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Afrika

Konflikte und Krisen

Tschadsee: Hungerkrise

Humanitäre Hilfe in der Tschadsee-Region

Die Ernährungs- und Sicherheitslage in den Ländern Nigeria, Kamerun, Niger und Tschad rund um den Tschadsee verschlechtert sich seit Monaten zunehmend, doch die Hilfsapelle von Hilfsorganisationen und den Vereinten Nationen sind gerade einmal zu 40 Prozent gedeckt.

Hilfe für die Opfer von Boko Haram im Tschad

Saatgut und landwirtschaftliches WerkzeugCaritas stellt den vertriebenen Familien zum Beispiel Saatgut und landwirtschaftliches Werkzeug zum Bestellen der Felder zur Verfügung.Foto: Alexandra Wey

Die Terrorgruppe Boko Haram entstand zwar in Nigeria, verbreitet jedoch auch im Tschad zunehmende Angst und Schrecken. Im West-Tschad, in der Region des Tschad-Sees, sind derzeit rund 124.000 Menschen auf der Flucht. Doch die Gemeinden, die die Vertriebenen bei sich aufnehmen, leiden selber unter den Folgen des Konflikts. Die Wirtschaft der Region ist völlig zusammengebrochen, seit die Straßen zu den ehemaligen Warenumschlagsplätzen zu gefährlich geworden sind. Wo einst jährlich bis zu 150.000 Tonnen Fisch verkauft wurde, steht heute ein ausgestorbener Marktplatz. Ein Caritas-Projekt soll die Lebensbedingungen der Menschen im Tschad verbessern. Und zwar sowohl die der Geflohenen als auch die der aufnehmenden Bevölkerung. Für diesen Zweck werden Nahrungsmittel, Werkzeug und Saatgut verteilt. Außerdem erhalten durch das Projekt 5.000 Menschen Zugang zu Brunnen und sanitären Einrichtungen.

Gemeinsam mit dem internationalen Caritas-Netzwerk

Lokale Caritasverbände unterstützen seit mehreren Monaten in Nigeria, Niger, dem Tschad und in Kamerun die Opfer der Hungerkrise mit Nahrung, Wasser und Notunterkünften. Laut ihren Einschätzungen sind 9,2 Millionen Menschen dringend auf Hilfe angewiesen. Besonders Kinder sind betroffen: In einigen Regionen im Norden Nigerias sind mehr als die Hälfte der unter fünfjährigen Kinder unterernährt, in der gesamten Region leiden eine halbe Million Kinder an Mangelernährung.

Caritasverbände aus mehreren Ländern unterstützen seit mehreren Monaten in Nigeria, Niger, dem Tschad und in Kamerun die Opfer der Hungerkrise mit Nahrung, Wasser und Notunterkünften. Caritas international hat für die Hilfsprojekte in Nigeria Ende Januar weitere 300.000 Euro bereitgestellt.

Februar 2017