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Afrika

Rechte für Kinder

Tansania: Vorschulische Bildung in ländlichen Regionen

Kinder sitzen unter einem Baum vor einer TafelDie Vorschulprogramme der Caritas schaffen Kindergärten, um die schlechte Bildungssituation für Kinder in den ländlichen Gebieten zu verbessern. Caritas international

Bildung wird von vielen Menschen in Tansania als bedeutender Schritt zur Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse verstanden. Das Schulsystem in Tansania umfasst eine siebenjährige Primarschulerziehung, vier Jahre Sekundarschule sowie zwei Jahre erweiterte Sekundarschule. Daran kann sich eine mindestens dreijährige Universitätsausbildung anschließen.

In den letzten Jahren wurde von der Regierung ein Mangel an Vorschulerziehung wahrgenommen. Sie machte deshalb eine mindestens zweijährige Vorschulerziehung der Kinder zur Voraussetzung, um zur Primarschule zugelassen zu werden. Grundsätzlich sollen Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren Zielgruppe in der Vorschulerziehung sein. Nicht selten sind jedoch auch Acht- bis Neunjährige in den Kindergärten anzutreffen, die wegen des fehlenden Kindergartenbesuchs von den Primarschullehrern zurückgewiesen wurden.

zwei Jungs arbeiten mit großen HolzbuchstabenKinder im Vorschulalter finden oft keine Vorschule in ihrer Nähe und haben dann keine Möglichkeit, sich auf die Primarschule vorzubereiten.Caritas international

Vorschulen und Kindergärten

Um das System der Vorschulerziehung flächendeckend einzuführen, fehlen der Regierung allerdings die finanziellen Mittel. Die Einrichtung und der Betrieb von Vorschuleinrichtungen fallen deshalb oft in die Verantwortung der Gemeinden und ihrer eigenen Ressourcen. Dies führt insbesondere in ländlichen Gebieten, wo Gemeinden nur über geringe Finanzmittel verfügen, zu großen Schwierigkeiten. Darüber hinaus sind in den vorhandenen Vorschuleinrichtungen auch qualitative Mängel festzustellen. Ursachen dafür sind große Erfahrungsdefizite der Erzieher/innen sowie ihre fehlende oder unzureichende Aus- und Weiterbildung von staatlicher Seite. Private Initiativen werden von der Regierung aus diesen Gründen sehr begrüßt.

Das Projektgebiet des Vorschulprogramms der Caritas Tansania liegt in den Diözesen Same und Arusha, an der Nordgrenze Tansanias zu Kenia. Das Projektgebiet bezieht nun auch zunehmend Gemeinden mit ein, in denen vor allem Angehörige der Massai wohnen, die bislang sehr benachteiligt wurden. Viele Massai leben als nomadische Viehhirten, die aufgrund sich verändernder Lebensbedingungen jedoch mehr und mehr sesshaft werden. Ihr Interesse an einer Ausbildung der Kinder ist oftmals groß. Hingegen ist der Zugang der Massai zu Bildungseinrichtungen bisher sehr unzureichend, da es in der Region zu wenige Kindergärten und Schulen gibt, und vor allem gut ausgebildete Erzieher und Erzieherinnen fehlen.

Wer lernen will, muss das laut kundtun

Um diese Situation gerade auch für die Kinder der Nomadenfamilien zu verbessern, fördert die Diözese Arusha nun in einem zweijährigen Programm bis 2018 die Ausbildung der Erzieher/innen in der lebensweltorientierten Pädagogik (pädagogischer Situationsansatz) sowie den Aufbau weiterer Vorschulen. Mit Eltern-Komitees wird der Austausch zwischen den zuständigen Gemeinden und den Einrichtungen zum Wohle der Kinder und nach den Bedürfnissen der Familien ausgerichtet.

Oktober 2016