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Afrika

Situation

Südsudan: Dürre und Vertreibung

Hilfe für die Leidtragenden von Krieg und Dürre

Frauen sitzen erschöpft von der Flucht auf dem BodenDiese Menschen sind aus Wau Shilluk geflohen, erschöpft haben sie ein Camp erreicht. Ilvy Njiokiktjien

Wenn sich zwei Krisen gleichzeitig ereignen, ist die Not mehr als doppelt groß. Der Ausbruch des Bürgerkriegs im Südsudan im Dezember 2013 hat sich längst zu einer der weltweit größten humanitären Krisen entwickelt: Rund drei Millionen Menschen leben entweder als intern Vertriebene im eigenen Land oder sind ins Ausland geflohen. Zu den kriegerischen Wirren, Gewalt und Vertreibungen kommt nun eine ausgeprägte Dürre. Während die Hilfswerke im Januar 2017 von 3,3 Millionen Menschen sprachen, die von einer Hungersnot bedroht sind, erleiden nach neuen Schätzungen von Mai 2017 nahezu fünf Millionen Menschen eine Nahrungskrise, 100.000 Menschen sind akut vom Hungertod bedroht.

Der Hunger im Südsudan ist das Resultat einer verheerenden Sicherheitslage und einer schlimmen Dürre. Willkür und Gewalt hindern die Menschen daran, ihre Felder zu bestellen, und die Dürre, von der momentan weite Teile Ostafrikas betroffen sind, lässt die wenigen verbliebenen Ernten verdorren und das Vieh verenden. Die Partner der Caritas helfen momentan an verschiedenen Orten im Land.

Verteilung von Lebensmitteln an RückkehrerIn Wau, im Nord-Westen des Südsudans, erhalten 500 Familien von Rückkehrern Lebensmittelnothilfe.Foto: Caritas Wau

Nahrungsmittelnothilfe im Norden

Im Norden des Landes konnte Caritas international, dank seiner Partner vor Ort, seit Juli 2016 rund 4.500 Menschen mit Lebensmitteln versorgen. Dabei hat unser Partner, die "Bishop Gassis Relief and Rescue Foundation", besonders bedürftige Binnenflüchtlinge, Rückkehrer/innen und Mitglieder der Gastgemeinden in den Gebieten Agok, Abyei und Turalei unterstützt. Ein Schwerpunkt wurde dabei auf besonders verwundbare Menschen gelegt, beispielsweise Behinderte, Waisenkinder oder alte Menschen ohne Familienangehörige - insbesondere die Viehhirten oder auch Bettler leiden Hunger und Not. Der Andrang ist groß, doch es geht gerade auch darum, die Menschen zu erreichen, die sich kaum mehr bemerkbar machen können - aus purer Erschöpfung. Die Partner von Caritas international kennen sich vor Ort gut aus und suchen diese Menschen auf.

Dorf im SüdsudanLaut einem Bericht der UN, könnten bis zu 5,5 Millionen Menschen von der Hungerkrise betroffen sein. Foto: Sean Farrell / Trocaire

In der Diözese Wau, etwas weiter südlich, konnte die Caritas Wau / Diözese Wau, zusammen mit der indischen Mary Help Association, ebenfalls rund 500 vom Konflikt betroffenen Familien helfen - derzeit werden weitere 4.200 Bedürftige mit Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Geräten versorgt. Viele waren bei den Auseinandersetzungen im Juni 2016 aus Wau geflohen und sind nun zurückgekehrt. Doch durch die Flucht haben sie so gut wie alles verloren, auch den Zugang auf ihre Felder. Es fehlt Saatgut und landwirtschaftliche Geräte für die Ernte, wenn denn der Regen fällt.

Vorbereitung der langfristigen Hilfe rund um die Hauptstadt

Zusammen mit einer weiteren Partnerorganisation, der "Society of Daughters of Mary Immaculated", initiiert Caritas international ein auf mehrere Jahre angelegtes Projekt, um die Ernährungssituation in 20 Dörfern rund um die Hauptstadt Juba zu verbessern. Hier werden landwirtschaftliche Geräte angeschafft und Bewässerungssysteme gebaut. Außerdem verteilen unsere Partner Saatgut, Setzlinge und Kleinvieh an Menschen, die von der Krise besonders hart betroffen sind. Auch werden insgesamt sechs Trinkwasserbrunnen und sechs Saatgutlager gebaut. Verschiedene Schulungen, Workshops und Trainings ermöglichen den Menschen, vorhandenes Wissen zu teilen und so die Landwirtschaft langfristig produktiver zu gestalten. Das Projekt wird bis 2021 laufen, mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Millionen Euro. Es wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Juni 2017