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Afrika

Flucht und Migration

Südsudan: Hilfe für Vertriebene

In einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) heißt es im Februar 2017, dass 5,5 Millionen Menschen - und damit die Hälfte der Bevölkerung - unter Hunger zu leiden haben. Sollte sich die Situation nicht bald verbessern, droht vielen dieser Menschen der Hungertod. Die gegenwärtige Dürre in Ostafrika verschärft die Lage im Südsudan, doch der Krieg hat das Land und seine Bevölkerung schon zuvor in große Not gebracht. Besonders betroffen sind die Provinzen Unity und Upper Nile, wo die meisten Menschen durch die Kämpfe vertrieben wurden oder aus Angst vor drohenden Übergriffen ihre Dörfer verlassen haben.

Machtkämpfe nach der Staatsgründung

Wasserlieferung im UN-Camp in Juba.Wasserlieferung im UN-Camp in Juba. Aktuell leidet das Land unter einer schweren Dürre.Foto: Philipp Spalek

Rückblick: Bereits kurze Zeit nach der Staatsgründung 2011 begann im Südsudan ein Machtkampf zwischen Staatspräsidenten Salvar Kiir, der sich als ein Dinka bezeichnet, und dem damaligen Vizepräsident Riek Machar, Angehöriger der Nuer. Als Kiir Vizepräsident Machar absetzte, kam es zwischen den beiden Lagern zu ersten Kämpfen, die schließlich in einen of-fenen Bürgerkrieg mündeten. Aus dem Ringen um Macht und Einfluss war ein ethnischer Konflikt geworden, der seither auf brutale Weise und auf Kosten der Zivilbevölkerung ausge-tragen wird. Machar, der die oppositionelle Rebellenarmee anführt, flüchtete nach Ausbruch des Bürgerkriegs ins Exil. Die ersten Friedensgespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba waren zunächst zum Stillstand gekommen, doch auf internationalen Druck unterzeich-neten beide Seiten im August 2015 ein Friedensabkommen.
Leider brachte das Abkommen nicht den von der Bevölkerung ersehnten Frieden, die Kämpfe gingen nahezu unvermindert weiter. Hoffnung auf Frieden keimte zuletzt auf, als Machar nach zwei Jahren im Exil im April 2016 in die Hauptstadt Juba zurückkehrte und erneut zum zweiten Mann im Staat vereidigt wurde. Doch kurz vor dem Unabhängigkeitstag am 9. Juli 2016 flammten die bewaffneten Kämpfe zwischen Streitkräften und Rebellen in der südsuda-nesischen Hauptstadt Juba wieder auf. Ex-Vizepräsident Riek Machar wurde von seinem Wi-dersacher und Präsident Salvar Kiir nach dem neuerlichen Ausbruch der Kämpfe abgesetzt. Die politische Krise und die unüberschaubaren Kampfhandlungen haben zu einer neuen Fluchtbewegung geführt.

3 Millionen Vertriebene seit 2011

Rund 35.000 Vertriebene leben im UN-Camp in Juba.Rund 35.000 Vertriebene leben im UN-Camp in Juba.Foto: Philipp Spalek

Viele suchen Zuflucht in sichereren Landesteilen oder in einem der sechs im Land verteilten UN-Camps, den so genannten "Protection of Civilians". Allein im Camp in Bentiu (Unity) leben über 50.000 Vertriebene, in den UN-Camps in Juba leben knapp 35.000 auf engstem Raum in einer Zeltstadt. Die hygienischen Zustände sowie die medizinische Versorgung in den überfüllten Lagern sind sehr schlecht, das Wasser streng rationiert und immer knapp. Zwei Mal am Tag können die Menschen an wenigen Wasserstellen ihre Kanister füllen.
Die eskalierende Gewalt und Angst vor Übergriffen sorgen seit Jahren dafür, dass Felder in vielen Teilen des Landes nicht bestellt wurden und Ernten ausblieben. Mit fatalen Folgen für die ohnehin seit jeher von Lebensmittelimporten stark abhängige Bevölkerung. Gerade dieje-nigen, die sich nicht in die Nachbarstaaten flüchten oder eines der UN-Camps erreichen konn-ten, leben in großer Unsicherheit. Sie wissen oft nicht einmal, was und ob sie morgen oder in den kommenden Tagen und Wochen zu essen haben. Durch die aktuelle Dürre in der Region, die seit Monaten in großen Landesteilen vorherrscht und auch für das nächste halbe Jahr prognostiziert wird, verschärft sich die Situation immer weiter.

Februar 2017