eine Klasse. Die Schülerinnen und Schüler sind sehr lernbegierig und die Lehrer tun ihr Bestes.

Der Schulbesuch für Kinder und Jugendliche in den Nuba-Bergen ist keine Selbstverständlichkeit. Es gibt kaum staatliche Schulen. Im vergangenen Jahr konnten nur knapp 47 Prozent der rund 235.000 Kinder und Jugendlichen eine Schule besuchen. Die Mädchen und Jungen nehmen weite Wege in Kauf, um die Schulen zu besuchen.

Ein Ort zum Leben und Lernen

Derzeit besuchen 300 Kinder und Jugendliche die St. Peter und Paul Schule in Gidel. 51 Mädchen leben permanent in einem kleinen Schlafsaal. Es gibt nicht ausreichend Schlafplätze, die Mädchen teilen sich 28 Betten. Die Jungen bauen sich eigene kleine Strohhütten vor dem Schulgelände. Um den Schlafsaal der Mädchen zu erweitern und auch für Jungen einen Schlafsaal zu bauen, finanziert Caritas international den Zement und weitere  Baumaterialien. Auch werden die Kosten für die Instandhaltung der Solaranlagen auf den Schulgebäuden übernommen.

Schulkinder im KlassenzimmerDie Schülerinnen und Schüler sind froh über die Unterstützung mit Büchern, Hefte und Stifte. Caritas international / Birgit Kemmerling

Die Schülerinnen und Schüler werden in englischer Sprache unterrichtet. Es gibt nicht ausreichend Lehrkräfte in den Nuba-Bergen, und so kommen nur wenige der Lehrer direkt aus der Region. Die Mehrzahl der Lehrerinnen und Lehrer, inklusive der Direktoren, sind aus Uganda, Kenia und aus dem Südsudan. Während der Schulzeit leben sie auf dem Schulgelände der Schulen. Zweimal im Jahr reisen sie nach Hause, um ihre Familien zu besuchen.

Gemeinsam mit der Schulleitung wurden nun Schulmaterialien in Kenia bestellt: Bücher, Hefte, Stifte, Übungsbücher, Kreide. Und auch Tische, Stühle, Schränke und Tafeln. Die Güter können voraussichtlich erst nach dem Ende der Regenzeit Ende 2016 in die Nuba-Berge transportiert werden, denn vorher sind die Straßen nicht passierbar. 2.450 Grundschulkinder profitieren von der verbesserten Ausstattung sowie den Schulmaterialien. 400 Jugendliche auf der von der Diözese El Obeid betriebenen Sekundarschule schauen durch die verbesserten Lernbedingungen mit Hoffnung auf ihre Zukunft.

August 2016